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Mina Seyahi Grand Prix - Showdown
Datum: Tuesday, 07.November 2006 um 09:47:38 CET
Thema: Powerboat


  • Showdown in den Vereinigten Arabischen Emiraten
  • Dem Team Qatar stehen hektische Wochen bevor
  • „Fatboy“ Racing Team bekam 5-jährige Sperre wegen Unsportlichkeit
  • Neue One-Design Serie geht in Australien an den Start




Showdown in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Die Class 1 Teams haben nur noch zwei Grand Prix zu absolvieren und es sind noch drei Titel zu vergeben. Neben der WM Krone stehen auch noch die Titel in der Pole Position und der Middle East Meisterschaft aus. Björn Gjelsten und Steve Curtis ziehen nach den bisherigen sechs Rennen als klare Favoriten in die beiden letzten Runden nach Dubai in die Vereinigten Arabischen Emirate. Den Auftakt zum Finale macht der Mina Seyahi Grand Prix vom 23.11. - 25.11.06.

Rekordweltmeister Steve Curtis nimmt Kurs auf seinen achten Titel
Mit drei Siegen und zwei herben Rückschlägen auf dem Konto fahren Björn Gjelsten und der amtierenden Weltmeister Steve Curtis zu den beiden letzten Rennen der Saison 2006. Für Curtis wäre der WM-Titel der fünfte in Folge und der achte überhaupt. Mit vierzehn Punkten Rückstand liegen Mohammed Al Marri und Jean-Marc Sanchez mit der „Victory 77“ am dichtesten hinter den Rekordweltmeistern. Beide Teams sind mehr als fest entschlossen den Titel zu holen. Die besseren Karten haben bei diesem Duell der Giganten Gjelsten und Curtis. Alleine ihre jahrelange Zusammenarbeit ist eine der besten Vorraussetzungen für Siege.

Doch seit ihrem ersten gemeinsamen Rennen 2004 überzeugten auch Jean-Marc Sanchez und Mohammed Al Marri immer wieder. Platz drei 2004 und Platz zwei 2005 könnten in logischer Konsequenz 2006 Platz eins bedeuten. 2006 soll das Duo den 2002 verlorenen WM-Titel im vierten Anlauf endlich wieder nach Dubai holen.

Vier Teams im Kampf um den letzten Podiumsplatz
Auf Platz drei der WM folgt mit einem Abstand von satten 30 Punkten auf die Spitze das zweite norwegische Team im Feld, die „Jotun“. Jörn Tandberg und Christian Zaborowski hatten sich in dieser Saison immer wieder mit tollen Leistungen nach ganz vorne gefahren. Doch sicher ist ein Platz auf dem Podium für die beiden noch lange nicht. Mit einem denkbar knappen Abstand von einem Punkt rangieren Lino diBiase und Abdullah Sulaiti mit der „Qatar 95“ auf Platz vier, gefolgt von der in dieser Saison außergewöhnlich starken „Foresti & Suardi“ von dem italienisch/spanischen Duo Giampaolo Montavoci und Domenico Cirilli.

Ebenfalls noch Chancen auf einen Podiumsplatz rechnen sich auch Sheik Hassan Al Thani und Matteo Nicolini in der „Qatar 96“ aus. Das Team befindet sich mit zehn Punkten Abstand noch in rechnerischer Reichweite zur „Jotun“.

Hochmotivierte Teams auf den hinteren Plätzen
Dass es nicht einfach werden wird, dafür sorgen die verbleibenden vier Teams der Meisterschaft. Allen voran die reparierte „King of Shaves“ von Chris Parsonage und James Sheppard. Die beiden sind hochmotiviert und wollen die Saison auf jeden Fall mit guten Platzierungen abschließen. Wenn auch kein Podiumsplatz in den Meisterschaften für die „King of Shaves“ drin ist, bei den Grand Prix wollen sie jedenfalls das erhoffte Gold erringen. Genauso sieht es auch das zweite Victory Team, Ahmed Al Suwaidi und Nadir bin Hindi in der „Victory 7“. Die Newcomer der Blue Boys hatten im Verlauf der Saison alle Schattierungen des Rennsportes kennengelernt.

Vom Podiumsbesuch bis zum Totalausfall hatten die beiden Youngster in dieser Saison alles erfahren können. Für die beiden Finale vor ihrer Haustür hoffen sie jetzt natürlich auf einen weiteren Podiumsplatz. Nach den bisherigen Leistungen und den Heimvorteil im Rücken dürfte das Ziel durchaus auch realistisch sein. Bei den beiden italienischen Teams „Ceramiche Flaminia“ und „SevenEleven“ geht es dagegen darum, die Rote Laterne an den jeweils anderen abzugeben. Vor den beiden Finalrennen haben dabei Guiseppe Chilocci und sein finnischer Driver Pertti Leppala mit der „Ceramiche Flaminia“ die besseren Voraussetzungen.

Middle East Meisterschaft noch völlig offen
Während die WM wohl unvermeidlich zwischen den frischgebackenen Europameistern und im Moment führenden „Spirit of Norway“ und den noch amtierenden Middle East Champions Jean-Marc Sanchez und Mohammed Al Marri in der „Victory 77“ ausgefahren wird, sind die Würfel in der Middle East Meisterschaft noch lange nicht gefallen. Lediglich vier Punkte trennen hier die drei Topteams. Dabei finden sich Gjelsten und Curtis mit ihrer „Spirit of Norway“ im Päckchen zwischen den beiden Qatar Booten mit zwei Punkten Rückstand auf Matteo Nicolini und Hassan Al Thani in der „Qatar 96“ auf Platz zwei wieder. Dicht im Nacken der neuen Europameister sitzen Lino diBiase und Abdullah Al Sulaiti mit dem zweiten Boot der Qatari´s.

Mit weiteren neun Punkten rücken zudem auch noch die beiden Victory Boote dem Führungstrio auf den Pelz. Bei dem geringen Abstand könnte in den beiden letzten Rennen jeder Fehler den Sieg kosten.

„Spirit of Norway“ führt souverän die Pole Meisterschaft an
In der Pole Meisterschaft sind dagegen ähnlich wie in der WM die Weichen bereits so gut wie gestellt. Mit 20 Punkten herrschen hier Björn Gjelsten und Steve Curtis mit einem klaren Vorsprung vor Jean-Marc Sanchez und Mohammed Al Marri in der „Victory 77“. Auf den Plätzen folgen mit Respektabstand die „Qatar 96“ und die „Jotun“. Kaum anzunehmen, das es bei den bisherigen Leistungen der „Spirit of Norway“ zu Einbrüchen kommt und das anglo-norwegische Team seine Führung verlieren könnte. Selbst eine Nullnummer wie im August in Plymouth könnte sich die „Spirit of Norway“ noch leisten. Für Serienweltmeister Steve Curtis würde schon ein weiterer Sieg den sechste Pole Titel in Folge bedeuten und den fünften Titel gemeinsam mit Björn Gjelsten.

Wie auch immer die Prognosen über den Ausgang der Weltmeisterschaft 2006 lauten - Rennsport bleibt Rennsport und es passieren immer wieder absolut unvorhersehbare Dinge. Am Ende siegt immer derjenige, der während der gesamten Saison die besten Leistungen gezeigt hat.


Dem Team Qatar stehen hektische Wochen bevor
Der Gewinn der Middle East Meisterschaft steht für das Qatar Team und Sheik Hassan Al Thani ganz oben auf der Prioriätenliste der kommenden Wochen. Nicht mehr ganz vier Wochen Zeit bleiben Throttleman Matteo Nicolini und Driver Hassan Al Thani um sich und das Team auf die beiden finalen Grand Prix in Dubai vorzubereiten.

Leistung der Mercury Maschinen wird eingebremst
Doch es sind nicht nur die Rennen selber die das Team fordern. Auf dem Progamm stehen unter anderem auch die ersten Testreihen für die kommende Saison. Ab 2007 greifen die ersten Änderungen im Reglement für die Mercury V8 Maschine, die das Qatar Team in seinen beiden Booten einsetzt. So sollen in Dubai neue elektronische Motorensteuerungen, die ECU (electronic control unit) ausgetestet werden und man wird die zukünftigen Air-Restrictors, optisch an den markanten Luftansaugstutzen wie sie auch bei den Booten mit Lamborghini Antrieb zum Einsatz kommen auszumachen, montieren und testen. „In der nächsten Saison werden wir die Mercurys mit Luftansaughutzen und einem 62mm Luftbegrenzer, sowie einem sog. Blow-Off Ventil um den Ladedruck der Kompressoren auf 0,6 Bar zu begrenzen, fahren müssen. Das sind die ersten Umsetzungen des Reglements für 2007,“ so Matteo Nicolini. „Allerdings wissen wir noch nicht, ob die Maschinen damit konkurrenzfähig sind. Sicherlich nicht, denn mit einem Ladedruck von 0,6 Bar wird das Boot eine sehr schlechte Beschleunigung haben.“

Testfahrten sollen Konkurrenzfähigkeit 2007 sicherstellen
Damit sichergestellt ist, dass das Team Qatar auch unter den neuem Reglement voll und ganz auf die kommenden Saison 2007 vorbereitet ist, wurde eine Testreihe für die kommenden Wochen angesetzt.

„Wir werden zwischen den Rennen ein paar neue Konfigurationen ausprobieren. Wir werden einen Satz Maschinen mit den original ECU von Mercury ausrüsten und einen Satz Maschinen mit neuen ECU, die uns von unserem Motorentuner Skema geliefert wurden. Wir rüsten ebenfalls ein Boot mit Ansaugstutzen und einem 62mm Air-Restrictor von den Lamborghini V12 aus und montieren ein Blow-Off Ventil, das den Ladedruck auf 0,6 Bar begrenzen wird,“ erklärte Nicolini die Vorhaben des Teams. „Hintergrund ist, dass wir sehen wollen wie die Unterschiede unter identischen Bedingungen sind. Ich denke, das ist die beste Möglichkeit für uns zu sehen, ob die neuen Spezifikationen der U.I.M. korrekt sind oder nicht.“

Titelverteidigung in der Class 3 6-Liter steht ebenfalls an
Doch für Matteo Nicolini steht nicht nur die Vorbereitung der beiden Class 1 Boote und die Tests der Mercury Maschinen auf dem Programm, sondern auch die Titelverteidigung der Class 3 Welt- und Middle East Titel, die er zu Beginn des Jahres in der „Qatar S 96“ geholt hatte. Zusammen mit dem zweiten Fahrer des Qatar Teams, Abdullah Al Sulaiti, hatte Matteo Nicolini mit dem von ihm selber entworfenen Class 3 Kat drei Rennen und mit seinem Bruder Luca zwei Rennen der Class 3 Meisterschaft absolviert und dabei souverän den Titel eingefahren. Anfang Dezember beginnt nun die neue Saison und er wird mit dem Reserve-Driver des Teams, Mohammed Al Nasser, an den Start gehen.


„Fatboy“ Racing Team bekam 5-jährige Sperre wegen Unsportlichkeit
2005 verpassten sie nur ganz knapp den Titel in der britischen Honda 4-Stroke Serie Für 2006 wollten Will Nocker und Rob Lister mit dem Fatboy Racing Team auf dem Erfolg aufbauen und hatten sich viel vorgenommen. Doch es endete jetzt komplett anders. Nach einer eher desaströsen Saison folgte nun eine 5-Jahres Sperre wegen grob unsportlichen Verhaltens beim Finale der 4-Stroke Meisterschaft in Liverpool.

In der Saison 2006 beendeten technische Katastrophen die Titelfrage
Mit einer Reihe von technischen Katastrophen endete für Will Nocker und Rob Lister zuerst die Titelfrage. Schon beim Saisonauftakt auf der Isle of Man muckte der 225HP Honda Außenborder und die „Fatboy“ landete auf den „ferner liefen“ Plätzen. Auch einen Grand Prix später in Newcastle lief es mit einem sechsten Platz nicht wirklich gut für das Team. Ein Überschlag beim British Grand Prix in Plymouth sorgte dann für reichlich Schaden am Boot und ging nicht ohne Verletzungen für Nocker und Lister ab. Doch Wunden heilen und die beiden meldeten sich in Cowes mit einem zweiten Platz zurück. Beim Finale in Liverpool forderten die extremen Bedingungen auf dem Mersey allerdings erneut ihren Tribut und das Team fiel ein weiteres Mal in dieser Saison aus.

Wasser in den Tank der Konkurrenz geschüttet
Doch damit nicht genug…..Beim Finale in Liverpool wurden Vorwürfe gegen das Fatboy Racing Team laut, man hätte der Konkurrenz Wasser in den Tank geschüttet. Vor dem Offshore Racing Comittee der RYA (Royal Yachting Association) wurden daraufhin die Vorwürfe geprüft. Auf einer Aufzeichung der in Großbritannien allgegenwärtigen CCTV Kameras, erhärtete sich der Verdacht und zeigt, wie das Team bei dem Meisterschaftzweiten „Evans Heritage Developments“ Wasser in den Tank füllt. Das Fatboy Team wurde wegen grober Unsportlichkeit und schlechtem Benehmen gem. der RYA Regeln F32 und F26 zur Rechenschaft gezogen und entsprechend bestraft. Rob Lister und Will Nocker erhielten eine fünfjährige Sperre und mussten ihre Lizenzen abgeben. Das Team darf zudem keine Lizenz in einem anderen Land erwerben und damit bei einem Rennen starten. Alle 2006 erhaltenen Punkte wurden dem Team aberkannt.

Damit ist auch der für das nächste Jahr geplante Einstieg des Fatboy Racing Teams in die Powerboat P1 Weltmeisterschaft geplatzt. Stellt sich am Ende die Frage, wieso man sich angesichts der Chancenlosigkeit auch noch mit einer derartigen Dummheit aus dem Sport katapultiert….


Neue One-Design Serie geht in Australien an den Start
In Großbritannien und Neuseeland sind sie bereits seit einigen Jahren der Hit - die Offshoremeisterschaften der One Design Klassen. Jetzt verkündeten auch die Australier, dass bei ihnen in der kommenden Saison eine One-Design Serie an den Start gehen wird.

Haines Signature 1900 mit 150 PS Suzuki 4-Takt Außenborder
Im Gegensatz zu den 4-Stroke Serien in GB und NZ, die mit Honda Außenbordern an den Start gehen, setzen die Australier auf den 150 PS starken Suzuki Viertakter. Den passenden Rumpf dazu liefert die australische Haines Group mit ihrem Erfolgsmodell Signature 1900. „Es ist unglaublich aufregend, eine One-Design Klasse in der Australian Offshore Powerboat Series willkommen zu heißen. Wir hatten das schon seit längerem auf dem Plan und umso schöner ist es jetzt, das es geklappt hat,“ so Antony DeFina vom Australian Offshore Powerboat Club AOPC. „Für knapp 30.000,-Euro kann man ein solches Boot kaufen und in der One-Design Klasse an den Start gehen. Das ist sehr preiswert und zudem kann man das Boot nicht nur für Offshore Rennen benutzen sondern auch als Wasserski-Boot.“

Preisgelder und kostengünstige Package locken zum Offshorerennsport
Die Haines Signature 1900 wird komplett rennfertig auf einem Tandem-Trailer geliefert. Die 30.000,- Euro teure Package beeinhaltet zudem die Mitgliedschaft im AOPC für den Fahrer und Navigator, die erforderlichen Rennlizenzen und alle Startgelder für die Saison 2007. Ein großes Plus für diese One-Design Klasse ist das Preisgeld, das am Ende der Saison ausgeschüttet wird. Möglich gemacht haben das die Haines Group und die Acme Fibreglass Supplies. „Wir wollen helfen, Leuten den Einstieg in den Offshore Rennsport zu erleichtern. Das Preisgeld, gekoppelt mit den günstigen Booten wird uns dabei unterstützen,“ sagte John Haines Junior von der Haines Group. „Mein Vater und ich sind bereits bei Offshore Rennen angetreten und wir kennen die Zuverlässigkeit der Suzuki Motoren und der Signature 1900. Die One-Design Serie wird zeigen, wer die größten Offshore Erfahrungen hat. Da alle mit identischem Material antreten, hat keiner einen Vorteil haben.“

Die One-Design Klassen sind der ideale Weg um eine Offshore Rennkarriere zu starten. Mit der australischen Haines/Suzuki Klasse geht in der nächsten Saison die weltweit mittlerweile dritte Serie nach dem One-Design Erfolgskonzept an den Start und bietet Einsteigern und Fortgeschrittenen Offshorefeeling zu einem günstigen Preis an.

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