Mit einer perfekten Vorstellung holten sich Björn Gjelsten
und Steve Curtis mit der „Spirit of Norway“ beim Finale der Class
1 Powerboat Weltmeisterschaft in Dubai nicht nur den Sieg sondern sicherten
sich dem Middle East und dem WM-Titel auch die beiden verbleibenden Titel der
Saison. Wie bereits im vergangenen Jahr blieb für die Erzfeinde um den
WM-Titel, der „Victory 77“, nur der zweite Platz übrig. Den
verbleibenden Podiumsplatz sicherte sich die „Jotun“.
Nur ein Punkt trennte die Kontrahenten vor dem Finale
Mit einem Ausfall hatte es die „Spirit of Norway“ beim
vorletzten Rennen noch einmal mehr als spannend gemacht. Bis auf einen einzigen
Punkt waren die Erzfeinde Mohammed Al Marri und Jean-Marc Sanchez in der „Victory
77“ nach dem Mina Seyahi Grand Prix an die Titelverteidiger herangerückt.
Für den Titelkampf in der Middle East Meisterschaft sah es nach dem vorletzten
Rennen mit Platz vier noch ärger für Steve Curtis und Björn
Gjelsten aus. Für die „Spirit of Norway“ hieß das Alles-oder-Nichts.
Und beim Finale zeigte das Ausnahme Duo dann wie gewohnt seine einsame Spitzenklasse.
„Victory 77“ patzte beim Start und verlor erneut die WM
Bei den schlechtesten Wetterbedingungen in Dubai seit mehr als zwei Jahren,
bei wolkenverhangenem Himmel und Nieselregen, gewannen zunächst Matteo
Nicolini und Hassan Al Thani mit der „Qatar 96“ das Startduell.
Die „Spirit of Norway“ konnte sich direkt dahinter festsetzten,
während die „Victory 77“ patzte und auf Platz sechs zurückfiel.
Als dann die „Qatar 96“ in der zehnten Runde mit technischen Problemen
immer langsamer wurde, nutzten Steve Curtis und Björn Gjelsten die Chance
und gingen mit der „Spirit of Norway“ in Führung. Mit nun
freier Bahn übernahmen die beiden wie gewohnt die Kontrolle über
das Rennen und gewannen am Ende mit einem Vorsprung von elf Sekunden den Dubai
Grand Prix und damit den WM - und den Middle East Titel.
Die Hoffnungen von Mohammed Al Marri und Jean-Marc Sanchez, der Vorherrschaft
der „Spirit of Norway“ ein Ende zu bereiten, verlöschten
nach einem schlechtem Start bereits in der Startrunde. Zwar kämpfte sich
die „Victory 77“ mit Vehemenz von Platz sechs bis auf den zweiten
Platz vor, doch trotz aller Bemühungen war das Tempo ihrer Titelrivalen
in der „Spirit of Norway“ zu hoch. Wie bereits im vergangenen
Jahr rutschte der Titel für das Victory Team damit zwar mit zwei Punkten
nur knapp, aber dennoch unerreichbar weit weg.
„Jotun“ vervollständigte das Podium in Dubai
Ironie des Schicksals - die „Victory 77“ fand sich beim
letzten Grand Prix der Saison gleich im „Spirit of Norway“ WM
- Päckchen wieder. Vor ihnen das aktuelle Weltmeisterboot und auf Platz
drei hinter ihnen, das ehemalige Weltmeisterboot von Steve Curtis und Björn
Gjelsten. Das bedeutete für das Victory Team die mittlerweile fünf
Jahre andauernde Niederlage auf einem Blick. Christian Zaborowski und Jörn
Tandberg hatten die ex- „Spirit of Norway“, das Weltmeisterboot
von 1998 und 2002, beim Slovenian Grand Prix erstmalig eingesetzt.
Beim Finale liefen Zaborowski und Tandberg mit dem Tencara Kat jetzt zur
Höchstform auf und landeten mit dem dritten Platz zum vierten Mal in
dieser Saison auf dem Podium. In der WM rutschte die „Jotun“ damit
auf den vierten Platz vor.
„Qatar 95“ mit Zuverlässigkeit WM - Dritte
Auf dem vierten Platz landeten Abdullah Al Sulaiti und Lino diBiase
mit der „Qatar 95“. Damit verbuchte das zweite Qatar Team in dieser
Saison keinen Ausfall bei einem Rennen und zeigte eine unglaubliche Zuverlässigkeit.
In der WM reichte das aus, um zum Schluß, weit vor ihren Teamkollegen
in der „Qatar 96“, auf dem dritten Platz hinter der „Spirit
of Norway“ und „Victory 77“ zu landen. Nach zwei Ausfällen
in Folge kam die Youngster Crew des Victory Teams, Ahmed Al Suwaidi und Nadir
Bin Hindi, mit der „Victory 7“ auf dem fünften Platz ins
Ziel. Das Team hat zwar genügend Potential, aber es fehlt eindeutig noch
an Erfahrung und Durchhaltevermögen.
Etwas, was das Victory Team nach dem Weggang seiner Stars, Khalfan Harib,
Ali Nasser und Ali Al Qama schmerzlich vermisst. Ebenfalls nach zwei Ausfällen
in Folge sahen auch Guiseppe Chilocci und Pertti Lepalla mit der „Ceramiche
Flaminia“ auf Rang sechs diesmal wieder das Ziel.
Große Enttäuschung für die „Qatar 96“
Mit einer riesigen Enttäuschung endete das Finale in Dubai für
Sheik Hassan Al Thani und Matteo Nicolini. Nach einem grandiosen Start führte
das Team mit der „Qatar 96“ zunächst das Feld an. Erst ein
technischer Defekt in Runde zehn machte ihnen den Garaus und die „Qatar
96“ fiel im Verlauf der verbleibenden Renndistanz bis auf den siebten
Platz zurück. Zuwenig für Hassan Al Thani und Matteo Nicolini um
den angestrebten Middle East Titel zu holen. „Wir haben erneut einen
tollen Start hingelegt und bewiesen, das wir eines der schnellsten Boote im
Feld haben,“ sagte Sheik Hassan.
„Aber es sollte nicht sein. Wir haben in den letzten Rennen einen riesigen
Fortschritt gemacht und mit dem Enthusiasmus, mit dem Abdullah die letzten
Rennen gefahren hat und seinem großartigen Sieg in Doha zu Beginn der
Saison, können wir zuversichtlich auf die kommende Saison schauen. Es
ist enttäuschend, die Meisterschaft verloren zu haben, aber das ist nun
mal Rennsport.“
Mit dem Titelgewinn der „Spirit of Norway“ in den vier möglichen
Meisterschaften der Class 1, Europameister, Pole Position Champion, Middle
East Champion und Weltmeister, endet damit einer der spannendsten Class 1
Weltmeisterschaften seit langem. In kaum einer Saison gab es derartig viele
Gewinner und in kaum einer Saison, ging es derartige heftig zur Sache wie
in 2006. Nach einer wohlverdienten Pause, darf man sich nun schon auf die
kommende Saison freuen, die hoffentlich ein ähnliches Bild bieten wird.
(World of Powerboat)