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Rallyeteam Josef Schrott/Willi Hawle (Ford Sierra Cosworth)
Datum: Tuesday, 22.April 2008 um 17:27:10 CEST
Thema: Rallye-Sport


  • Gleiten statt hetzen


Es war schwer zu übersehen, wo bei Sepp Schrott und Wilhelm Hawle diesmal die Prioritäten gelegen sind: Ankommen um jeden Preis! Der sportliche Ehrgeiz hatte diesmal Pause. Wenn man weiß, wie die Triestingtal-Rallyes der vergangenen beiden Jahre für das Bäcker-Team ausgegangen sind, begreift man diese Haltung nur zu gut. Neuerlicher Schrott, das hätte dem Selbstvertrauen und auch dem Rallye-Budget sehr, sehr geschadet.

Daher blieben auch Attacken à la Waldviertel 2006 oder Eurostroj-Tisnov, wo das JS-Rallyeteam beide Male einen ziemlich starken Auftritt hatte, diesmal aus, und zwar vom Anfang bis zum Schluß. Dafür konnte die volle Rallye dafür genützt werden, um den Ford Sierra Cosworth 4x4 und dessen Eigenheiten ganz genau kennenzulernen.

Schon auf den ersten Prüfungen zeichnete sich ab, daß die Spitze für Sepp Schrott und Willi Hawle diesmal in weiter Ferne liegen würde, der Ford Sierra bewegte sich auch optisch eher verhalten über die Pisten. Dies könnte auch teilweise auf die Technik zurückzuführen sein: Das Auto hat zwar 300 PS, aber die helfen bei einer serienmäßigen Getriebeübersetzung relativ wenig. Und so erinnerte das äußerlich betont rasant wirkende Auto vor allem in der Beschleunigung eher an ein altes Taxi als an einen kraftvollen Berg-Renner, der es ursprünglich war.

Und so blieb die Rallye von Sepp Schrott und Willi Hawle diesmal eher ereignislos, ohne große Höhepunkte, aber – und das ist das Erfreuliche – auch ohne gröbere Tiefpunkte. Von denen hatten sie ja im vergangenen Jahr einige „genossen“. Eine achtschnellste Zeit in der Gruppe H13 auf der achten Prüfung blieb noch das herausragendste SP-Ergebnis, man muß natürlich auch die starke Konkurrenz in der Klasse berücksichtigen: Selbst dynamische Jungspatzen wie Severin Katzensteiner hatten hier schwer zu raufen. Diese Rallye als Testeinsatz abzuhaken, ohne definierte sportliche Ziele, war aus der Sicht des JS-Rallyeteams sicher das Vernünftigste. Bis auf einen fehlenden zweiten Gang ganz am Ende gab es dafür auch keine Schwierigkeiten.

So blieb auch für das Endergebnis nur mehr die Möglichkeit für einen Platz im mittleren Feld, was aber für dieses Mal, wie erwähnt, eine untergeordnete Bedeutung hatte. Es wird sicher nicht bei diesem Stand bleiben, und unter Umständen lassen sich auch technisch noch ein paar Reserven freilegen. Es muß nicht immer eine Top-Platzierung sein, aber manchmal muß man sich eben mit einem schwächeren Ergebnis begnügen, um sich für künftige Rallyes die Grundlage für erhöhte Wettbewerbsfähigkeit zu erarbeiten.

In diesem Sinne: Die Saison ist noch lang – möglicherweise sind Sepp Schrott und Willi Hawle schon bei der Jacques Lemans-Althofen-Kärnten-Rallye am 17. Mai wieder wie früher vorne dabei.

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