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    Service: Flexible Autoversicherung - Zahlen für gefahrene Kilometer
    Geschrieben am Friday, 07.October 2005 um 09:49:27 CEST
    Thema: weitere News
    weitere NewsFlexible Autoversicherung mit Grundgebühr und Kilometerpreis
    Kombination von Satellitennavigation, Handynetz und IT

    Wien (pts) - UNIQA prüft die Einführung einer neuen Form von Autoversicherung, bei der die Prämie von der echten Nutzung des Autos abhängt. Die Prämie sinkt, je weniger und je sicherer man fährt.




    Die Autonutzung lässt sich durch Satellitennavigation messen. Eine Studie von UNIQA und IBM untersucht derzeit die Machbarkeit des innovativen Modells. Wer nur wenige Kilometer fährt und auf Sicherheit achtet, für den könnte seine Autoversicherung deutlich billiger werden.

    Der Benzinpreis erreicht Rekordhöhen, aber die Autoversicherung wird vielleicht günstiger: Das neue Modell von UNIQA würde erstmals in Österreich berücksichtigen, wie viel oder wie wenig der Wagen tatsächlich verwendet wird. Die Prämie könnte, ähnlich wie bei den Handy-Tarifen, aus einer Grundgebühr und einem Kilometerpreis bestehen.

    "Wir könnten die Versicherungsprämie erstmals nach der wirklichen Nutzung des Autos berechnen", erklärt Dr. Johannes Hajek, Vorstandssprecher der UNIQA Sachversicherung. "Wer weniger fährt, zahlt weniger, wer Risiken vermeidet, wird belohnt. Das ist fair und kann zu einem bewussteren und vernünftigeren Umgang mit dem Auto beitragen."

    Gute Erfahrungen in Großbritannien
    Das größte Versicherungsunternehmen in Großbritannien, die Norwich Union bietet seit Anfang 2005 als preiswerte Alternative "Pay as you drive" an: Die Versicherungstarife hängen davon ab, wie viele Kilometer man zu welcher Tageszeit auf welchen Straßen zurücklegt.

    Die Technik dahinter
    Messen lässt sich die Autonutzung, indem man Technologien wie Satellitennavigation, Handy und IT kombiniert. Das Auto wird über Satellit mit GPS lokalisiert, die Positionsdaten werden über das Handy-Netz an einen zentralen Computer übertragen. Als GPS-Empfänger und GSM-Sender dient eine kleine Navi-Box, die ins Auto eingebaut wird, ähnlich wie ein Navigationssystem oder ein Car-Finder gegen Diebstahl. Der Computer gleicht die Navigationsdaten mit einer Landkarte ab ("Mapping"), daraus können dann Fahrkilometer und Strecken abgelesen und die Prämie kalkuliert werden.

    Studie zur Machbarkeit
    Als ersten Schritt führt UNIQA zusammen mit IBM eine Machbarkeitsstudie durch. Mit der Studie wird geprüft, unter welchen Voraussetzungen eine solche Autoversicherung möglich wäre und erstellt ein Business Modell. IBM wurde beauftragt, weil das Unternehmen als IT-Partner der Norwich Union bereits Erfahrung und großes Know-how in der Telematik einbringt.

    Im Rahmen der Studie werden für einen Testbetrieb bereits 20 Autos mit der Navi-Box ausgestattet um die Funktionalität bis inklusive "Mapping" zu zeigen. Zusätzlich wird eine großflächige Kundenbefragung mit Unterstützung von "market" durchgeführt um Kundenwünsche und Akzeptanz in einem möglichst frühen Stadium zu berücksichtigen.

    "Das Projekt von UNIQA ist ein perfektes Beispiel für Geschäftsmodelle der Zukunft, nämlich
    on demand business", unterstreicht Mag. Axel Preiss, Leiter der IBM Business Consulting Services. "On demand business bedeutet, Produkte und Services nicht starr und pauschal, sondern flexibel ganz nach Bedarf zum Nutzen des Kunden, in diesem Fall der Autofahrer, bereitzustellen. Der Ansatz von UNIQA ist nicht nur technisch, sondern auch geschäftlich äußerst innovativ und zukunftsträchtig."

    Sicheres Fahren wird belohnt
    Wenn sicheres Fahren sich finanziell lohnt, könnte das neue Modell auch zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr motivieren. So wie man am Handy lange Gespräche lieber in den billigen Tageszeiten führt, nutzt man vielleicht auch im Auto dann lieber die sicheren und billigen Zeiten und Straßen und vermeidet teure Fahrten mit höherem Risiko.

    Positive Effekte könnten sich durch die neue Versicherungsform auch für Umwelt und Volkswirtschaft ergeben, wenn das Auto seltener verwendet wird und weniger Unfälle und Staus erzeugt. In den Niederlanden gibt es daher bereits Überlegungen, solche Modelle steuerlich zu begünstigen.

    Kombination mit Diebstahlsschutz und Notruf
    Die neue Technologie könnte in Zukunft noch weitere interessante Anwendungen ermöglichen. Das System ließe sich zusätzlich als Car-Finder einsetzen, der ein gestohlenes Auto lokalisiert. Nahe liegend wäre auch die Kombination mit einem Navigationssystem. Die Verbindung mit einem Handynetz macht eine Notruf-Funktion möglich: In einem Notfall könnte der Fahrer einen Alarm über GSM absetzen, das System lokalisiert den Wagen und schickt Hilfe. Die Anlage könnte weiter entwickelt werden, um selbstständig einen Unfall zu erkennen - den abrupten Stillstand eines Autos - und Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Unternehmen könnten das System für das Fuhrpark-Management verwenden, ähnlich wie bestehende Tracking-Systeme.

    Das erfolgreiche Unwetter-Warnsystem von UNIQA ließe sich so erweitern, dass es die aktuelle Auto-Position berücksichtigt und vor schweren Unwettern auf der Strecke warnt.

    Vom Pilotprojekt zur Marktreife
    Die Studie von UNIQA und IBM untersucht diese Zukunftsperspektiven, prüft jedoch auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Fragen des Daten- und des Konsumentenschutzes. Eine Umfrage unter 60.000 UNIQA Kunden wird die Akzeptanz für die neue Versicherungsform erheben.

    Die Studie läuft seit Mitte September und wird bis Jahresende abgeschlossen sein. Abhängig von den Ergebnissen dieser Analyse, entscheidet UNIQA, ob und wie das Projekt "Nutzungsoptimierte Versicherungsinnovation", kurz NoVi, weitergeführt und zu einem Produkt entwickelt wird. Als nächster Schritt wäre 2006 ein Pilotprojekt mit einigen hundert Testfahrern vorgesehen. Die Testfahrer erproben die Technik und liefern statistisches Datenmaterial für die Kalkulation. Frühestens im Laufe des Jahres 2007 könnte die neue Autoversicherung dann als zusätzliche Alternative zu den bestehenden Produkten auf dem Markt angeboten werden.

    IBM als Partner unterstützt durch Consulting und ermittelt, welche Technologien, Geräte und Partner in diesem System kombiniert werden sollten. Mögliche Partner sind Mobilfunk-Unternehmen, Anbieter von Navigationssystemen und Produzenten von GPS- und GSM-Geräten. Man benötigt aber auch Vertragspartner für den Einbau der Navi-Box ins Auto. Wenn das Pilotprojekt durchgeführt wird, richtet IBM die Software für den Datenempfang und das Mapping ein.

    Pionier in Österreich
    Eine Zielgruppe der neuen Versicherung sind Autofahrer, die wenig fahren. Deutlich billiger wird es für Besitzer eines Zweitwagens. Vorteile haben auch Fahrer, die besonders sicher unterwegs sind, also eher auf Autobahnen und Schnellstraßen und außerhalb der Stoßzeiten. Eine wichtige Zielgruppe sind die jüngeren Autobesitzer, die Interesse an neuer Technologie zeigen und günstige Tarife suchen.

    Dr. Hajek sieht das Produkt als gute Alternative zu den bestehenden Kfz-Versicherungsprodukten: "Mit dieser Versicherung könnten wir Autofahrern, die den Wagen nur wenig verwenden und Risiken bewusst meiden, ein Produkt bieten, das in Preis und Leistung in Österreich einzigartig ist." (Quelle: PTS)


     
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