Platz zwei belegte erneut Michelin- und Toyota-Pilot Jarno Trulli vor Kimi
Räikkönen mit seinem ebenfalls Michelin-bereiften McLaren-Mercedes.
Mit Ralf Schumacher, Pedro de la Rosa, Mark Webber, Felipe Massa und David
Coulthard auf den Plätzen vier bis acht teilten Partner von Michelin
beim Großen Preis von Bahrain sämtliche Punkteränge unter
sich auf.
Fernando Alonso drückt der Formel 1 weiter seinen Stempel auf: Nach
seinem dritten Rang beim Saisonauftakt in Australien und dem ersten Saisonsieg
beim Großen Preis von Malaysia vor zwei Wochen führte auch beim
Grand Prix von Bahrain kein Weg an dem jungen Spanier vorbei. Bereits in den
beiden Qualifying-Sessions erwies sich der Michelin- und Renault F1-Pilot
als schnellster Mann im Feld. Von der Pole Position aus übernahm der
23-Jährige vom Start weg die Führung, die er in der Folge lediglich
aufgrund seiner beiden Boxenstopps jeweils nur kurzzeitig abgeben musste.
„Fernando Alonso dominierte diesen Grand Prix von Anfang bis Ende“,
lobte Renault F1-Geschäftsführer Flavio Briatore seinen Schützling.
„Wir alle sind sehr stolz, Renault den 100. Formel 1-Sieg beschert zu
haben.“
In den ersten Runden musste sich der Führende in der Fahrerwertung allerdings
heftigen Attacken von Michael Schumacher in seinem neuen Ferrari erwehren.
In der 13. Runde nahm für den Kerpener dann aber das Unglück seinen
Lauf: Hydraulik-Probleme setzten seinem Vorwärtsdrang ein jähes
Ende und zwangen den amtierenden Weltmeister, seinen Boliden in der Box abzustellen.
Alonso nahm die Nachricht vom Ausfall seines bis dahin ärgsten Konkurrenten
gelassen zur Kenntnis. In der unbarmherzigen Hitze Bahrains - das Thermometer
dokumentierte Temperaturen von deutlich über 40 Grad Celsius im Schatten
- behielt der Renault F1-Pilot zu jeder Zeit einen kühlen Kopf und kontrollierte
das Renngeschehen nach Belieben. „Nach Michaels Ausfall musste Fernando
nur noch auf seine Reifen und seinen Motor achten sowie gleichzeitig den Vorsprung
auf Jarno Trulli verwalten“, analysierte Briatore.

Déjà-vu-Erlebnisse an der Spitze
Die Bilder glichen sich bis ins Detail: Nachdem Toyota-Pilot Jarno Trulli
in den ersten zwölf Umläufen die Auseinandersetzung um die Spitze
von einem Logenplatz aus genießen konnte, rückte der Italiener
mit seinem Michelin-bereiften TF105 durch Schumachers Ausfall auf Rang zwei
nach vorne. Damit ergab sich die gleiche Situation wie beim Grand Prix von
Malaysia vor zwei Wochen: Trulli folgte seinem letztjährigen Renault
F1-Teamkollegen mit Respektabstand und vergrößerte seinerseits
den Abstand auf seine Verfolger. „Spätestens zur Mitte des Rennens
sah ich ein, dass der Versuch, Fernando noch einzuholen, wenig Sinn machte“,
erklärte Trulli. „Ich konzentrierte mich deshalb darauf, meinen
zweiten Rang sicher nach Hause zu fahren.“
Hinter Trullis Toyota kam es zu einem spannenden Dreikampf zwischen dem Williams-Duo
Mark Webber und Nick Heidfeld sowie Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes.
Besonders der Silberpfeil-Pilot, von Startplatz neun aus ins Rennen gegangen,
zeigte sich dabei ausgesprochen angriffslustig. Zunächst passierte er
Heidfeld während der ersten Runde der Boxenstopps: Der Finne bog eine
Runde später als „Quick Nick“ in Richtung Tankhalt ab - und
kehrt vor dem Deutschen wieder auf die Strecke zurück. Heidfeld schied
kurz danach mit Motorschaden aus. Räikkönen setzte derweil mehr
und mehr den vor ihm fahrenden Webber unter Druck. Dem Australier unterlief
in der 34. Runde schließlich ein Dreher, den Räikkönen ausnutzte
und auf Rang drei vorfuhr.
Quasi im Windschatten des McLaren-Mercedes schlüpfte auch Toyota-Pilot
Ralf Schumacher an Webber vorbei. In der Folge ritt der jüngere der beiden
Schumacher-Brüder zwar immer wieder Attacken gegen Räikkönen
- einen Weg vorbei fand er jedoch nicht. „Mit dem Ergebnis bin ich trotzdem
sehr zufrieden“, so Schumacher. „Lediglich mein elfter Startplatz
vereitelte im Endeffekt ein besseres Resultat. Nach Rang fünf in Malaysia
und dem vierten Platz heute müsste ich beim Grand Prix von Italien eigentlich
auf das Podium fahren...“ Diese Ehre blieb an diesem Wochenende Räikkönen
vorbehalten, der dem McLaren-Mercedes-Team damit den ersten Podestplatz in
der diesjährigen Formel 1-Saison bescherte.

Große Freude dürfte bei dem britisch-deutschen Michelin-Partner
auch ob der begeisternden Vorstellung von Pedro de la Rosa vorherrschen: Der
Ersatz für den verletzten Juan Pablo Montoya begeisterte die Fans an
der Strecke und vor den Bildschirmen immer wieder mit mutig vorgetragenen
Zweikämpfen. Nachdem der Spanier zu Beginn des letzten Renndrittels zunächst
Rubens Barrichello niedergekämpft hatte, schnappte er sich drei Runden
vor Schluss auch noch Webber und beendete den Großen Preis von Bahrain
auf Platz fünf. „Das hat wirklich Spaß gemacht“, strahlte
de la Rosa im Anschluss. Wie um letzte Zweifel an seiner Leistung aus dem
Weg zu räumen, markierte der 34-Jährige auch die schnellste Rennrunde.
Punkte für Michelin-Partner Sauber im 200. Formel 1-Rennen
Ein besonderes Geschenk bereitete Felipe Massa seinem Teamchef Peter Sauber:
Im 200. Grand Prix des Rennstalls aus Hinwil brachte der junge Brasilianer
als Siebtplatzierter zwei WM-Zähler mit nach Hause. „Das war genau
das, was ich vor dem Rennen im Innersten meines Herzens gehofft hatte“,
freute sich Massa, der kurz vor Rennende Barrichello in seinem waidwunden
Ferrari passierte. In der allerletzten Runde schlüpfte auch Red Bull-Pilot
David Coulthard noch an Barrichello vorbei und sicherte sich als Achtplatzierter
den letzten Punkterang beim Grand Prix von Bahrain.

Michelin-Reifen als Erfolgsgaranten
Alle acht Punkteränge in den Händen von Michelin-Partnern - da herrschte
schnell Einigkeit: „Ein ganz besonderer Dank gilt wieder einmal Michelin“,
lobte Pat Symonds, Leiter der Renault F1-Entwicklungsabteilung, stellvertretend.
„Asphalt-Temperaturen von über 50 Grad Celsius stellten ganz besondere
Anforderungen an die Reifen. Die Michelin-Pneus funktionierten trotzdem rundum
perfekt: Sie waren über eine Runde gesehen schnell und über die
gesamte Distanz sehr konstant.“
F1 GP Bahrain 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht
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