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    Interview: Sauber Formel 1-Fahrer Felipe Massa will weiter punkten
    Geschrieben am Wednesday, 20.April 2005 um 18:57:18 CEST
    Thema: Formel 1
    Formel 1Am kommenden Wochenende startet mit dem Grand Prix von San Marino der 4. WM-Lauf der Formel 1 in Imola. Das Schweizer Team von Peter Sauber absolvierte in Bahrain seinen 200. Grand Prix, bei dem sein brasilianischer Fahrer Felipe Massa zwei wichtige WM-Punkte einfuhr. Massa blickt noch einmal auf den Saisonstart zurück und ist für den ersten GP in Europa sehr zuversichtlich.




    Wenigere erfreulich waren die Resultaten seines Teamkollegen Jacques Villeneuve, der bislang stets am hinteren Ende der Startaufstellung zu finden war.


    Der Ex-Formel 1-Weltmeister kommt mit dem Sauber Petronas C24 nicht zurecht - dies ist offensichtlich. Der als Querdenker bekannte Rennfahrer kann mit den Sauber-Technikern den C24 nicht optimal abstimmen. Massa fährt dem erfahrenen Routinier weg. Höhepunkt der Ernüchterung für Villeneuve war, dass der Kanadier die Testfahrten in Barcelona abbrechen musste. Massa setzte die Tests in Spanien fort. Die Kommunikation zwischen Massa und den Ingenieuren bei Sauber ist wesentlich fruchtbarer. Villeneuve fehlen allerdings die notwendigen Kilometer mit dem C24 um sich mit dem Rennwagen anfreunden zu können. In Imola sitzt Villeneuve wieder am Steuer des C24. Jedoch wie lange noch? Wird Peter Sauber den Kanadier schon bald gegen einen anderen Fahrer austauschen oder wirft Villeneuve das Handtuch? Dies ist natürlich eine Frage des Geldes: Würde Sauber seinem Fahrer kündigen, kostet dies sehr viel Geld. Felipe Massa bleibt von all den strategischen und politischen Schachzügen unberührt, der Brasilianer beantwortet seine Klasse durch kräftiges Gas geben.

    ar: Frage: Sie haben beim 200. Grand Prix von Sauber zwei WM-Punkte gewonnen. War das ein spezielles Gefühl?

    Felipe Massa: Auf jeden Fall, es war ein großartiges Gefühl, dem Team in diesem speziellen Moment zwei WM-Punkte zu schenken. Ich bin stolz darauf. Auch deshalb, weil diese zwei Zahler in einem guten Moment kamen, nachdem uns der Saisonstart misslungen ist. Wir müssen jetzt diesen Schwung in die nächsten Rennen mitnehmen.

    ar: Sie hatten sich für die härtere der zwei Michelin-Reifenmischungen entschieden, war das rückblickend die richtige Wahl?

    Massa: Ja, ich denke es war die richtige Wahl. Als ich mich am Freitag entschied, waren zwei Dinge ausschlaggebend: die hohe Konstanz über mehrere Runden sowie die Wettervorhersage, die für den Rest des Wochenendes Temperaturen jenseits der 40 Grad ankündigten. Ich wusste natürlich, dass mich diese Reifenwahl rund drei bis fünf Zehntel im Qualifying kosten wurden, aber ich konzentrierte mich ganz auf die Rennperformance.

    ar: Wie ist das Rennen für Sie gelaufen?

    Massa: Das ganze Rennen lief sehr gut, vom Start bis ins Ziel. In den ersten Runden war ich zwar deutlich langsamer als die Piloten mit weichen Reifen, doch nach zehn, zwölf Runden wurde meine Performance spürbar besser und ich konnte mich laufend steigern. Meine schnellste Rennrunde spiegelt die eigentliche Performance nicht wider, weil ich gegen Ende meiner Stints mit
    wenig Benzin an Bord jeweils hinter anderen Piloten fest hing. Zudem habe ich wahrend des gesamten Rennens nicht den kleinsten Fehler gemacht, was in Bahrain durchaus keine Selbstverständlichkeit ist, weil die Strecke abseits der Ideallinie kaum Grip besitzt. Deshalb hatten zahlreiche Piloten heikle Situationen zu bewältigen.

    ar: In Bahrain war es noch heißer als in Malaysia. Wie groß waren die physischen Anforderungen im Cockpit über die Dauer des gesamten Rennens?

    Massa: Das mag überraschend klingen, aber Bahrain war physisch ein leichtes Rennen. Ich fühlte mich nach dem Überqueren der Ziellinie überhaupt nicht müde, und ich hatte auch nicht allzu stark geschwitzt. Obwohl die Temperaturen hoher waren als in Malaysia, war das Rennen in Sepang deutlich härter, einerseits wegen der viel höheren Luftfeuchtigkeit andererseits wegen dem Streckenlayout, das physisch mehr abverlangt.

    ar: Wie hat das neue Reifen-Reglement Ihre Arbeit als Fahrer verändert? Sie dürfen ja jetzt ab Samstagmittag die Reifen nicht mehr wechseln.

    Massa: Das ist eine echte Herausforderung, aber mir gefällt das. Erstens ist es noch wichtiger, am Freitag die richtige Reifenwahl zu treffen, und zweitens muss man die richtige Balance bei der Fahrweise finden: einerseits aggressiv, um schnell zu sein, andererseits sanft im Umgang mit den Reifen. Es ist wichtig, dass man es nicht übertreibt und die Reifen überfordert. Eine wirkliche Herausforderung für den Fahrer, die mir gefällt.

    ar: Wo sehen Sie das größte Verbesserungspotenzial für den Sauber Petronas C24?

    Massa: Das liegt sicherlich im Bereich der Aerodynamik. Wir haben in Bahrain einen Schritt vorwärts gemacht und werden weitere neue Teile für Imola am kommenden Wochenende haben. Aerodynamik ist definitiv der Bereich, in dem wir besondere Anstrengungen unternehmen müssen, um uns weiter zu steigern. Bereits sehr gut sind wir bezüglich Zuverlässigkeit. Der C24 lief vom ersten Rennen absolut problemlos.

    ar: Sie fahren seit 2002 in der Formel 1. Wie haben Sie sich in dieser Zeit verändert?

    Massa: Erfahrung ist so unglaublich wichtig in der Formel 1! Ich habe heute ein viel besseres Verständnis fürs Auto, seine Abstimmung und die ganzen technischen Aspekte. Ich kann den Ingenieuren heute ein viel detaillierteres Feedback geben und habe auch das Selbstvertrauen, das Team zu fordern und anzutreiben. Aber Erfahrung hilft auch, sich fahrerisch zu verbessern, indem man genau weiß, wann es Sinn macht, voll anzugreifen, und wann es sich lohnt, zuruckhaltend zu sein. Und ich habe mich ganz sicher auch im Bereich der Konstanz über die gesamte Dauer eines Rennens gesteigert.

    ar: Was erwarten Sie von den nächsten Rennen in Imola?

    Massa: Mein Ziel ist es, regelmäßig um WM-Punkte zu kämpfen. Wir haben neue Teile in Barcelona getestet, und ich gehe davon aus, dass wir die Konkurrenzfähigkeit des Sauber Petronas C24 weiter verbessern können. (ar/pha)

    Das Interview wurd von den Kollegen von Autoreporter-Net geführt


    F1 GP San Marino, Imola - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke

    F1 GP Bahrain 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke
    F1 GP Malaysia 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke
    Übersicht aller Rennstrecken



     
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