Es ist eine alte Qualifying-Weisheit und zwar egal ob normales
oder Einzelrundenqualifying: Zuerst ist die Strecke grün und dann wird
sie immer sauberer und schneller. Entsprechend gingen Tonio Liuzzi und Alex
Wurz nur mit geringen Erwartungen an ihr erstes Qualifying in diesem Jahr heran.
Doch die Vorzeichen sollten sich auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari drehen:
Eine immer staubiger und rutschiger werdende Strecke ermöglichte den
Frühstartern starke Zeiten, welche auch später nur schwer bis gar
nicht zu schlagen waren.
Räikkönen bezwingt Alonso
Die provisorische erste Startreihe ging trotzdem an zwei Starter aus der letzten
Fünfergruppe: Nämlich den Finnen Kimi Räikkönen und den
Spanier Fernando Alonso, der nur einen Wimpernschlag von drei Tausendsteln
hinter dem McLaren-Star über die Ziellinie fuhr.
Knappe vier Zehntel Rückstand weist hingegen der drittplatzierte Michael
Schumacher nach dem 1. Qualifying auf. Dennoch freut sich der Kerpener über
die gezeigte "Beständigkeit" mit dem neuen Wagen. "Ich
bin zufrieden. Nach diesem Start war das gesamte Team bis zuletzt motiviert
und wir haben uns voll reingehängt und sind bis an die Grenzen gegangen.
Das Ergebnis können wir hier sehen." Und auch im Rennen rechnet
Michael Schumacher damit "dabei zu sein": "Es wird nicht einfach,
aber wir haben unsere Chancen."
Dennoch liegen die beiden Spitzenreiter knappe vier Zehntel vor dem Deutschen,
weshalb Fernando Alonso betont, dass der Abstand nach hinten gut und jener
nach "nicht so riesig" sei. "Wir sind zwar Zweite, aber immer
noch konkurrenzfähig und fighten um die Pole", kündigte der
WM-Spitzenreiter an. "Wir haben heute unsere Arbeit erledigt. Imola ist
schon immer nicht die perfekte Strecke für uns gewesen, aber wir sind
deutlich besser und sehr zufrieden."
Kimi Räikkönen wäre derweil ein "größerer
Abstand noch lieber", doch hofft er dank seines verbesserten Arbeitsgeräts
auch morgen konkurrenzfähig zu sein. "Das Auto ist nicht vergleichbar
mit Bahrain. Die strecke liegt dem Wagen einfach besser. Gestern lief es bereits
gut und heute auch."
Der Rest des Feldes
Besser als es die bisherigen Trainingsleistungen erwarten ließen schnitt
Mark Webber ab, der seinen FW27 nach einer starken Qualifyingrunde auf Rang
vier, und somit noch vor dem hoch gelobten Jenson Button, stellte. Dieser
war wiederum von der roten Performance überrascht.
"Wir haben Ferrari nicht so schnell erwartet", gab JB zu Protokoll.
"Meine Runde war großartig bis zum letzten Sektor, der langsam
schien. Es wäre schön gewesen die Pole zu holen, aber zumindest
sind wir vorne dabei."
Hinter dem Briten reihte sich Jarno Trulli ein, dessen Toyota in Imola erwartungsgemäß
nicht so gut liegt wie in Malaysia und Bahrain. Sein Teamkollege Ralf Schumacher
landete sogar nur auf Platz zwölf. "Es ist relativ gut um darauf
aufzubauen", sagte er über seine Leistung. "Unser Auto ist
mit den Reifen bei viel Sprit besser. Wir tun uns hier einfach ein bisschen
schwerer."
Leichter als bei den ersten drei Rennen hatten es hingegen die Sauber-Piloten,
von denen vor allem Felipe Massa mit einem sensationellen siebten Platz zu
überzeugen wusste. Damit landete der junge Brasilianer sogar noch vor
Alex Wurz und Nick Heidfeld, der gegen Ende seiner Runde "Grip verlor",
für das Rennen aber trotzdem "ein gutes Gefühl" hat.
Alles andere als zufrieden war der elfplatzierte Rubens Barrichello, der
nach seiner enttäuschenden Runde von einer "schwierigen Balance"
sprach. Ebenfalls keine gute Runde erwischte der zweite Renault-Pilot Giancarlo
Fisichella, der nach einem Fehler mit 1,8 Sekunden Rückstand nur auf
Platz fünfzehn landete.
Quelle: Adrivo.com