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    Report: GP San Marino, 4. Lauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft 2005
    Geschrieben am Monday, 25.April 2005 um 19:14:05 CEST
    Thema: Formel 1
    Formel 1Nervenstarker Alonso sichert Michelin sechsten F1-Sieg in Folge<
    Der Kronprinz ließ dem König keine Chance: Mit einer kämpferisch imponierenden Darbietung sicherte sich Renault F1-Pilot und Michelin-Partner Fernando Alonso beim vierten Saisonlauf den dritten Sieg in Folge und seinem Team den vierten Triumph en suite.




    Auch der Reifenspezialist aus Clermont-Ferrand hatte allen Grund zum Jubeln: Nach ersten Plätzen bei den letzten beiden Grand Prix der Saison 2004 stockten die Franzosen ihre Erfolgsbilanz auf sechs Siege am Stück auf. Zugleich stellte ein wie entfesselt attackierender Michael Schumacher seine Klasse nachdrücklich unter Beweis und arbeitete sich auf der Heimstrecke der Scuderia Ferrari vom 13. Startplatz bis auf Rang zwei nach vorn. Alonso ließ sich von dem pausenlos angreifenden Weltmeister allerdings nicht beirren und hielt dem Druck des Deutschen in den letzten zwölf Rennen des Großen Preis von San Marino routiniert stand. Auf Rang drei schaffte erstmals in der laufenden Saison auch Michelin-Partner BAR-Honda mit Jenson Button den Sprung aufs Podest.

    Das Duell der Giganten wurde eine Beute des jungen Fernando Alonso: Der Renault F1- und Michelin-Pilot ließ sich auch von einem wie entfesselt fahrenden Michael Schumacher nicht ins Bockshorn jagen und verteidigte im „Autodromo Enzo e Dino Ferrari“ seine Führung mit einer taktisch ausgebufften Fahrweise bis ins Ziel. Der erst 23-jährige Spanier hatte in der zehnten von 62 Runden die Führung von Kimi Räikkönen übernommen, der nach einem furiosen Auftakt seinen McLaren-Mercedes mit einem Schaden an der Kraftübertragung vorzeitig abstellen musste.

    Den Kampf um die Pole Position bestritten zwei junge Michelin-Piloten
    Dabei hatten die beiden Heißsporne bereits im Qualifying für Aufsehen gesorgt: Lediglich drei Tausendstelsekunden trennten Räikkönen nach dem ersten Qualifying am Samstag von seinem direkten Verfolger aus dem Renault-Lager. Ein Vorsprung, den der wegen seiner Coolness auch „Iceman“ getaufte Finne am Sonntag Morgen gleich um eine halbe Sekunde ausbaute. „Am Handling meines Autos hat sich nichts verändert“, rätselte Alonso anschließend. „Ich denke, dass sich der größere Rückstand auf unterschiedliche Rennstrategien zurückführen lässt.“ Martin Whitmarsh, Geschäftsführer von McLaren-Mercedes: „Ein einzigartige Vorstellung von Kimi Räikkönen. Unsere Michelin-Pneus haben tadellos funktioniert.“

    Titelverteidiger Michael Schumacher musste sich zu diesem Zeitpunkt um die Pole Position keine Gedanken mehr machen: Der 36 Jahre alte Ferrari-Pilot - dessen roter Bolide bereits in den freien Trainingssessions deutlich konkurrenzfähiger wirkte als noch zuvor - hatte sich im zweiten Qualifying massiv verbremst, war kurz in ein Kiesbett geraten und musste sich anschließend auf Startplatz 13 einreihen. Als bester Nicht-Michelin-Pilot schaffte damit nur sein Teamkollege Rubens Barrichello den Sprung unter die schnellsten Zehn.

    Für deutlich mehr Aufsehen sorgten da die beiden BAR-Honda-Piloten Jenson Button (25) und Takuma Sato (28). Der junge Brite, der die vergangene Saison immerhin als bester Nicht-Ferrari-Mann beschlossen hatte, stellte die aufstrebende Formkurve seines Rennstalls eindeutig unter Beweis und legte in der Kumulation beider Qualifying-Sessions das drittbeste Ergebnis vor. Sato hatte am Sonntag Morgen als Fünftschnellster speziell im dritten Streckensektor eine Traumzeit vorgelegt. Nur Wiliams-BMW-Pilot Mark Webber (28) und Toyota-Speerspitze Jarno Trulli (30) konnten sich zwischen die beiden BAR-Männer schieben, womit sie ein aus Michelin-Sicht erfreuliches Resultat zementierten: Alle fünf Werkspartner des französischen Reifenspezialisten schafften mit jeweils einem Auto den Sprung unter die ersten Fünf der Startaufstellung. „Damit haben wir einmal mehr bewiesen, dass wir Rennpneus produzieren können, die auch auf einer größeren Bandbreite unterschiedlicher Formel 1-Boliden funktionieren. Zu guter Letzt kommen nur zwei unterschiedliche Reifentypen von Michelin während des Rennens zum Einsatz.“

    Der Grand Prix lieferte die Spannung, die das Qualifying versprach
    Nach dem Ausfall Raikkönens schien das Rennen bereits zur sicheren Beute des unbedrängt an der Spitze führenden Alonso zu werden - bis zur ersten Boxenstopp-Runde. Denn dort zeigte sich: Nicht nur Juan-Pablo-Montoya-Ersatzpilot Alexander Wurz im zweiten McLaren-Mercedes war mit einem besonders voll getankten Rennwagen in den Grand Prix gestartet, auch Michael Schumacher - der bis dahin hinter seinem Bruder Ralf auf Position zwölf hing - konnte seinen ersten Tankhalt besonders lang herauszögern. Mit überraschendem Ergebnis: Als der Kerpener auf die Strecke zurückkehrte, lag er vor dem langen Österreicher auf Rang drei und setzte unverzüglich zu einer furiosen Aufholjagd auf den zweitplatzierten Jenson Button an. Kurz vor der zweiten Boxenstopp-Runde ließ sich der britische BAR-Honda-Pilot überrumpeln und fiel auf Rang drei zurück.


    Fortan nahm der siebenfache Weltmeister Fernando Alonso ins Visier. Zwölf Runden vor Schluss hatte der Ferrari-Pilot auf den Renault R25 aufgeschlossen. Einen Weg vorbei fand er indes nicht: „Das war der härteste Positionskampf meiner bisherigen Rennfahrer-Karriere“, freute sich das Nachwuchstalent aus Oviedo über den Vorsprung von lediglich 0,2 Sekunden, den er über die Ziellinie tragen konnte. „Aber mein Auto lief perfekt, und auch meine Michelin-Pneus zeigten keine Schwäche. In den langsamen Kurven musste ich immer wieder Geschwindigkeit herausnehmen, um beim Herausbeschleunigen nicht überrascht zu werden - zugleich half mir diese Taktik, nicht noch kurz vor dem Ziel auf zwei zur Überrundung anstehende Fahrer aufzuschließen.“

    Michelin-Partner Fernando Alonso baut Führung in Fahrer-Wertung weiter aus
    Nach seinem dritten Grand Prix-Sieg in Folge reist Alonso nun als souveräner Tabellenführer zu seinem Heimrennen in Barcelona: Mit 36 WM-Punkten besitzt er einen bereits deutlichen Vorsprung von 18 Zählern auf seinen nächsten Verfolger, Toyota- und Michelin-Pilot Jarno Trulli. Der japanische Werksrennstall aus Köln konnte in Imola nicht an die Erfolgssträhne der ersten drei Saisonrennen anschließen, sammelte aber mit Rang sieben und acht für Trulli und Ralf Schumacher drei weitere Punkte - sofern der Deutsche aufgrund einer Entscheidung der Sportkommissare wegen „gefährlichen Fahrens in der Boxengasse“ nicht 25 Strafsekunden erhält und damit aus den Punkterängen herausfällt.

    Deutlich besser in Szene setzten sich die BAR-Honda-Piloten Jenson Button auf Rang drei und Takuma Sato mit Platz fünf. „Mein Rennwagen hat sich angefühlt wie ein komplett neues Auto“, strahlte der Brite im Ziel. Ebenfalls Grund zur Freude hatte Alex Wurz: Bei seinem ersten Grand Prix-Einsatz seit der Saison 2000 verfehlte der ehemalige BMX-Weltmeister und heutiger Testpilot von McLaren-Mercedes den Sprung aufs Podest als Viertplatzierter nur knapp. Und noch ein Pilot feierte ein überraschendes Comeback: Jacques Villeneuve. Der Weltmeister von 1997 unterstrich nach einem bärenstarken Start, bei dem er sich gleich um vier Positionen verbessern konnte, mit dem sechsten Rang sein fahrerisches Vermögen. Ohne zählbaren Erfolg mussten die beiden BMW-Williams-Piloten Nick Heidfeld (Rang neun) und Mark Webber (Platz zehn) den Heimweg antreten - es sein denn, dem Protest von Toyota gegen die Strafe für Ralf Schumacher wird nicht stattgegeben.


    F1 GP San Marino, Imola - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke

    F1 GP Bahrain 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke
    F1 GP Malaysia 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke
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