Es war schwer zu übersehen, wo bei Sepp Schrott und Wilhelm Hawle diesmal
die Prioritäten gelegen sind: Ankommen um jeden Preis! Der sportliche
Ehrgeiz hatte diesmal Pause. Wenn man weiß, wie die Triestingtal-Rallyes
der vergangenen beiden Jahre für das Bäcker-Team ausgegangen sind,
begreift man diese Haltung nur zu gut. Neuerlicher Schrott, das hätte
dem Selbstvertrauen und auch dem Rallye-Budget sehr, sehr geschadet.

Daher blieben auch Attacken à la Waldviertel 2006 oder Eurostroj-Tisnov,
wo das JS-Rallyeteam beide Male einen ziemlich starken Auftritt hatte, diesmal
aus, und zwar vom Anfang bis zum Schluß. Dafür konnte die volle
Rallye dafür genützt werden, um den Ford Sierra Cosworth 4x4 und
dessen Eigenheiten ganz genau kennenzulernen.
Schon auf den ersten Prüfungen zeichnete sich ab, daß die Spitze
für Sepp Schrott und Willi Hawle diesmal in weiter Ferne liegen würde,
der Ford Sierra bewegte sich auch optisch eher verhalten über die Pisten.
Dies könnte auch teilweise auf die Technik zurückzuführen sein:
Das Auto hat zwar 300 PS, aber die helfen bei einer serienmäßigen
Getriebeübersetzung relativ wenig. Und so erinnerte das äußerlich
betont rasant wirkende Auto vor allem in der Beschleunigung eher an ein altes
Taxi als an einen kraftvollen Berg-Renner, der es ursprünglich war.

Und so blieb die Rallye von Sepp Schrott und Willi Hawle diesmal eher ereignislos,
ohne große Höhepunkte, aber – und das ist das Erfreuliche
– auch ohne gröbere Tiefpunkte. Von denen hatten sie ja im vergangenen
Jahr einige „genossen“. Eine achtschnellste Zeit in der Gruppe
H13 auf der achten Prüfung blieb noch das herausragendste SP-Ergebnis,
man muß natürlich auch die starke Konkurrenz in der Klasse berücksichtigen:
Selbst dynamische Jungspatzen wie Severin Katzensteiner hatten hier schwer
zu raufen. Diese Rallye als Testeinsatz abzuhaken, ohne definierte sportliche
Ziele, war aus der Sicht des JS-Rallyeteams sicher das Vernünftigste.
Bis auf einen fehlenden zweiten Gang ganz am Ende gab es dafür auch keine
Schwierigkeiten.

So blieb auch für das Endergebnis nur mehr die Möglichkeit für
einen Platz im mittleren Feld, was aber für dieses Mal, wie erwähnt,
eine untergeordnete Bedeutung hatte. Es wird sicher nicht bei diesem Stand
bleiben, und unter Umständen lassen sich auch technisch noch ein paar
Reserven freilegen. Es muß nicht immer eine Top-Platzierung sein, aber
manchmal muß man sich eben mit einem schwächeren Ergebnis begnügen,
um sich für künftige Rallyes die Grundlage für erhöhte
Wettbewerbsfähigkeit zu erarbeiten.
In diesem Sinne: Die Saison ist noch lang – möglicherweise sind
Sepp Schrott und Willi Hawle schon bei der Jacques Lemans-Althofen-Kärnten-Rallye
am 17. Mai wieder wie früher vorne dabei.
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