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    Vorschau: Michelin - GPSpanien - 5. Lauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft
    Geschrieben am Tuesday, 03.May 2005 um 00:15:39 CEST
    Thema: Formel 1
    Formel 1Neuer Asphalt, bekannt große Herausforderungen
    Beim fünften Grand Prix der Saison steht der in diesem Jahr ungeschlagene Reifenhersteller Michelin vor seiner bisher größten Bewährungsprobe:




    Der „Circuit de Catalunya“ gilt nicht nur als der anspruchsvollste Kurs für die Aerodynamik der Boliden, sondern fordert vor allem den Reifen mehr ab als jede andere Grand Prix-Strecke. Durch die neue Asphaltschicht sind die Karten zudem völlig neu gemischt. Doch der bisherige Seriensieger Michelin ist gerüstet: Gemeinsam mit ihren Partner-Teams, die bislang zehn von möglichen zwölf Podestplätzen holten, peilen die Franzosen in Katalonien einen weiteren Sieg an.



    Bekanntes, unbekanntes Barcelona: Ausgerechnet jene Strecke, die die Grand Prix-Teams von ihren zahllosen Testfahrten am besten kennen, hält für die Techniker der Formel 1 die größten Rätsel bereit. Die einzigartige Charakteristik mit einer Vielzahl extrem lang gezogener schneller Kurven stellt die höchsten Anforderungen aller Grand Prix-Kurse an die Aerodynamik. Und da Abtrieb und aerodynamische Effizienz in der heutigen Formel 1 als entscheidender Erfolgsfaktor gelten, wird auch klar, warum dieser Kurs die beliebteste Teststrecke ist. Was ein Auto taugt, zeigt sich hier meist nach dem ersten Herausfahren aus der Box.

    Neben typischen Passagen wie die Abfolge der Rechtsbögen „Renault“ und „Repsol“ besitzt der „Circuit de Catalunya“ bei Montmeló auch zwei lange Geraden. Die anspruchsvolle Streckenführung führt zu ungewöhnlichen Set-up-Kompromissen: Da vor beiden Geraden jeweils eine schnelle Kurve liegt, setzen die Teams auf eine Aerodynamik-Konfiguration mit hohem Abtrieb. Der Grund: Die Höchstgeschwindigkeit hängt nicht vom geringen Luftwiderstand durch eine flache Flügelstellung ab, sondern davon, wie gut ein Auto in den schnellen Ecken liegt und wie gut es aus ihnen heraus beschleunigt. Leider macht diese Charakteristik das Überholen fast unmöglich, daA? in den schnellen Kurven niemand nah genug an seinen Vordermann herankommt, um ein erfolgsversprechendes Manöver einzuleiten.

    Die Straßenlage der Autos - so eine Erkenntnis aus den zahllosen Testfahrten - hat sich durch die Neuasphaltierung im Winter und den Umbau einer Kurve verbessert. Mit dem neuen Belag verschwand unter anderem eine große Bodenwelle auf der Zielgeraden sowie das wellige Profil von Turn 10.

    Der Große Preis von Spanien aus der Sicht von Michelin
    Der wichtigste Parameter, der mehr als alles andere über die Leistung der Autos entscheidet, ist der Umgang mit den Pneus. Nach der Neuasphaltierung müssen auch die Michelin-Techniker teilweise umdenken: „Bei unseren Testfahrten haben wir festgestellt, dass die Fahrbahnoberfläche nicht mehr so verschleißintensiv ist wie zuvor“, stellt Michelin Motorsport-Direktor Pierre Dupasquier fest. „Wir haben deswegen eine Reihe neuer, weicherer Mischungen ausprobiert und viele neue Ideen umgesetzt.“



    An der Herausforderung durch die lang gezogenen Kurven hat sich dagegen nichts geändert. Die Reifenenergie - vereinfacht gesagt die Arbeit, die ein Pneu leisten muss - liegt nach wie vor äußerst hoch. Dies verstärkt den Verschleiß speziell der vorderen Pneus. Da es sich überwiegend um Rechtskurven handelt, wird vornehmlich der linke Vorderreifen ausnehmend stark belastet. „Die harte mechanische Beanspruchung wird zusätzlich erhöht durch das hohe Abtriebsniveau, das die Teams verwenden“, so Dupasquier. Der französische Reifenspezialist stellt jedem Partner-Team zwei Ingenieure zur Seite. Diese werden in Zusammenarbeit mit den Renningenieuren der Teams daran arbeiten, ein gleichermaßen „schnelles“ wie Reifen schonendes Set-up zu erarA?beiten - etwa durch geringere Sturzwerte.

    Das jüngste Erstarken von Hauptgegner Ferrari schreckt die Michelin-Partner nicht: „Die Scuderia war in Imola derart überlegen, dass sich das nicht allein auf das Auto zurückführen lässt - auch wenn das vielleicht paradox klingt“, erläutert Pat Symonds, Chefingenieur von Renault F1. „Die Kombination aus Reifen und Auto passte bei Ferrari einfach optimal zur Strecke und zu den Bedingungen an diesem Tag. In Barcelona kann die Sache wieder ganz anders aussehen.“

    Das erwarten die Michelin-Partner
    Ähnlich sieht es Renault F1-Pilot Fernando Alonso, der der an diesem Wochenende als erster Spanier seinen Heim-Grand Prix gewinnen kann. „Renault und Michelin haben in dieser Saison vier von vier Rennen für sich entschieden. Ich gehe davon aus, dass wir erneut um den Sieg fahren werden.“

    Toyota will den Ärger über die umstrittene 25-Sekunden-Strafe für Ralf Schumacher in Imola in positive Energie umsetzen. „Selbst in Imola, unserer klassischen Problemstrecke, waren wir schnell. Wir wollen nun bei jedem Rennen um WM-Punkte kämpfen“, betont Mike Gascoyne, Technischer Direktor des Michelin-Partnerteams. „Mit beiden Autos unter die ersten Acht zu fahren, ist unser Minimalziel in Spanien.“

    McLaren-Mercedes hat nach der Pole Position und Kimi Räikkönens Führungskilometern in Imola definitiv eine Rechnung offen. „Kimi hat einen fantastischen Job gemacht. Sein Vorsprung auf den späteren Sieger Alonso war recht komfortabel, als seine Antriebswelle brach“, fasst Teamchef Ron Dennis zusammen. Klar, dass die Silbernen in Barcelona den verpassten ersten Saisonsieg nachholen wollen.

    Sam Michael, Technischer Direktor bei BMW WilliamsF1, hofft, dass sein Team durch die Partnerschaft mit Michelin auf die Siegerstraße zurückkehren kann. „Beim Test A?in Silverstone haben wir auf trockener und auf nasser Strecke Fortschritte bei der Abstimmung und bei den Reifen erzielt“, so der Australier. „In Barcelona stellt uns Michelin zwei gute Reifenmischungen zur Verfügung. Zusammen mit Modifikationen an der Front des FW27 sollte uns das zu besseren Startplätzen verhelfen.“

    Red Bull Racing brachte in Imola erneut beide Autos ins Ziel. Die Erwartungen des britisch-österreichischen Teams liegen nach dem starken Saisonauftakt allerdings weit höher. Speziell Vitantonio Liuzzi brennt auf seine zweite Chance im blauen Renner. „Es fühlt sich großartig an, Rennen zu absolvieren. Ich kann Barcelona kaum erwarten“, verkündet der Italiener.

    Der jüngste Michelin-Partner Sauber sieht im Reifenverschleiß den Schlüsselfaktor. „Wir haben ein neues Aerodynamik-Paket dabei und konnten unsere Traktionskontrolle und die mechanische Abstimmung weiter verfeinern“, so Willy Rampf, Technischer Direktor der Schweizer. „Ich denke daher, dass wir an diesem Wochenende in guter Form sein werden.“

    Abseits der Strecke befasst sich BAR-Honda mit der bevorstehenden FIA-Anhörung wegen des Streits um das Mindestgewicht der Boliden - am Wochenende konzentriert sich die Mannschaft aus Brackley aber voll auf ein anderes Ziel: den überfälligen ersten Sieg des Teams zu erzielen. „Nach unserem Test in Barcelona Anfang April halte ich den Streckenrekord - so wie zuvor mein Teamkollege Takuma Sato. Und ich habe die Strecke schon immer gemocht", erklärt Jenson Button, warum dieser Traum alles andere als unrealistisch ist.


    Rückblick: So lief der Große Preis von Spanien 2004
    Die Ferrari-Dominanz setzte sich auch beim fünften Lauf zur Formel 1-WM 2004 fort: Hinter Michael Schumacher und dessen Teamkollegen Rubens Barrichello fuhr Renault F1- und Michelin-Pilot Jarno Trulli auf den dritten Rang. Mit Fernando Alonso, TaA?kuma Sato und Ralf Schumacher auf den Plätzen vier, fünf und sechs sicherten sich weitere Partner des französischen Reifenspezialisten WM-Punkte. Mit einem wahren Blitzstart war Trulli von der vierten Startposition aus an die Spitze des Feldes gestürmt, die er bis zu seinem ersten Reifenwechsel in der neunten Runde souverän vor Michael Schumacher im Ferrari verteidigen konnte. Doch als der Kerpener - der noch für zwei weitere Runden Treibstoff im Tank hatte - seinerseits nach dem ersten Boxenstopp auf die Piste zurückkehrte, lag er vor Trulli. Damit war eine der wichtigsten Vorentscheidungen im Kampf um den Sieg gefallen: Schumacher ließ sich auch von seinem Teamkollegen Rubens Barrichello - der auf eine Zweistopp-Taktik gesetzt hatte - nicht mehr irritieren und sicherte sich den fünften Sieg im fünften Rennen der Saison.
    Kommentar

    Ralf Schumacher (Toyota F1) :
    Strapaziös für den linken Vorderreifen
    „Barcelona ist mit einer Kombination aus schnellen und langsamen Kurven eine interessante und anspruchsvolle Strecke. Die Reifenwahl kann dort problematisch sein. Der Circuit de Catalunya strapaziert den linken Vorderreifen besonders stark. Ansonsten gibt es auf dieser Strecke bezüglich der Pneus keine außergewöhnlichen Aspekte - zumal wir hier bei den Wintertests viele Erfahrungswerte sammeln konnten.“


    Statistisches
    Großer Preis von Spanien, Circuit de Catalunya, Barcelona,
    5. Lauf zur FIA-Formel 1-Weltmeisterschaft 2005 (8. Mai 2005);
    Renndistanz: 66 Runden à 4,627 km = 305,382 km.
    Text / Fotos: © Bilder: Michelin / dppi


    F1 GP Spanien 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke

    F1 GP San Marino 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke
    F1 GP Bahrain 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke
    F1 GP Malaysia 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke
    Übersicht aller Rennstrecken


     
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