Tabellenführer Fernando Alonso im Renault R25 baute seinen Vorsprung
in der Fahrerwertung durch einen zweiten Rang weiter aus, während Reifenspezialist
Michelin auch im fünften Saisonrennen Sieg und Pole Position für
sich reklamieren konnte. Auf dem „Circuit de Catalunya“ rollten
die acht Erstplatzierten und damit alle Fahrer in den WM-Punkten auf Rennreifen
aus Clermont-Ferrand. Titelverteidiger Michael Schumacher stellte seinen Ferrari
nach zwei Reifenschäden vorzeitig in der Box ab.
Die Erfolgsstory geht weiter: Mit einem nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg
errang McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen beim Großen Preis
von Spanien den dritten Formel 1-Erfolg seiner Karriere. Auf dem „Circuit
de Catalunya“ ließ der 25-jährige Finne seinem ärgsten
Verfolger - Fernando Alonso im Renault R25 - keine Chance und gab seine Führung
noch nicht einmal während seiner beiden Boxenstopps auf. Nach drei Siegen
durfte Alonso vor eigenem Publikum den zweiten Rang bejubeln, während
mit Toyota-Pilot Jarno Trulli einem weiteren Michelin-Partner der Sprung aufs
Podest gelang. Für den Reifenspezialisten aus Clermont-Ferrand war es
der siebte Formel 1-Erfolg am Stück und der fünfte Grand Prix-Sieg
beim fünften Saisonlauf.
Französische Rennpneus auch im Zeittraining weiter ungeschlagen
Schon die beiden Qualifying-Sitzungen gerieten für Michelin zu einer
eindrucksvollen Demonstration der eigenen technologischen Kompetenz. Am Samstag
war es Toyota-Pilot Jarno Trulli, der mit 1.14,795 Minuten die schnellste
Rundenzeit vorlegte und dabei den Renault R25 des aktuellen Tabellenführers
Fernando Alonso um die Winzigkeit von 16 Tausendstelsekunden auf den zweiten
Rang verwies. Mit Kimi Räikkönen im schnellsten McLaren-Mercedes,
Ralf Schumacher im zweiten Toyota und den beiden BMW WilliamsF1-Piloten Nick
Heidfeld und Mark Webber schafften weitere Michelin-Partner den Sprung unter
die besten Sechs, während sich Titelverteidiger Michael Schumacher im
Ferrari mit Rang sieben begnügen musste.

Ein Bild, das sich beim abschließenden Qualifying am Sonntagmorgen
wiederholte. Dieses Mal war es Silberpfeil-Dompteur Kimi Räikkönen,
der sich im Renntrimm die Bestzeit und damit auch die Pole Position sicherte
- nach Imola seine zweite in Folge und für Michelin die fünfte Trainingsbestzeit
im fünften Grand Prix des Jahres. Mark Webber als Zweitschnellster schaffte
mit diesem Ergebnis erstmals den Sprung in die erste Startreihe, während
sich Fernando Alonso und Ralf Schumacher die Plätze drei und vier sicherten
- gefolgt von Jarno Trulli, Giancarlo Fisichella im zweiten Renault R25 und
Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer kletterte nach zwei verletzungsbedingt
ausgelassenen Formel 1-Rennen in Barcelona erstmals wieder in den McLaren-Mercedes.
Ferrari-Pilot Michael Schumacher drehte nur die achtschnellste Runde, was
ihm denn auch Startplatz acht einbrachte.

„Dies ist ein exzellentes Ergebnis für uns“, freute sich
Michelin-Motorsportdirektor Pierre Dupasquier. „Gleich mehrere unserer
Partner-Teams scheinen hier in Barcelona ein Wörtchen um den Sieg mitreden
zu können. Unsere Rennpneus besitzen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil,
dies kommt angesichts dieses Ergebnisses klar zum Vorschein.“

Michelin-Partner Kimi Räikkönen übernimmt souverän
die Kontrolle
Im Rennen war es denn auch Räikkönen, der den Start klar für
sich entschied und auch nach der anfänglichen Safety-Car-Phase - ausgelöst
durch die stehengebliebenen Minardi von Patrick Friesacher und Christijan
Albers - sofort die Führung übernahm. Mit Riesenschritten setzte
sich der Finne gleich in den ersten Runden von seinem Verfolger Alonso ab,
während Mark Webber sich noch hinter dem Toyota-Piloten Ralf Schumacher
auf Rang vier einreihen musste. Die weiteren Platzierungen: Auf Platz fünf
folgte Jarno Trulli vor Giancarlo Fisichella und Juan Pablo Montoya, der sich
sogar trotz eines spektakulären Drehers vor Vorjahressieger Michael Schumacher
behaupten konnte. Der Kerpener geriet ab Runde zehn sogar unter den Druck
von David Coulthard im Michelin-bereiften Red Bull Racing-Boliden.
Während der McLaren-Mercedes-Youngster sich um gut eine Sekunde pro
Runde von seinen Verfolgern absetzen konnte, kam Alonso ab dem 20. Umlauf
immer stärker unter Druck von Ralf Schumacher. Doch der 29-jährige
Deutsche musste in Runde 24 an die Box, einen Turn später kehrte auch
der Führende zum Nachtanken ein - und konnte seinen Platz an der Spitze
behaupten. Als Alonso in Runde 27 seinen Renault R25 an die Box lenkte, musste
er entsprechend wenig Treibstoff nachfüllen und bog vor den beiden Toyota
von Trulli und Ralf Schumacher wieder auf die Piste ein. Doch die Überraschung
des ersten Boxenstopp-Reigens gelang Giancarlo Fisichella und Michael Schumacher:
Beide fragten extrem spät bei ihren Mechanikern um neuen Sprit nach -
der 32 Jahre alte Italiener rutschte dadurch noch vor seinen Teamkollegen
Alonso auf den zweiten Rang vor, Schumacher gelang der Sprung vom achten auf
den vierten Platz.

Die mutige Rennstrategie wurde nicht belohnt
Eine clevere Taktik, die sich jedoch für beide nicht auszahlen sollte:
Fisichella beschädigte sich beim Versuch, den zweiten Ferrari mit Rubens
Barrichello am Steuer zu überholen, den Frontflügel und fiel auf
Platz neun zurück. Bis zum Rennende kämpfte er sich noch auf Rang
fünf wieder vor. Als wollte er beweisen, was möglich gewesen wäre,
drehte der Römer im 66. und letzten Umlauf sogar noch die schnellste
Rennrunde. Schumacher musste in Runde 44 außerplanmäßig an
die Box, um den hinteren linken Reifen wechseln zu lassen - und rutschte zwei
Umläufe später mit einem defekten Pneu vorne links von der Strecke.
Der Titelverteidiger gab auf.

Die neue alte Reihenfolge lautete damit: Kimi Räikkönen vor Fernando
Alonso, Jarno Trulli und Ralf Schumacher - eine Abfolge, die sich bis ins
Ziel auch nicht mehr ändern sollte. „Ich habe bis zum ersten Boxenstopp
stark gepusht, danach war mein Vorsprung groß genug, dass ich mir den
Rest des Rennens einteilen konnte“, fasste Räikkönen zusammen.
„Die Reifen haben gut gehalten - sie waren während des gesamten
Wochenendes hier in Barcelona perfekt.“ Mercedes-Sportdirektor Norbert
Haug ergänzte: „Unser Auto geht besonders schonend mit den Michelin-Pneus
um, das hat sich hier für uns ausgezahlt.“
Der Tabellenführer hielt sich mit Blick auf das Saisonziel zurück
Während der junge Skandinavier seinen ersten Saisonsieg bejubelte, freute
sich Alonso vor eigenem Publikum über acht weitere WM-Zähler auf
dem Weg zu seinem großen Ziel - den ersten Fahrer-Titel. „Wir
sind absolut zuversichtlich, dass wir auch weiterhin Rennen gewinnen können“,
so der erst 23 Jahre alte Asturier zuversichtlich. Auch sein Renault F1-Team
konnte die Führung in der Markenwertung ausbauen: Die Mannschaft von
Flavio Briatore führt nun mit 58 Punkten vor Toyota (40), McLaren-Mercedes
(37) und BMW WilliamsF1 (21). Damit vertrauen die vier Erstplatzierten der
aktuellen Konstrukteurs-WM auf Rennpneus von Michelin.

Statistisches
Großer Preis von Spanien, Circuit de Catalunya, Barcelona,
5. Lauf zur FIA-Formel 1-Weltmeisterschaft 2005 (8. Mai 2005);
Renndistanz: 66 Runden à 4,627 km = 305,382 km.
Bilder: Michelin / dppi
F1 GP San Marino 2005 - Ergebnisse
- Meldungsübersicht - Strecke
F1 GP Bahrain 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht
- Strecke
F1 GP Malaysia 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht
- Strecke
Übersicht aller Rennstrecken