Kia hat den Sportage zum Modelljahr 2009 optisch etwas aufgefrischt. Ein
neuer Kühlergrill, andere Frontscheinwerfer, geänderte Radhäuser
und unten schwarz abgesetzte modifizierte Stoßfänger sowie serienmäßige
Leichtmetallfelgen verleihen dem Kompakt-SUV einen dynamischeren Auftritt.
Die beiden neuen Auspuffendrohre links und rechts in Form eines Trapezes stehen
dem Wagen ebenfalls ausgezeichnet. Beim von uns gefahrenen 2.0 CRDi wurde
außerdem die Leistung von bisher 103 kW/140 PS auf 110 kW/150 PS angehobenen,
die bereits 200 Umdrehungen in der Minute eher zur Verfügung stehen.
Kia Sportage
Foto: Auto-Reporter/Kia
Das Armaturenbrett wirkt gediegen. Das Hartplastik zeichnet sich optisch
durch Softtouch-Anmutung aus. Die beiden Getränkehalter in der Mittelkonsole
nehmen lobenswerterweise auch handelsübliche 0,7-Liter-Flaschen auf.
Der gepolsterte Deckel des Ablagefachs zwischen den beiden Vordersitzen ist
leider etwas zu kurz und schräg geraten, um dem Fahrer als Armlehne dienen
zu können. Der mächtige Haltegriff über dem Handschuhfach auf
der Beifahrerseite dürfte allen Offroad-Qualitäten des Kia zum Trotz
wohl eher in die Kategorie „Show“ fallen, sieht aber trotzdem
gut aus. Etwas eigensinnig ist, dass sich die beiden mittleren Lüftungsausströmer
nicht separat schließen lassen.
Kia Sportage
Foto: Auto-Reporter/Kia
Die geänderte Mittelkonsole beherbergt jetzt serienmäßig
eine CD-Anlage mit sechs Lautsprechern sowie AUX- und USB-Anschluss. Für
mehr Komfort sorgen zudem Vordersitze mit breiteren Sitzflächen und Lehnen.
Das Lenkrad erhielt einen dickeren Kranz und liegt besser in der Hand. Zudem
dürfen sich Familien mit Kleinkindern über einen zum neuen Modelljahr
abschaltbaren Beifahrerairbag freuen.
Auch wenn sie nicht unbedingt so aussehen, die Vordersitze bieten guten Seitenhalt.
Die großzügige Beinauflage spricht ebenfalls dafür, dass das
koreanische SUV vor allem auch auf europäische Kunden zielt. Die Platzverhältnisse
sind auch in der zweiten Reihe mit neigungsverstellbaren Rückenlehnen
mehr als ausreichend. Die im Verhältnis 60:40 geteilte Rücksitzbank
lässt sich mit einem Handgriff flachlegen, wobei die Sitzflächen
nach unten absinken und eine 1,64 Meter lange ebene Ladefläche entsteht.
Einfacher geht es nicht.
Kia Sportage
Foto: Auto-Reporter/Kia
Von außen gibt sich der Sportage 2.0 CRDi vor allem in kaltem Zustand
und bei niedrigen Drehzahlen akustisch klar als Selbstzünder zu erkennen,
aber die Passagiere selbst bekommen davon so gut wie nichts mit. Die Dämmung
des Innenraums darf als vorbildlich gelten und trägt mit dazu bei, dass
auf Autobahnen gerne hohe Reisegeschwindigkeiten gefahren werden. Die Geschwindigkeitsregelanlage
ist einfach zu bedienen, aber ein wenig träge im Ansprechverhalten. Die
Sicht nach hinten ist wegen der relativ breiten C- und D-Säulen sowie
des entsprechend kleinen dritten Seitenfensters ein wenig eingeschränkt,
dennoch lässt sich der 4,35 Meter lange Sportage relativ gut rangieren.
Kia Sportage
Foto: Auto-Reporter/Kia
Nach einer kurzen Anfahrschwäche zieht der Zwei-Liter-Turbodiesel ab
etwa 1400 Umdrehungen gleichmäßig hoch. Das 6-Gang-Getriebe hält
die Trinksitten des Sportage in Grenzen. Bei forscherer Fahrweise kamen wir
im Test auf einen Durchschnittsverbrauch von 9,7 Litern pro 100 Kilometer,
bei Landstraßenfahrt zeigte der Bordcomputer aber deutlich über
zwei Liter weniger an und ließ sich damit problemlos im Normbereich
bewegen. Die Lenkung arbeitet exakt und spricht sehr direkt an. Die Schaltung
hingegen wünscht man sich deutlich weicher und vor allem beim 3. und
5. Gang ein Stück präziser. Der Allradantrieb verleiht dem Kia ein
spürbares Plus an Fahrdynamik. Bei normalen Straßenverhältnissen
werden nur die Vorderräder angetrieben. Das spart Kraftstoff. Sofern
nötig, werden bei Bedarf aber auch bis zu 50 Prozent der Motorkraft an
die Hinterräder geschickt. Für den Geländeeinsatz lässt
sich das Drehmoment zudem bis zu einer Geschwindigkeit von 35 km/h je zur
Hälfte auf Vorder- und Hinterachse aufteilen.
Das Fahrwerk des Sportage ist erfreulich straff abgestimmt. Das Vergnügen
trüben allerdings bei Nässe die relativ schlecht greifenden Serienreifen
der Marke Kumho. Da muss das zuverlässig arbeitende ESP mit Traktionskontrolle
hin und wieder den Kia im Zaum halten.
Kia Sportage
Foto: Auto-Reporter/Kia
Wer meint, alles werde immer teurer, darf sich von Kia eines Besseren belehren
lassen. Trotz höherer Leistung und mehr Komfort kostet der überarbeitete
Sportage 2.0 CRDi in der EX-Topausstattung erstaunlicherweise 1495 Euro weniger
als bisher. Konkurrenzlos bleiben zudem die sieben Jahre Garantie bis maximal
150 000 Kilometer. (Auto-Reporter.net/jri)
Daten: Kia Sportage 2.0 CRDi 4WD EX
Länge x Breite x Höhe: 4,35 m x 1,80 m x 1,73 m
Motor (Bauart, Hubraum): Vierzylinder-Turbodiesel, 1991 ccm
Max. Leistung: 110 kW/150 PS bei 3800 U/min
Max. Drehmoment: 305 Nm bei 1800 - 2500 U/min
Verbrauch NEFZ im Mittel: 7,1 l
CO2-Emission: 143 g/km
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 12 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h
Leergewicht/Zuladung: 1760 - 1842 kg/max. 500 kg
Kofferraum: 332 - 1411 Liter
Anhängelast: 1800 kg
Wendekreis: 11,6 m
Preis: 27 240 Euro