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    Report: Großer Preis von Monaco, 6. Lauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft 2005
    Geschrieben am Wednesday, 25.May 2005 um 07:35:25 CEST
    Thema: Formel 1
    Formel 1Monaco-Podium fest in der Hand von Michelin
    Der „Iceman“ behielt in einem turbulenten Grand Prix von Monaco die Nerven: Nach seinem Erfolg beim Großen Preis von Spanien vor zwei Wochen triumphierte McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen auch auf dem Straßenkurs von Monte Carlo.




    Der finnische Michelin-Partner erwies sich über das gesamte Wochenende als der dominierende Mann und feierte in den Straßenschluchten des monegassischen Fürstentums von der Pole Position aus einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Hinter ihm sorgte das Fahrerduo des Michelin-Partners BMW-WilliamsF1 – Nick Heidfeld und Mark Webber – mit den Rängen zwei und drei dafür, dass sich das Siegerpodest auch beim sechsten von 19 Saisonläufen fest in der Hand des Bibendums befand. Mit Fernando Alonso, Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher auf den Plätzen vier bis sechs fuhren drei weitere Partner des französischen Reifenherstellers in die Punkteränge.

    Mit seinem zweiten Saisonsieg in Folge erweist sich Michelin-Pilot Kimi Räikkönen derzeit als der Mann der Stunde in der Formel 1: Vor allem die scheinbare Leichtigkeit, mit der der junge Finne dem sechsten WM-Lauf seinen Stempel aufdrückte, untermauert diesen Eindruck. Mit nun 27 Punkten verbesserte sich der McLaren-Fahrer auf den zweiten Rang der Fahrerwertung. Zuleich konnte er den Rückstand auf den ebenfalls auf Michelin vertrauenden Spitzenreiter Fernando Alonso, der den Grand Prix von Monaco auf Rang vier beendete, auf 22 Zähler verkürzen. In der Konstrukteurswertung verringerte sich der Vorsprung von Alonsos Arbeitgeber Renault auf zwölf Punkte gegenüber den „Silberpfeilen“.

    Mitreißender Zweikampf zwischen Räikkönen und Alonso im Qualifying
    Bereits während den beiden Durchgänge des Qualifikationstrainings begeisterten die beiden „jungen Wilden“ die Fans: In der ersten Qualifying-Session sicherte sich Räikkönen am Samstagnachmittag die vorläufige Pole Position und schenkte seinem Widersacher dabei rund 0,5 Sekunden ein. Der spanische Renault F1-Pilot ließ sich von diesem Rückstand jedoch in keiner Weise beeindrucken, schlug am Sonntagvormittag zurück und brannte seinerseits die schnellste Runde der Sitzung in den Asphalt. Schließlich behielt Räikkönen aber mit der Winzigkeit von 0,083 Sekunden die Nase seines McLaren MP4/20 vorn und genoss damit auf dem winkligen Straßenkurs in Monte Carlo – der bekanntermaßen so gut wie keine Überholmöglichkeiten bietet – zum dritten Mal in Folge den Vorteil der besten Startposition.


    Und daraus schlug er Nutzen: Nach dem Erlöschen der Startampel gewann der McLaren-Pilot den Sprint zu ersten Kurve und nahm somit als erster die Auffahrt zum Casino in Angriff. Direkt in seinem Windschatten folgte Alonso vor seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella. „Fisico“ profitierte dabei von Mark Webbers Missgeschick, der sich mit seinem Williams-BMW FW 26 nur schlecht vom dritten Startplatz löste und auch noch Toyota-Fahrer Jarno Trulli passieren lassen musste. Auch Nick Heidfeld wollte in der Startphase an seinem Teamkollegen Webber vorbeiziehen, musste sich aber zunächst noch hinter dem Australier einordnen. In der Folgezeit legte der führende Räikkönen ein Tempo vor, das nur die beiden Renault-Piloten mitgehen konnten. Runde für Runde setzte sich das Führungs-Trio somit immer weiter vom Rest des Feldes ab.

    Die vielleicht rennentscheidende Szene ereignete sich in Runde 24: Nach einem Dreher von Christian Albers ausgangs der Mirabeau-Kurve kam es zu einer Kollision, in der neben Red Bull-Pilot David Coulthard und dem amtierenden Weltmeister Michael Schumacher auch die beiden Sauber involviert waren. Die folgende Safety Car-Phase nutzte die Vielzahl der Fahrer zu einem Boxenbesuch – so auch die beiden Renault-Fahrer und das Williams-Duo. Von den Führenden blieb lediglich Räikkönen auf der Strecke. „Eigentlich wollte ich auch hereinkommen“, erklärte der Finne nach der Zieldurchfahrt. „Aber die Situation war etwas unklar. Erst als ich die Boxeneinfahrt passiert hatte, erfuhr ich, dass das Safety Car definitiv kommt wird. Da war es zu spät.“ Dieses „Missgeschick“ sollte sich allerdings als Vorteil erweisen: Während seine Kontrahenten durch ihre Stopps Positionen einbüßten und sich im dichten Verkehr wiederfanden, blickte Räikkönen – nachdem das Rennen wieder freigegeben war – auf eine freie Strecke vor sich.


    Ein Luxus, den er sichtlich genoss: Mit konstant schnellen Rundenzeiten legte der Finne in seinem Michelin-bereiften McLaren-Mercedes derart viel Abstand zwischen sich und seine Verfolger, dass er auch nach seinem einzigen Boxenstopp in der 42 Runde als Führender auf die Strecke zurückkehrte. Räikkönen konnte sich anschließend darauf beschränken, seinen Vorsprung bis ins Ziel zu verwalten – ohne dabei ans Limit gehen zu müssen. Dabei profitierte er zusätzlich von der Tatsache, dass Alonso auf Rang zwei mehr und mehr mit stumpfen Waffen kämpfte: Aufgrund eines offensichtlich nicht perfekten Set-ups litt sein Renault R25 – ebenso wie der seines Teamkollegen Fisichella – mit zunehmender Renndauer unter zu hohem Reifenverschleiß, was sich unter anderem in nachlassendem Grip und schlechter Traktion auswirkte.


    Williams-Duo stürmt mit Macht auf das Podium
    Die beiden Renault-Fahrer umrundeten den 3,340 Kilometer langen Stadtkurs im letzten Renndrittel deshalb zum Teil um drei bis vier Sekunden langsamer als die ebenfalls Michelin-bereifte Konkurrenz. Logische Konsequenz: Mark Webber und Nick Heidfeld schlossen innerhalb kürzester Zeit auf Alonso auf. Im 57. Umlauf verabschiedete sich der Deutsche kurzzeitig aus diesem Dreikampf und legte seinen zweiten Boxenstopp ein. Sein Teamkollege fuhr eine Runde später beim BMW-Williams-Rennstall vor und musste sich anschließend hinter „Quick Nick“ auf Rang vier einreihen. Sechs Runden vor Rennende setzte Heidfeld am Ausgang des Tunnels schließlich zur entscheidenden Attacke an und bremste Alonso vor der Hafenschikane mit einem sehenswerten Manöver aus. Exakt an derselben Stelle passierte auch Webber zwei Runden später den jungen Spanier. Der sieht sich kurz darauf erneut extremen Druck ausgesetzt, kann seinen vierten Rang aber bis zur Ziellinie gegen die von Juan Pablo Montoya angeführte Verfolgergruppe verteidigen.

    Der Kolumbianer in McLaren-Mercedes Diensten sicherte sich und seinem Team damit vier weitere WM-Punkte, die er vor dem Rennen nicht zwingend erwarten durfte: Aufgrund seiner Beteiligung an einer Kollision im vierten Freien Training wurde Montoya von den Rennkommissaren auf den 16. Startplatz strafversetzt. Auch Ralf Schumacher lieferte beim Grand Prix von Monaco eine beeindruckende Vorstellung ab: Nach einem Unfall in der ersten Qualifying-Session und einem Motorwechsel an seinem Toyota nur von Platz 18 gestartet, fuhr der Kerpener bis auf Rang sechs nach vorne. Damit trug er seinen Teil dazu bei, dass Michelin-Partner die ersten sechs Plätze des Grand Prix von Monaco 2005 unter sich aufteilten.

    Michelin führt beide WM-Wertungen weiterhin souverän an
    In der Fahrer-Wertung konnte Kimi Räikkönen dank seines zweiten Saisonsiegs den Rückstand auf Fernando Alonso auf 22 Punkte verkürzen. Michael Schumacher trennen als bestplatziertesten Nicht-Michelin-Pilot bereits 37 WM-Zähler auf den Führenden. Ähnliches Bild in der Konstrukteurs-Tabelle: Renault F1 führt mit 63 Punkten vor McLaren-Mercedes (51), Toyota (43) und BMW WilliamsF1 (35). Ferrari folgt mit 21 Zählern auf Rang fünf.



    F1 GP Monaco 2005 - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke

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