Nach einem halben Jahr seit dem letzten Lauf zur Austrian Rallye Challenge
ist die Sehnsucht nach dem Start in die neue Saison bei vielen schon sehr
groß. Auch das letzte Antreten der Rallye-Volvos in Österreich
liegt bereits lange zurück. Kein Wunder, dass bei dem Gedanken an die
nächste Triestingtal-Rallye Freude aufkommt: Die Sekundenkämpfe
der ARC beginnen vom Neuen, auch die Volvos rollen nach langem Warten wieder
in großer Zahl an – und das Ganze noch dazu auf Schotter! Triestingtal
ist Kult, definitiv.

Umgebaut & Neue Lackierung: Volvo 740
Daß gerade hier die Rallye-Saison für Volvo-Heros jeglicher Couleur
beginnt, ist Zufall, aber es gibt kaum eine Rallye in Österreich, wo
die Rallye-Volvos besser hineinpassen: Eine Kategorie von Wettbewerbsfahrzeugen,
die für eine eigene Philosophie des Motorsports steht, die geprägt
ist von Kampfgeist, Action und einem für Rallye-Begriffe kuriosen Erscheinungsbild.
All das hat die Volvos bei den Rallyes beliebt gemacht, in allen Nationen,
wo sie bisher zur Anwendung gekommen sind.
Dabei kommt es natürlich auch auf die Qualität der Teilnehmer an.
Den stärksten Eindruck unter allen Neueinsteigern der letzten 19 Monate
hat Jürgen Praschl hinterlassen: Den Sieg in der Volvo-Wertung hat er
oft sehr knapp verfehlt, aber mit vier Podestplätzen im vergangenen Jahr
und einem dritten Platz im Elch-Cup hinter Markus Stachl und Andreas Schögler
kann er sich zu den Schnellsten in seiner Kategorie zählen. Nicht zuletzt
Jürgen Praschl war es, der die Kämpfe um die Podestplätze bei
den Volvos immer sehr spannend gestaltet hat.
Damit bleibt er auch in der Saison 2009 einer der Starter mit den mächtigen
Limousinen, die es zu favorisieren gilt – auch wenn die Wertung nun
anders heißt: Wieder Volvo Original Cup statt Elch-Cup, aber im Wesentlichen
mit den gleichen technischen Bestimmungen. Und auch im Wesentlichen wieder
mit den gleichen Gegnern, auch wenn einige von ihnen abgewandert sind und
ihren eigenen „Volvo-Cup“ gegründet haben – den Volvo
Rallye & Drift Cup. Gedriftet wird auch im Volvo Original Cup genug werden,
davon kann man ausgehen. Die Flotte von Schögler, Wurm, Praschl &
Kompagnons steht bereit…
In der langen Zeit seit der letzten Rallye wurde das Auto von Jürgen
Praschl ein paar Änderungen unterzogen: Den Beobachtern von Außen
wird vor allem die dunkelblaue Lackierung auffallen, die den größten
Teil des Wagenkörpers umhüllt. Damit setzt Praschl, der auch beruflich
viel mit Farben zu tun hat, erneut einen sichtbaren optischen Akzent –
nach dem markanten Weiß tritt der Volvo nun als Blauwal in Erscheinung.
Und da man auch im Volvo Original Cup einige moderate technische Änderungen
vornehmen kann, die das Auto leistungsmäßig lebendiger und rescher
im Klang machen, wurde der Zylinderkopf bearbeitet und die Schwungscheibenmasse
reduziert. In Auftrag gegeben wurden die Arbeiten bei Thomas Steinmayer, einem
bewährten Kraftfahrzeug-Techniker, der auch selbst schon einige Rallyes
auf Volvo gefahren ist und von allen österreichischen Teilnehmern die
bislang besten Gesamt-Ergebnisse mit diesem Auto geschafft hat. Er kennt sich
also aus.
Vor der Triestingtal-Rallye – seiner bisher zweiten – ist Jürgen
Praschl wie immer top-motiviert. Seine Schotter-Schwäche konnte er im
Lauf des vergangenen Jahres deutlich reduzieren, mit seinem seit einigen Wochen
praktizierten gezielten Konditionstraining sollte er sich zusätzliche
Start-Vorteile verschaffen können. Er weiß, dass die sportliche
Ausgangslage auch nach dem Wegfall der bisherigen Haupt-Konkurrenten Stachl
und Gschwandner nicht einfacher werden wird: Mit Bernhard Engelmann kündigt
sich eine Cup-Größe an, die schon bei der Steiermark-Rallye 2008
ihren Anspruch auf künftige Siege erkennen hat lassen. Zudem hat Martin
Wurm bei den letzten Rallyes stark an Performance gewonnen. Und wenn Thomas
Steinmayer wieder kommen sollte – bei der Triestingtal-Rallye tut er
das noch nicht – dann wird’s überhaupt brutal. Dann hilft
nur mehr maximaler Einsatz, um noch eine Siegchance zu behalten, und zwar
bei allen.
Aber Herausforderungen sind schließlich dazu da, um angepackt zu werden,
und vor allem der hohe Konkurrenz-Level der Volvo-Cups der verschiedenen Nationen
ist es, der ihren großen Erfolg ausmacht. Jürgen Praschl hat in
den harten Kämpfen des vergangenen Jahres einiges gelernt, was ihm heuer
sicher zugute kommen wird. Und mit nur einem Ausfall und vier Podestplätzen
in der 2008er-Saison kann er auch auf einige erfolgreich bestandene Bewährungsproben
verweisen.
Jürgen Praschl startet die Triestingtal-Rallye mit Manfred Wagenhofer
als Copilot, der schon bei der Waldviertel-Rallye mit dabei war, an eine Fortsetzung
der Kooperation im weiteren Saisonverlauf ist ebenfalls gedacht. Die Party
der Stahlkolosse kann beginnen!