Wären alle Rallyes in Österreich so wie die Triestingtal-Rallye,
wären einige Reifenhändler wohl sehr reich. Jürgen Praschl
zählte diesmal fraglos zu den Fahrern, die von dem erhöhten Reifenverschleiß
beim Schotter-Event der Austrian Rallye Challenge besonders betroffen waren.
Sein Ergebnis vom vorigen Jahr konnte er dadurch zwar nicht verbessern, trotzdem
kann man sich sicher sein, dass seit damals Einiges vorwärts gegangen
ist.
Das merkte man schon zu Beginn: Nach der ersten Prüfung lagen Jürgen
Praschl und Manfred Wagenhofer mit ihrem nunmehr auf Dunkelblau umlackierten
Volvo 740 GLE auf Platz Drei im österreichischen Volvo Original Cup.
Mit einer weiteren Top-Zeit unter den österreichischen VOC-Teilnehmern
auf SP 2 blieb Jürgen Praschl weiter in Schlagdistanz zu Andreas Schögler
und Nenad Jovanovic – womit er sich ins Spiel für einen Spitzenplatz
im Volvo Original Cup gebracht hatte. Im Duell gegen den Steirer mit dem Volvo
244 gewann Praschl bald die Oberhand – und auch gegen Nenad Jovanovic
witterte er seine Chance. Was theoretisch auch die Chance war, die Führung
in der österreichischen VOC-Wertung zu übernehmen. Doch dann kam
die unheilvolle siebente Prüfung, auf der gleich mehrere Reifen draufgegangen
waren – mit solcherart verstümmelten „Flossen“ war
die Fortbewegung des Blauwals um einiges mühevoller. Und nicht nur das:
An einer Stelle waren die Vertiefungen so stark ausgeformt, dass der Volvo
den Boden unter den Rädern verloren hatte – reichlich Bodenkontakt
bekam dafür der Unterbodenschutz. All das kostete Zeit, was auch für
den nachkommenden Georg Gschwandner eine sehr unangenehme Situation war. Eine
Stelle, wo ein Auto an dem anderen vorbeifahren konnte – noch dazu bei
zwei Volvos – fand sich nicht so schnell, außerdem ist es bei
dem aufkommenden Staub nicht so einfach, einen auflaufenden Konkurrenten einigermaßen
früh zu erkennen, sobald er da ist. Jürgen Praschl tat unter den
gegebenen Umständen sein Möglichstes, um sportlich Platz zu machen,
aber das ging natürlich nur mit einiger Verspätung. Georg Gschwandner
zeigte dafür auch großes Verständnis.
Jürgen Praschl und Manfred Wagenhofer waren natürlich erst recht
ins Bodenlose abgestürzt – der Blauwal war auf Tauchstation gegangen,
sportlich gesehen. Und wieder wurde weitergekämpft, auch wenn man nach
dem Ausfall von Marlies Mandl auf den letzten Platz bei den Volvos zurückgefallen
war. Die neunte Prüfung verlief nach einem weiteren Reifenschaden mittelprächtig,
eine entscheidende sportliche Veränderung im Klassement fand auch hier
nicht statt. Und SP Nummer Zehn wurde neutralisiert…
Aber ganz klanglos wollte man sich doch nicht von der Bühne verabschieden,
und der letzte Akt auf der Publikumsprüfung Coopers durch Weißenbach
gestaltete sich als besonders stilvoll: Bestzeit bei den Volvos für Jürgen
Praschl und Manfred Wagenhofer! Und zwar nicht nur unter den österreichischen
Stahl-Dompteuren – auch Henrik Levin, der dominierende Mann aus Schweden,
wurde hier knapp geschlagen. Selbst ein solcher kleiner Prestige-Erfolg zählt
– auch wenn sich daraus sportlich kein Kapital schlagen lässt.
Es waren ganz klar die Reifenschäden, die Jürgen Praschl und Manfred
Wagenhofer so massiv scheitern ließen, aber wo Schatten ist, ist sehr
oft auch Licht: Jürgen Praschl ist inzwischen auch auf Schotter konkurrenzfähig
geworden. Mit weniger Pech wäre es ein Top-Platz im österreichischen
Volvo-Cup geworden, möglicherweise sogar der erste Platz.
Die Triestingtal-Rallye ist vorbei, hier lässt sich nichts mehr ändern.
Aber die Saison des österreichischen Volvo Original Cups und der Austrian
Rallye Challenge 2009 hat gerade erst begonnen, da wartet noch einiges an
guten Möglichkeiten. So wie die Jacques Lemans-Althofen-Rallye, die Jürgen
Praschl im vergangenen Jahr besonders ins Herz geschlossen hatte. Es war auch
vom Ergebnis seine bisher erfolgreichste Rallye, entsprechend stehen auch
heuer alle Zeichen auf Angriff.
In einem Monat gehen Jürgen Praschl, Manfred Wagenhofer und ihr Blauwal
wieder auf Zeitenjagd – diesmal in Kärnten. Auch dank der Sponsoren
Bernsped Logistik GmbH., Sonnenstudio Karin Hoffer, Erich Marker Ges.mbH.
& Co KG, CIN CANO Triestingtalstube, Chevrolet Ebner GmbH./Oeynhausen
sowie ALLIANZ Agentur Langer-Hirt OG, die das anspruchsvolle Programm mitfinanzieren.
Nicht auszuschließen, dass das Volvo-Team der Rallye Gemeinschaft Triestingtal
demnächst wieder um den Sieg bei den Schweden-Elchen mitfahren wird –
ein Ziel, das nach wie vor mit großer Motivation angestrebt wird.
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