Die Zahl der durch Marder verursachten Schäden ist laut
dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in den letzten
Jahren drastisch gestiegen. Allein von 2004 bis 2007 gab es einen Anstieg um
mehr als 26 Prozent auf 180 000 gemeldete Schadensfälle. Die Dunkelziffer
dürfte nach Ansicht des Automobilclubs von Deutschland (AvD) deutlich höher
liegen, da lediglich kaskoversicherte Fahrzeuge erfasst wurden. Aufgrund dieser
deutlichen Steigerung geht der AvD von einer weiteren Zunahme der Attacken aus
und rechnet damit, dass die Schwelle von 200.000 Schadensfällen im Jahr
2009 überschritten wird.
Viele Schäden, wie beispielsweise durchgebissene Achsmanschetten, wirken
sich oft erst viel später aus und ziehen dann teure Reparaturen nach
sich, erklärte der ADAC. Ob Zündkabel, Wasserschläuche oder
elektrische Leitungen: Weiche Materialien unter der Motorhaube halten den
spitzen Zähnen des kleinen Raubtiers selten lange stand.
Den besten Schutz bieten Ultraschall- und Elektroschock-Geräte. Schallwellen
im Ultraschallbereich bleiben für den Menschen unhörbar, sind aber
für den Marder unangenehm und halten ihn daher fern. Manche Tiere gewöhnen
sich jedoch an den Lärmpegel. Dann helfen Elektroschock-Anlagen, deren
metallische Kontaktplättchen an möglichen "Eindringstellen"
auf der Unterseite des Motorraums befestigt werden. Berührt ein Marder
eine dieser Platten, bekommt er nach dem Weidezaunprinzip einen elektrischen
Schlag. Der vertreibt den Eindringling zuverlässig. Dabei ist die zusätzliche
Belastung für die Batterie unbedeutend. Für Menschen sind diese
Anlagen ungefährlich, weil sie beim Öffnen der Motorhaube abgeschaltet
werden.
Zum vielfältigen Marderschutz-Angebot gehören auch Ummantelungen
aus Hartkunststoff für Zünd- und andere Elektrokabel, die allerdings
Achsmanschetten, Kühlschläuche, Dämmmatten und andere Bauteile
ungeschützt lassen. Keine große Wirkung haben Duftsprays sowie
Hausmittel (WC-Stein, Tabasco). Maschendraht unter dem Motorraum mag Marder
zwar abhalten, ist aber wenig praktikabel.
Wenn unter der Motorhaube Marderspuren wie Essensreste oder Pfotenabdrücke
entdeckt werden, sollte sofort reagiert werden. Oft wird die Beißwut
der Tiere dadurch ausgelöst, dass revierfremde Männchen ihre Duftmarken
hinterlassen haben. Hier hilft nur eine gründliche Motorwäsche.
Wer in gefährdeten Gegenden wohnt, sollte sein Auto möglichst in
einer geschlossenen Garage parken. Tore auch tagsüber nie länger
offen stehen lassen, damit der Marder keine Gelegenheit hat, sich einzunisten.
Marder werden von der Wärme des gerade abgestellten Autos angezogen.
Auch der Schutz einer vermeintliche „Höhle“ bzw. das Anlegen
von Vorräten kann ein Grund sein, erklärte der Automobilclub von
Deutschland AvD.
Da die Versicherungsgesellschaften ihre Vertragsbedingungen heute frei gestalten
können, kann ein Marderbiss je nach Gesellschaft und Police unterschiedlich
versichert sein. Manche Versicherer bieten für den Marderschaden eine
gesonderte Police an. (Auto-Reporter.net/nic)