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    Vorschau: Großer Preis von Kanada, 8. Lauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft
    Geschrieben am Wednesday, 08.June 2005 um 16:40:07 CEST
    Thema: Formel 1
    Formel 1Der französische Reifenhersteller möchte in Montreal seine blütenweiße Weste behalten: Nach der bisherigen makellosen Erfolgsbilanz von sieben Siegen in den bisherigen sieben Saisonläufen zählt Michelin auch beim Grand Prix von Kanada zu den großen Favoriten.




    Gemeinsam mit den Partnerteams Renault F1, McLaren-Mercedes, Toyota F1, BMW Williams F1, Red Bull Racing, Sauber und BAR-Honda nutzten die Reifenexperten aus Clermont-Ferrand die zweiwöchige Pause nach den aufeinanderfolgenden Grands Prix in Monaco und auf dem Nürburgring zu ausgiebigen Testfahrten. Die positiven Ergebnisse lassen Michelin Motorsport-Direktor Pierre Dupasquier optimistisch auf den Kanada-Grand Prix am kommenden Wochenende und den sieben Tage später stattfindenden Großen Preis der USA blicken.

    Die Formel 1 zeigt sich reif für die Insel: Gefragt nach ihren Lieblings-Veranstaltungen im Kalender, nennen die Protagonisten der Königsklasse des Motorsports immer wieder den Großen Preis von Kanada. Neben der anspruchsvollen Streckenführung des Circuit Gilles Villeneuve auf der mitten im St. Lorenz-Strom gelegenen „île de Notre Dame“ schätzen die Fahrer und Teammitglieder vor allem die faszinierende Atmosphäre der frankophilen Metropole Montreal sowie die freundliche Art und die Lebensfreude ihrer rund 3,4 Millionen Einwohner. „Der Grand Prix von Kanada erinnert mich daher immer ein wenig an mein Heimrennen in Australien“, erklärt zum Beispiel Michelin-Pilot Mark Webber. „Wie in Melbourne empfängt wird die Formel 1 auch in Montreal immer sehr herzlich empfangen.“

    Doch nicht nur in puncto Atmosphäre ähneln sich der Saisonauftakt auf dem fünften Kontinent und der Lauf in Kanada: Sowohl beim Albert Park Circuit in Melbourne wie auch beim Circuit Gilles Villeneuve in Montreal handelt es sich um Straßenkurse, die nur einmal im Jahr als Rennstrecke dienen und ansonsten für den öffentlichen Verkehr geöffnet sind. Auch in ihrer Charakteristik weisen beide durch die Kombination langer Geraden mit vielen langsamen bis mittelschnellen Passagen große Ähnlichkeiten auf. „Die Strecke wird dominiert von langen Geraden zwischen vielen langsamen Kurven und Schikanen“, erklärt Sam Michael, Technischer Direktor des BMW WilliamsF1-Teams. „Kein Kurs ist deshalb härter in Bezug auf den Verschleiß und die Temperaturen der Bremsen.“ Darüber hinaus kommt es auf der 4,361 Kilometer langen Strecke vor allem auf Traktion, Aerodynamik und Motorleistung an - immerhin bremsen die Fahrer pro Runde mehrmals aus Geschwindigkeiten von bis zu 340 km/h stark ab, um kurz danach wieder voll aus den engen Ecken herauszubeschleunigen.


    Die Fans dürfen sich beim Großen Preis von Kanada übrigens auf zahlreiche spannende Zweikämpfe freuen: Durch die großen Bremszonen vor den engen Biegungen und Schikanen ergeben sich für die Piloten gute Überholmöglichkeiten. „Die Strecke in Montreal zählt zu den Kursen, wo wir in der Vergangenheit immer wieder spektakuläre Manöver gesehen haben“, bestätigt Dieter Gass, Leitender Renningenieur des Toyota-Teams. „Vor allem im Bereich der Haarnadelkurve bieten sich den Fahrern immer wieder sehr gute Gelegenheiten, ihre Gegner zu passieren.“


    Der Große Preis von Kanada aus der Sicht von Michelin
    Wie die anderen Stadtkurse im Formel 1-Kalender wartet auch der nur an einem Wochenende im Jahr als Rennstrecke fungierende Circuit Gilles Villeneuve mit besonderen Anforderungen an die Reifen auf: „Vor allem am Freitag bietet die Strecke nur sehr wenig Grip“, so Michelin Motorsport-Direktor Pierre Dupasquier. „Gerade bei den zahlreichen Beschleunigungs- und Bremsmanövern sind die Fahrer aber auf sehr gute Haftung angewiesen.“ Vor diesem Hintergrund und aufgrund des verhältnismäßig geringen Grip-Niveaus sind bei den Teams eher weiche Gummimischungen gefragt. „Gerade durch die harten Beschleunigungen werden aber vor allem hinteren Pneus stark beansprucht“, fährt Dupasquier fort. „Umso mehr, wenn am Rennwochenende wieder hochsommerliche Temperaturen herrschen, wie es in den vergangenen Jahren in Montreal öfter vorkam. Die Teams und Fahrer müssen darauf achten, dass die Hinterreifen möglichst nicht durchdrehen. Wir leisten unseren Beitrag dazu, indem wir unseren Parntnern Michelin-Pneus mit einer verhältnismäßig steifen Flanke anbieten.“

    Eine Unbekannte stellt der neue Streckenbelag dar: „Der Circuit Gilles Villeneuve wurde seit Vorjahr komplett neu asphaltiert“, erklärt Dupasquier. „Da bislang noch kein Rennwagen auf der Strecke fuhr, wissen wir bislang eigentlich nur, dass das Grip-Niveau weiterhin sehr gering ist. Es kann allerdings gut passieren, dass sich die Streckenbedingungen im Verlauf des Wochenendes aufgrund möglicher chemischer Reaktionen des frischen Asphalts grundlegend verändern. Dabei handelt es sich um ein bekanntes Phänomen bei neuen Kursen.“


    Das erwarten die Michelin-Partner
    Nicht zuletzt aufgrund den souveränen Führungen in beiden WM-Wertungen herrscht bei Renault F1 unverändert Optimismus vor: „Nach dem etwas ernüchternden Ergebnis in Monaco haben wir beim Grand Prix von Europa zurückschlagen können“, freut sich Nürburgring-Sieger Fernando Alonso. „Wir haben allen gezeigt, dass mit Giancarlo Fisichella und mir sowie dem gesamten Team weiterhin zu rechnen ist. Ich bin mir sicher, dass wir auch in Kanada wieder ganz vorne mit dabei sein werden.“

    Ähnlich selbstbewusst äußert sich das McLaren-Mercedes-Team: „Ich kann es kaum erwarten, in Montreal wieder anzugreifen“, verkündet Kimi Räikkönen, der beim zurückliegenden Grand Prix von Europa in der letzten Runde in Führung liegend ausschied. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya peilt der Finne beim Grand Prix von Kanada das Podest an.

    In vergleichbare Regionen möchte auch Toyota vorstoßen: „Wir setzen am kommenden Wochenende erstmals ein neues Aerodynamik-Paket ein“, verrät Renningenieur Dieter Gass. „Zudem haben wir in Kanada in den vergangenen Jahren immer gut ausgesehen. Ich bin daher optimistisch, dass wir erneut ein gutes Resultat einfahren können.“

    BMW WilliamsF1 setzt in Kanada ebenfalls neue Aerodynamik-Komponenten ein. Nicht zuletzt deshalb rechnen sich Nick Heidfeld und Mark Webber beim achten Saisonlauf gute Chancen aus: „Nach den Podestplätzen in Monaco und auf dem Nürburgring sowie den produktiven Testtagen in Silverstone freuen wir uns auf den Kanada-Grand Prix“, fasst der Technische Direktor Sam Michael die Stimmung bei den Blau-Weißen zusammen.

    Bei Red Bull Racing bestreitet am kommenden Wochenende Christian Klien sein viertes Saisonrennen: Der Österreicher übernimmt vorerst wieder von Vitantonio Liuzzi, der die vergangenen vier Grands Prix als Teamkollege von David Coulthard absolvierte. „Wir freuen uns auf die Herausforderung in Kanada und möchten dort unsere guten Leistungen im bisherigen Saisonverlauf bestätigen“, so Teamchef Christian Horner.

    Sauber-Pilot Jacques Villeneuve reist besonders motiviert zu seinem Heimrennen - umso mehr, da die Rennstrecke in Montreal den Namen seines Vaters trägt: „Ich finde es immer wieder großartig, dort zu fahren“, freut sich der Kanadier. „Für mich und Felipe Massa liegt ein gutes Ergebnis in Reichweite. Mit weichen Reifen funktioniert unser Sauber C24 besonders gut.“

    Die beiden Piloten von BAR-Honda möchten in Montreal endlich die ersten WM-Punkte der Saison einfahren: Dabei helfen sollen eine neue Ausbaustufe des japanischen Zehnzylinders sowie neue Aerodynamik-Komponenten. „Nach den erfolgreichen Testfahrten in der vergangenen Woche gehe ich davon aus, dass wir bei den beiden anstehenden Rennen in Nordamerika gute Ergebnisse erzielen können“, prognostiziert der Sportliche Direktor Gil der Ferran.

    Rückblick: So lief der Große Preis von Kanada 2004
    Die Formel 1 erlebte auf der „île de Notre Dame“ einer der spannendsten Grands Prix der gesamten Saison 2004 - und eine Rennentscheidung am grünen Tisch: Mit einer fahrerischen Glanzleistung und einer sehr gut funktionierenden Boxenstopp-Strategie belegte Michelin-Pilot Ralf Schumacher in seinem Williams-BMW FW25 vor den Toren Montreals zunächst den zweiten Rang und erzielte damit scheinbar sein bis dahin bestes Saisonergebnis. Der Wahl-Salzburger musste sich nur äußerst knapp seinem Bruder Michael geschlagen geben. Wenige Stunden nach Rennende wurde der BMW WilliamsF1-Pilot jedoch wegen einer nicht regelkonformen Bremsenkühlung aus der Wertung genommen - ebenso wie sein Teamkollege Juan Pablo Montoya, der auf dem fünften Rang ins Ziel kam. Hinter dem zweiten Ferrari von Rubens Barrichello rutschte damit Michelin-Fahrer Jenson Button mit seinem BAR-Honda auf den dritten Rang, während sich Kimi Räikkönen mit seinem Michelin-bereiften McLaren-Mercedes über den fünften Platz freuen durfte - unmittelbar vor seinem Teamkollegen David Coulthard auf Rang sechs. Auch Enttäuschung hingegen bei den beiden Toyota-Angestellten Cristiano da Matta und Olivier Panis, die ebenfalls wegen Problemen mit der Bremsanlage nicht gewertet wurden und damit WM-Punkte verloren.

    Kommentar
    Ralf Schumacher (Toyota Panasonic Racing):
    „Bedingungen verändern sich in Montreal“
    „Kanada gefällt mir - ebenso wie die Strecke auf der ,Ile Nôtre Dame'. Der Circuit Gilles Villeneuve hat für einen nicht permanenten Kurs ein sehr gutes Layout und gute Sicherheitsvorkehrungen. Die Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche ist sehr uneinheitlich und ändert sich - bedingt durch Ausbesserungsarbeiten - von Jahr zu Jahr. Man braucht ein sehr fein ausbalanciertes Auto.“

    Statistisches
    Großer Preis von Kanada, Circuit Gilles Villeneuve, Montreal (CAN),
    8. Lauf zur FIA-Formel 1-Weltmeisterschaft 2005 (12. Juni 2005);
    Renndistanz: 70 Runden à 4,361 km = 305,270 km



    G1 GP Kanada - Ergebnisse - Meldungsübersicht - Strecke

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