Die sechs Teilnehmer standen auf ihren angestammten Startpositionen,
und Schumacher entschied den Start für sich. Das sportliche Geschehen war
völlig nebensächlich und es wurde kein einziges Überholmanöver
auf der Strecke geboten. Alle Positionen waren relativ rasch bezogen - und so
wurde den vielen Zuschauern auf den Tribünen ein einziges Trauerspiel gezeigt.
Viele Fans waren verärgert, schrieben bösartige Botschaften auf Plakate
und warfen Dosen und Flaschen auf die Fahrbahn, die von Streckenposten in waghalsigen
Aktionen entfernt werden mussten.
Bis auf Christijan Albers, der eine Dreistoppstrategie verfolgte und deutlich
vor seinem Teamkollegen Patrick Friesacher (beide Minardi-Cosworth) Fünfter
wurde, waren alle auf zwei Stopps. Die Strategie sorgte aber für die einzigen
Verschiebungen: Beim ersten Stopp von Schumacher wurde ein Hinterreifen überprüft,
wodurch der Deutsche einige Sekunden einbüßte und die Führung
verlor, doch mit einem längeren zweiten Stint kam er wieder an Barrichello
vorbei.
Bei Schumachers Ausfahrt aus der Boxengasse wäre es beinahe noch zu einem
Drama für Ferrari gekommen, denn Barrichello wollte außen als Führender
in die erste Kurve einbiegen, bremste aber einen Tick zu spät, wollte eine
Kollision vermeiden - und musste auf die Wiese ausweichen. Von dem Zeitpunkt
an war das Rennen gelaufen - und in der Reihenfolge Schumacher vor Barrichello,
Tiago Monteiro, Narain Karthikeyan (beide Jordan-Toyota), Albers und Friesacher
ging die Farce von Indianapolis zu Ende.
Das bitter enttäuschte Publikum, welches zum Teil horrende Kosten auf
sich nehmen musste, um dieses Trauerspiel geboten zu bekommen, buhte bei der
Siegerehrung gnadenlos - und die drei Fahrer auf dem Podium wurden vor der
Zeremonie von Streckenbesitzer Tony George persönlich angewiesen, wie
sie sich zu verhalten hatten. Lediglich Monteiro erntete etwas Beifall.
Trotz aller sportlichen Wertlosigkeit hatte der Grand Prix der USA doch einen
sportlichen Beigeschmack, denn in der Fahrer-WM liegt Michael Schumacher nun
mit nur noch 25 Punkten Rückstand auf dem dritten Platz. Für Jordan-Toyota
war es ohnehin ein wichtiger Tag, denn das Team sammelte elf WM-Punkte und liegt
damit nur noch knapp hinter Sauber-Petronas. Einziger Rennstall noch ohne Punkte
ist damit BAR-Honda.
Besonders traurig sind die heutigen Ereignisse natürlich insofern, als
sich die Formel 1 seit Jahren in den USA etablieren möchte, doch mit
einem Rennen mit sechs Autos hat sich der Grand-Prix-Sport bestimmt keine
neuen Freunde gemacht. Welche sportpolitischen Konsequenzen dies haben wird,
ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch gar nicht anzusehen. Fest steht aber, dass
es trotz des Erfolgs von Michael Schumacher nur Verlierer gibt.
Quelle: F1Total.com