Obwohl die relativ niedrigen Temperaturen von maximal 22
Grad dem MP4-20 an und für sich nicht unbedingt schmecken, erreichte Freitagstestfahrer
Alexander Wurz (37 Runden) in 1:13.973 souverän die Bestzeit. Noch beeindruckender
war aber die Runde seines Teamkollegen Kimi Räikkönen (20 Runden),
der trotz einer anderen Konfiguration bis auf 0,603 Sekunden an den Österreicher
herankam und mit Abstand schnellster Grand-Prix-Pilot war.
Beeindruckende Trainingszeit von Räikkönen
Räikkönens schärfster WM-Widersacher, Fernando Alonso (Renault/34
Runden), landete auf dem dritten Platz, allerdings mit 1,587 Sekunden Rückstand
- im direkten Titelduell bedeutet das vorerst einen Abstand von 0,984 Sekunden.
Juan-Pablo Montoya (4./McLaren-Mercedes/+ 1,799/18 Runden) und Giancarlo Fisichella
(6./Renault/+ 2,173/28 Runden) komplettierten das Teammatch an der Spitze,
welches nur durch Ricardo Zonta (Toyota/+ 2,118/34 Runden) gestört wurde.
Weitaus weniger gut lief es zum Auftakt für die drei Lokalmatadoren
aus Deutschland: Michael Schumacher stellte seinen Ferrari mit 2,501 Sekunden
Rückstand nach 15 Runden gerade mal so in die Top 10, klassierte sich
damit unmittelbar vor seinem Bruder Ralf (19 Runden), dessen Toyota um 2,602
Sekunden langsamer war als die Bestzeit. BMW WilliamsF1 Team Pilot Nick Heidfeld
(18 Runden) büßte sogar 2,920 Sekunden auf die Spitze ein.
Die positivste Überraschung des heutigen Tages war zweifellos der siebente
Platz von Felipe Massa (Sauber-Petronas/24 Runden), denn der Brasilianer konnte
mit 2,188 Sekunden Rückstand einerseits die Topfavoriten aufmischen und
andererseits seinen Teamkollegen Jacques Villeneuve (17./+ 2,965/20 Runden)
deutlich in die Schranken weisen. Auch Vitantonio Liuzzi (Red-Bull-Cosworth/+
2,324/38 Runden) muss sich nichts vorwerfen.
Coulthard schrieb nach seinem Dreher Autogramme
Apropos Red-Bull-Cosworth: 35 Minuten vor Schluss drehte sich David Coulthard
in der letzten Kurve von der Strecke und konnte anschließend nicht mehr
weiterfahren. Der Schotte schrieb anschließend zwar eifrig Autogramme
für die dankbaren Fans im Motodrom, wurde aber ohne Zeit nicht gewertet.
Sein Teamkollege Christian Klien absolvierte 14 Runden, büßte 2,685
Sekunden auf die Spitze ein und kann mit Platz zwölf und vor allem dem
mäßigen Handling wohl kaum zufrieden sein.
Interessant war zu beobachten, dass es in den letzten Minuten kaum Verschiebungen
gab, wodurch große Namen wie Jenson Button (13./BAR-Honda/+ 2,779/26
Runden) oder Rubens Barrichello (16./Ferrari/+ 2,940/17 Runden) nicht mehr
aus der Versenkung hervorkamen. Das einzige Highlight in der Schlussphase
setzte - im negativen Sinn - Narain Karthikeyan (Jordan-Toyota/+ 3,533/25
Runden) mit einem Ausritt in der ersten Kurve.
Gutes Debüt als Stammfahrer für Doornbos
Letzterer war übrigens der Schnellste im Paket der Nachzügler am
Ende des Feldes, in dem sich Minardi-Cosworth-Neuzugang Robert Doornbos (28
Runden) als 21. mit nur 148 Tausendstelsekunden Rückstand auf seinen
Teamkollegen Christijan Albers (20./+ 3,857/17 Runden) stark in Szene setzen
konnte. Weniger gut erging es hingegen Nicolas Kiesa im dritten Jordan-Toyota:
Trotz eines Pensums von 19 Runden wurde der Däne mit 5,511 Sekunden Rückstand
abgeschlagen Letzter.
Für den weiteren Verlauf des Wochenendes ist nach dem heutigen Auftakt
in Hockenheim bereits die relativ klare Tendenz erkennbar, dass McLaren-Mercedes
den Sieg wohl nur noch vom Silbertablett abholen muss - lediglich Renault
könnte Räikkönen/Montoya noch in die Suppe spucken. Michael
Schumachers pessimistische Prognosen haben sich indes bestätigt, während
auch die anderen beiden Deutschen vorerst noch keine Akzente setzen konnten.
Quelle: F1Total.com