Rundstrecke: Verlorene Freunde: Das dramatische Leben und Sterben der größten Rennfahrer
 

Viel Mut, sehr viel Mut ist notwendig ein Buch wie jenes mit dem Untertitel "Das dramatische Leben und Sterben der grössten Rennfahrer" zu schreiben, und sich auch bei der Auswahl der Fotos nicht von deren Wirkung abschrecken zu lassen, PUNKT.

Warum dieser Satz am Anfang einer Rezension ? Nun, als Motorsport-Fotograf kann ich mich nur sehr gut noch daran erinnern als bei einer doch recht beschaulichen Rennserie in der Steiermark der Fall eines wirklich brutalen Unfalls eintrat. Sogenannte "Fans" welche anscheinend ihre gesamte Freizeit mit dem Filmen von Bergrennen verbrachten waren absolut geschockt was denn da soeben passiert ist... In meinen Augen ein in diesem Sport ganz normaler Renn-Unfall: Ein Fahrer hatte die Grenzen der Physik ausgelotet und diese dabei ein wenig überschritten. Dass sich genau diese Abflug-Schneise - zwischen Strohballen und Böschung  - ein "Fotograf" als vermeintliche gute Perspektive ausgesucht hatte fällt nicht unter Berufs-Risiko, sondern war einfach nur Dummheit.

Der Autor dieser Zeilen wurde übelst angefeindet als er - nachdem Hubschrauber und Krankenwagen die Szenerie verlassen hatten - die Fortsetzung des Rennens weiterhin fotografierte. Nun, aufgrund meiner Erfahrung in der Motorsport-Fotografie hätte ich mich schon damals als alten Hasen bezeichnet. Mir waren die großen Namen immer in Erinnerung geblieben, die teilweise extrem banalen Unfälle die die Helden meiner Jugend das Leben gekostet haben.

Und in eben dem heute vorgestellten Buch sind es zwei "alte Hasen" des Rennzirkus welche von den großen und kleineren Namen erzählen. Namen die für ihren Sport ihr Leben gaben: Jochen Rindt, Ayrton Senna, Jim Clark, Ricardo und Pedro Rodríguez, Jo Siffert, Gilles Villeneuve, Graf Berghe von Trips, François Cevert, Stefan Bellof, Rolf Stommelen, Ronnie Peterson, Michele Alboreto, Manfred Winkelhock - das sind nur einige von ihnen. Und alle hatten Freunde, die sie verloren.

Die sehr sensitive Bild-Auswahl bringt uns den Menschen hinter dem Rennfahrer sehr nah, beleuchtet seine Eigenheiten und den Charakter auch abseits der Rennstrecke. Selbstverständlich handelt es sich ausnahmslos um Persönlichkeiten die in der heutigen - modernen - Epoche des Rennsports unvorstellbar sind. Die Generation Playstation bringt beinahe nur mehr glattgebügelte Einheits-Piloten hervor - vor der Playstation kann man schließlich nicht den Helden-Tod sterben.

Unser Kompliment gilt den Autoren Elmar Brümmer und den von mir sehr geschätten Kollegen Ferdi Kräling für die Bildauswahl. Dabei sind es gerade die Fotos der tödlichen Unfälle die mit Bedacht gewählt wurden. Fotos der zerstörten Boliden, verletzten Fahrer, oder wie im Falle des mit einem Flugzeug abgestürzten Harald Ertl, auch ein Wrack mit den drei Särgen im Vordergrund.

Der Leser wird nicht geschockt, er lernt den Menschen hinter dem großen Namen kennen, kann von seinen Eigenheiten lesen, bekommt Einblicke in den rennfahrerischen Werdegang, und verliert so ein wenig die Distanz zu dem Thema Tod - der war seinerzeit beinahe ein alltägglicher Wegbegleiter des Motorsports.

Titel:      Verlorene Freunde: Das dramatische Leben und Sterben der größten Rennfahrer
Kategorien:      Rundstrecke
Autor:      Elmar Brümmer, Ferdi Kräling
ISBN-10(13):      9783667109705
Verlag:      Delius Klasing
Publikationsdatum:      10-04-2017
Seitenanzahl:      144
Sprache:      Deutsch
Preis:      EUR 29.90

Copyright © 1998 - 2017 Agentur Autosport.at 
Der Inhalt dieser Seite unterliegt, soweit nicht anders vermerkt, dem Copyright der Agentur Autosport.at. Texte, Bilder, Grafiken sowie alle weiteren Inhalte dieser Seite dürfen, weder im Ganzen noch teilweise, ohne unsere vorherige schriftliche Zustimmung vervielfältigt, verändert, weitergeleitet, lizenziert oder veröffentlicht werden.


Impressum - Datenschutz - Cookie Policy

Zum Seitenanfang