• Blomqvist startet Angriff
Am vierten Tag der East African Safari Rallye stellte Ex-Weltmeister Stig Blomqvist klar, dass er nicht nach Kenia gekommen ist, um am nächsten Dienstag dem Sieger zu applaudieren ...

Sechs Minuten haben Stig Blomqvist und Ana Goni gestern auf die führenden Teamkollegen Waldegard/Waldegard aufgeholt. Und dabei einen Satz von Rang vier auf zwei gemacht. Entsprechend ist die Laune im Team von David Sutton am heutigen freien Tag. Zwei Autos am Start, Plätze eins und zwei, Bier und Rallye laufen nach Plan.

Ganz und gar abseits jeglicher Pläne bewegten sich gestern die beiden Treppchenkandidaten-Teams Marcy/Lopes im Porsche 911 und Duncan/Slatch (Ford Mustang). Marcy hatte schon in der ersten WP 20 Kilometer mit einem Plattfuß absolvieren müssen und später noch den Bock des Tages geschossen. Auf der Hälfte der 131 Kilometer (!) langen Prüfung „Olke juado“ verpasste Co. Lopes einen entscheidenden Abzweig. Was normalerweise nicht schlimm ist, wenn man wendet und weiterfährt. Lopes war aber schon vorher aus dem Aufschrieb gekommen, so dass er seinen kapitalen Fehler überhaupt nicht bemerkte und seinem Fahrer erst nach acht Kilometern sein verhängnisvolles Geständnis machte. Da aber auch andere Top-Piloten reichlich Unfug produzierten, ist Marcy nur auf Rang vier abgerutscht.

Die deutsche Rallywebshop-Abordnung hat sich indes weiter reduziert. Gestern Morgen bestieg der bestplatzierte Germane Alex Hack urplötzlich ein Flugzeug und reiste ab. Am Vorabend gab es einen Heidenkrach mit seinem Co-Piloten, so dass Hack keine Vertrauensbasis mehr sah, „mit 200 Sachen über afrikanische Buckelpisten zu toben, ohne sich auf die Ansagen des Beifahrers wirklich verlassen zu können“, so Hack.

Somit ist bester Deutscher jetzt wieder Jürgen Bertl auf dem Beifahrersitz von Iqbal Sagoo im Porsche 911. Zwar liegen die beiden nur auf Rang 23, aber zwei Zeiten gestern um die Top-Ten machten klar, dass Bertls Fahrstunden erste Früchte tragen. Langsam gewöhnt sich der Amerikaner ans Auto und ebenso langsam schwillt der Bertelsche Hals wieder ab.

Für Gabriele Mahler zahlte sich die Reparaturpause am Vortag aus: Die dritte Kupplung hält, der Schaden nach der ersten Probefahrt mit der letzten Kupplung ist behoben (ein Zebra war nachts um elf auf der Testfahrt in den Wagen gerannt), es geht voran.

Und auch Uwe Kurzenberger war sehr froh über einen Tag, an dem endlich mal „nur“ eine Spurstange am Peugeot 504 Coupé abgerissen war, die dem Team Hadev Singh Sira und Uwe Kurzenberger „nur“ 36 Strafminuten einbrockt hatte. Passiert ist das Malheur, weil sich Kurzenbergers Tripmaster (ohne den in Afrika wirklich höchste Lebensgefahr herrscht) kurzfristig abmeldete. Auf den staubigen Rüttelpisten ist eben mit bloßem Auge nicht zu sehen, wo nach 2,47 Kilometern ein missvergnügtes Kraterloch Räder und Aufhängungen unzerkaut verschluckt.

Peter Stoehr und Joseph Jusic nahmen sich einen völlig unfallfreien Tag und absolvierten alle Prüfungen ohne größere Flurschäden. Und letzte sind die beiden auf Rang 44 immerhin auch nicht. Wir wollen schließlich nicht vergessen, dass Stoehr bei der letzten Safari schon am ersten Tag nach Unfall ausgeschieden ist und das damals seine erste und durch einen komplizierten Fußbrauch auch bis dahin letzte Rallye war. Und auch sein Co. Joseph Jusic sitzt zum ersten Mal in einem Rallyeauto. Obwohl ich fast meinen würde, es gäbe leichtere Anfängerveranstaltungen, aber da kann ich mich natürlich täuschen ...

Mögen die letzten vier Tage beginnen ...
Text: Thomas Senn

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