DTM-Feeling auf dem SalzburgringDTM – drei Buchstaben, die echten Motorsport-Fans das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Knapp 20 Jahre nachdem die legendäre „alte“ DTM Ende der 1980er-Jahre zuletzt am Salzburgring gastierte, kommt es im Rahmen zu einem Comeback.

Mehr als 20 Original-Fahrzeuge aus der goldenen Ära des Tourenwagensports werden an beiden Veranstaltungstagen im Nesselgraben ihre Runden drehen. Mit dabei auch zahlreiche lebende Legenden von damals, u. a. Christian Danner, Alex Burgstaller, Marc Hessel, Volker Strycek und Roland Asch.

Seit vielen Jahren stellen die Herbstrennen des Histo Cup am Salzburgring - mit über 300 Rennfahrzeugen - das offizielle Saisonhighlight dar: Noch vor dem großen Finale beim Bosch Race am Red Bull Ring im Oktober gibt sich dabei vor den Toren Salzburgs die Motorsport-Szene ein Stelldichein.

Das Tourenwagen Revival auf dem Salzburgring am 24./25. September wird ein Pflichttermin für Motorsportfans. Nicht nur Anhänger des historischen Motorsports kommen dabei garantiert auf ihre Kosten. Im Mini Cooper Cup und der Touring Car Open geben auch moderne Rennfahrzeuge Vollgas. Einzigartige Fahrzeuge und prominente Namen aus der goldenen Ära der DTM verspricht das Rahmenprogramm. Tourenwagen-Revival & Classics bringen wie schon 2015 DTM-Feeling auf den Salzburgring<br>Foto: Dirk HartungTourenwagen-Revival & Classics bringen wie schon 2015 DTM-Feeling auf den Salzburgring
Foto: Dirk Hartung


Von den historischen Tourenwagen und Formel-Boliden, über die packenden Überholmanöver im hartumkämpften Markenpokal der BMW 325 Challenge bis hin zu den modernen und schnellen Fahrzeugen in den Rennen der Touring Car Open und des Mini Cooper Cup – das vorletzte Rennwochenende des Jahres bietet für jeden Geschmack das passende Starterfeld. 

Volles Programm an beiden Renntagen
Neben den hochbrisanten Duellen um die „Goldene Ananas“ - eine begehrte Trophäe aus echtem Gold - bietet das Rennwochenende auch attraktive Rahmenserien: So gastiert die italienische Tourenwagenmeisterschaft mit einem beeindruckenden Starterfeld am Salzburgring. An beiden Renntagen ist von 8.00 bis 18.00 Uhr durchgehend Rennaction garantiert. 

Übrigens: Wer nicht die Zeit hat, das gesamte Rennwochenende live vor Ort mitzuverfolgen, kann die Rennen am Salzburgring auch via Live-Stream im Internet erleben.

Die Serien des Tourenwagen-Revivals 2016 am Salzburgring im Detail:

BMW 325 Challenge
Die BMW Meute ist mit rund 35 eingeschriebenen Fahrern der größte Markenpokal Europas und ist bereits in der 11. Motorsportsaison! Heuer gibt es nach dem Abgang vom Meister Luca Rettenbacher - er fährt bereits erfolgreich im Porsche Carrera Cup – in jedem Fall einige neue Gesichter. Der Casting Sieger von Direct-Cool, Gottfried Pilz, überraschte alle bereits am Adria Raceway mit einem Sieg und einem dritten Platz. Auch in den anderen Rennen konnte er immer Podestplätze erreichen und kommt als Gesamtführender mit einem komfortablen Vorsprung nach Salzburg. Platz zwei belegt der Routinier Heribert Haimerl aus Rosenheim vor dem Deutschen Matthias Heinemann, der am Slovakiaring das erste Rennen gewinnen konnte.  Ein Kurzzeit-Comeback gibt auch der Sieger von 2015, Luca Rettenbacher, der die Pause im Porsche Carrera Cup nützt und in Salzburg an den Start geht. 

Rennsport mit historischen Fahrzeugen begeistert - hier im Bild Gerhard Berger am 17.9.2016 am Steuer eines Ford GT40 in Spa<br>Foto: Michael Perey/Autosport.atRennsport mit historischen Fahrzeugen begeistert - hier im Bild Gerhard Berger am 17.9.2016 am Steuer eines Ford GT40 in Spa
Foto: Michael Perey/Autosport.at
Young Timer 1982 bis 2001
Die Young Timer sind 2016 die stärkste Teilnehmergruppe. Der Münchner Stephan Piepenbrink führt das Gesamtklassement mit seinem DTM BMW M3 E30 knapp an, gefolgt von dem Salzburger Norbert Greger, BMW M3 E46 und dem Niederösterreicher Dominik Klima, Mazda MX3. Ein weiterer Salzburger brennt auf die Rennen in der Heimat, Herbert Leitner will mit seinem Toyota Corolla unbedingt die Lücke zur Spitze mit zwei Klassensiegen bis 2000cc schließen. 

Touring Car Open
Der Histo Cup ist mit den Young Timern mit dem Baujahr 2001 begrenzt. Die neu eingeführten „TCO“ sollen die Lücke zum modernen Motorsport in Österreich schließen. Vorerst fahren die „moderneren“ Fahrzeuge mit den Young Timern mit aber mit einer eigenen Wertung. Unterstützt wird diese Serie von Hankook“, die sehr günstige Rennreifen liefern. Als Führender kommt der Grazer Josef Stadtegger, Porsche 997 nach Salzburg, der bisher sehr gut gepunktet hat aber im letzten Rennen am Slovakiaring wegen Motorschaden keine Punkte machen konnte. Ihm sind die Markenkollegen Oliver Michael und Franz Irxenmayr dicht auf den Fersen. 

MINI Cooper Cup
In diesem Jahr gab es die Premiere des neuen MINI Cooper Cups. Die schnellen Fronttriebler waren in den Jahren 2004 bis 2013 erfolgreich in einigen europäischen Ländern „werksunterstützt“ unterwegs. Nun haben sie im Rahmen des Histo Cups ein neues Betätigungsfeld. Heuer sind 12 Fahrer genannt. Ziel ist es ab 2017 an die 20 Fahrzeuge und ein eigenes Rennen zu haben. Als Gesamtführender nach den ersten sechs Bewerben der junge Bayer Matthias Jocher nach Salzburg, ganz knapp gefolgt von Hannes Auer und Philipp Kluckner. Die ersten drei Fahrer sind nur durch drei Punkte getrennt! Auch der MINI Cooper Cup wird von Hankook aktiv unterstützt. 

Histo Cup Anhang K 1961 bis 1981
Bei den Anhang K Piloten – sie müssen die Fahrzeuge genau nach dem damaligen Reglement aufgebaut sein – wird es heuer definitiv einen neuen Sieger geben, der Tscheche David Becvar ist mit seinem Jaguar XJS zu den Spezialtourenwagen gewechselt. Als Gesamtführender kommt der Oberösterreicher Alfred Weissengruber mit seinem BMW 635i nach Salzburg. Thomas Kaiser, Mini Cooper, Bernhard Deutsch, Steyr Puch 650TR, Matthäus Rass, BMW 2002 und Dieter Schwarz, Morgan plus 8 sind dem schnellen Oberösterreicher auf den Fersen. 

Spezialtourenwagen 1961 bis 1981:
Bei den Spezialtourenwagen (STW) wurden 2016 die Karten auch völlig neu gemischt, denn der Gesamtsieger 2015, Albert Gallersdörfer, Opel Kadett GTE, konnte die ersten Rennen nicht bestreiten. STW: Die Donnerbolzen aus den USA werden wieder mächtig was auf die Ohren geben - hier Roger Bolliger auf seinem Pontiac Trans AM<br>Foto: Ernst Gruber/Autosport.atSTW: Die Donnerbolzen aus den USA werden wieder mächtig was auf die Ohren geben - hier Roger Bolliger auf seinem Pontiac Trans AM
Foto: Ernst Gruber/Autosport.at
Als Favorit und Gesamtführender kommt der Tiroler Alexander Wechselberger mit seinem Alfasud Sprint nach Salzburg. Mit ihm werden vor allem die Oberösterreicher Marcel und Sebastian Langoth, VW Golf GTI sowie Heiko Dlugos, Audi 80 um den Gesamtsieg kämpfen. Ein Ohrenschmaus wird wieder das Konzert der V8-Amerikaner werden, allen voran die Schweizer Gilde mit Roger Bolliger, Pontiac Trans Am. 

Formel Historic
Die Formel Historic hat sich prächtig entwickelt. Die historischen Formel Fahrzeuge kämpfen beherzt um jeden Meter. Die seit 2012 neu dazugekommenen „Sportwagen“ bis 2000ccm ergänzen die Szene perfekt. In dieser Kategorie führt der Wiener Roland Wiltschegg, Ralt RT1 Formel 3 vor Gerd Reinprecht, Martini Formel 3 und Ewald Lokaj, Van Diemen Formel Ford 1600.   Christian Kletzer kommt als Führender der Sports 2000 nach Salzburg. Karl Rernböck führt bei den Formel Libre. 

Formel Vau Europa
Gerade die Formel Vau – auf Basis des legendären VW Käfers – hat in Österreich eine ganz besondere Tradition. In den 60er und 70er Jahren ist fast jede spätere Rennsportlegende auch in dieser Nachwuchs-Serie sehr erfolgreich aktiv gewesen. Jochen Rindt, Niki Lauda Helmut Marko, Helmut Koenigg, Dieter Quester oder der Liechtensteiner Manfred Schurti sind nur ein kleiner Teil der vielen Piloten aus der Formel Vau Zeit. Die Österreicher waren auch als Konstrukteure sehr erfolgreich, Porsche Salzburg und Kurt Bergmann prägten die Zeit aktiv mit. 

Historische italienische Meisterschaft
Das Rennen am Salzburgring ist das fünfte Rennen der italienischen historischen Meisterschaft und das einzige außerhalb von Italien. Es werden rund 20 Teams mit rund 35 Piloten erwartet. Von den schnellen Porsche 935 über den Jaguar E Type bis hin zu den traditionellen „Alfa Romeos“ präsentieren die Italiener absolute Leckerbissen. Früher am Red Bull Ring zu sehen, ist diese Serie zum ersten Mal in Salzburg zu Gast. Das Rennen wir über eine Stunde geführt mit Boxenstopp und Fahrerwechsel. 

Classica Trophy
Die „schnelle“ Gleichmäßigkeit der Classica Trophy hat beim Histo Cup schon Rennsporttradition. Wer sein Sportgerät oder schönes Straßenauto nicht unbedingt den Kämpfen ums „Blech“ aussetzen will, der ist bei der „Race Regularity“ bestens aufgehoben. Es gilt die geringste Abweichung in 100tel Sekunden zur Basisrunde zu erzielen. Das Salzburger Team Herbert Margreiter/Connie Aistleitner, Alfa Romeo 75 führt die Teamwertung vor den Oberösterreichern Joachim und Sabine Hofstadler, Porsche 914 an. Die Salzburgerin Auguste Poller, Alfa Romeo Spider ist die derzeit Führende in der Meisterschaft der Solofahrer vor der Deutschen Astrid Witzany, Ford Mustang. Die Ladies behaupten sich großartig in einer klassischen Herrendomäne. 

Tourenwagen-Classics
Diese Serie gibt dem DTM–Fahrzeug Besitzer die Möglichkeit sein Fahrzeug in einem homogenen Feld in einem echten Rennen zu bewegen. Bereits zwei erfolgreich durchgeführte Rennen fanden am Nürburgring statt. Das einzige Rennen bei dem Meisterschaftspunkte im Ausland gesammelt werden können, findet hier am Salzburgring statt. Bei aller gebotenen Rücksicht auf die Originale wird hier mit dem nötigen Ehrgeiz hart gekämpft. Hier messen sich ex Profis wie Christian Danner, Volker Strycek, Alex Burgstaller, Roland Asch, Marc Hessel oder Kurt Thiim mit ambitionierten Privatfahrern. 

Tourenwagen-Revival
Das 2009 gegründete Tourenwagen Revival wendet sich auch an die Eigentümer originaler DTM- und DRM-Fahrzeuge der 70er bis 90er Jahre. Zur Abrundung sind auch Fahrzeuge der Rahmenserien dieser Zeit zugelassen. Um den Sport weiter in den Mittelpunkt zu holen wird die Serie als schnelle Gleichmäßigkeit ausgetragen. Hier gibt es die meisten Möglichkeiten die Fahrzeuge so original wie möglich zu erhalten. Ein stetig wachsendes Teilnehmerfeld bestätigt den Erfolg dieses Schrittes.

Fotos: Ernst Gruber, Michael Perey & Dirk Hartung / Autosport.at

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