• REGEN IN SALZBURG…
  • PHIL READ GEWINNT SENSATIONELL DAS EINZIGE INCA-RENNEN!
  • FINNISCHER SEITENWAGEN-SIEG, MOSER ALS VIERTER ERNEUT TOLL

So schön hatte das Wetter gehalten, an den ersten beiden Tagen des 3. Int. Rupert Hollaus Gedächtnis-Rennens. Am dritten Tag kam dann aber leider der ganze Regen nach, der sich bis dahin „zurückgehalten“ hatte – und so goß es auf dem Salzburgring in Strömen. Unglaublich, daß trotz des schlechten Wetters erneut viele Fans den Weg an die Rennstrecke gefunden hatten – die Piloten der rund 500 historischen Motorräder und die Teams der Seitenwagen-Weltmeisterschaft mußten also nicht vor leeren Tribünen starten.


Die rund 500 historischen Motorräder begeisterten am Salzburgring
Copyright: Chiara Holler

Auch der große Giacomo Agostini, 15facher Weltmeister, 122facher GP-Sieger und einer der zahlreichen Ehrengäste der Veranstaltung, ließ sich vom sintflutartigen Regen die Laune nicht verderben: Er fuhr wie schon am Samstag einige Demonstrationsrunden mit einer Dreizylinder-MV-Agusta, die Fans dankten es ihm mit wahren Jubelstürmen. „Ago“ mußte auch am zweiten Tag seines Aufenthalts in Österreich ohne Ende Autogramme schreiben, sein Fazit fiel ungeachtet des schlechten Wetters äußerst positiv aus: „Ich habe die Zeit hier in Salzburg sehr genossen“, freute sich Agostini vor seiner Abreise. „Die Organisation ist toll und es ist schön, so viele alte Freunde und Fans wiederzusehen. Zusätzlich fasziniert mich, wie viele wunderbare Motorräder hier sind, das ist einmalig!“ Ob er nächstes Jahr wiederkommt? „Wenn ich erneut eingeladen bin, sehr gerne! Dann möchte ich unbedingt wieder mit der alten MV Agusta fahren, das ist einfach jedes Mal ein ergreifendes Erlebnis!“

Ein ehemaliger Rivale von Agostini, der Engländer Phil Read, fuhr nicht nur Demonstrationsrunden sondern gab in der InCA-Serie, in der mit alten 500 ccm Maschinen gefahren wird, richtig Gas. Zwei Rennen standen auf dem Programm, das zweite mußte allerdings aufgrund enormer Wassermassen auf der Strecke abgesagt werden. Der verbliebene Lauf bot dafür das packendste Rennen des gesamten Wochenendes, das mit einem Sensations-Erfolg von Phil Read endete. Der achtfache Weltmeister, mit einer Paton 500 unterwegs, bezwang in einem rundenlangen Duell den Italiener Alberto Peruzzi (Seeley G50) und gewann damit zum ersten Mal auf dem Salzburgring – in seiner aktiven Zeit war ihm das versagt geblieben! Rang drei ging an Alan Brew, der ebenfalls eine Seeley G50 pilotierte.


Phil Read gewinnt das packende Regen-Duell gegen Alberto Peruzzi
Copyright: Manfred Wolf

Organisations-Chef Wolfgang Stropek wußte nicht so recht, ob er lachen oder weinen sollte: „Ich bin natürlich froh, daß alles so gut gelaufen ist. Alle unsere Gäste sind viel zum Fahren gekommen, es hat kaum Zwischenfälle gegeben und egal ob Phil Read oder Giacomo Agostini, die Renn-Legenden sind quer durch die Bank voll des Lobes über die Veranstaltung. Andererseits tut es mir leid, daß wir auch heuer wieder kein großes Glück mit dem Wetter hatten – der heutige Tag ist ja buchstäblich ins Wasser gefallen. Aber wir geben natürlich die Hoffnung nicht auf – nächstes Jahr wird es hoffentlich alle drei Tage schön sein!

Seitenwagen-WM: Der Finne Päivärinta siegt, Moser nach toller Aufholjagd Vierter!
Schon das erste Rennen der Seitenwagen-Cracks am Samstag war an Spannung kaum zu überbieten. Der zweite Lauf stand da nicht wirklich nach, allerdings dauerte es etwas länger, bis die Fans in den Genuß der Renn-Action kamen. Nachdem es beinahe den ganzen Tag unaufhörlich geregnet hatte, war zum eigentlich angesetzten Renn-Termin zu viel Wasser auf der Strecke. Die Renn-Kommissäre der FIM bewiesen aber Fingerspitzengefühl und ließen sich mit einer endgültigen Entscheidung Zeit – so gab es statt der Absage, die bereits im Raum gestanden war, doch noch ein Rennen!


Erfolgreiches Wochendende für den Tiroler Seitenwagen-WM-Piloten Jos Moser
Copyright: Manfred Wolf

Punkt 16:30 Uhr donnerten 24 Teams über die nasse Start-/Ziel-Gerade, um den 10. Seitenwagen-WM-Lauf des Jahres auszutragen. Von Beginn an setzten sich die beiden Paarungen aus dem Team „Suzuki Finnland“ an die Spitze: Pekka Päivärinta/Timo Karttiala führten vor den WM-Anwärtern Tero Manninen/Pekka Kuismanen sowie den großen WM-Favoriten, der britischen Paarung Tim und Tristan Reeves. Leider weit zurückgefallen war nach der ersten Runde der Tiroler Jos Moser (mit dem Schweizer Co Ueli Wafler), der nach seinem sensationellen dritten Rang am Samstag von ebendieser Position gestartet war.

Was dann folgte, war eine der sehenswertesten Aufholjagden seit langer Zeit: Moser machte auf der ultraschnellen und im Regen gleich noch einmal schwierigeren Strecke Platz um Platz gut, fuhr beinahe in jeder Runde absolute Top-Zeiten und arbeitete sich vom anfänglichen 14. Rang bis auf die vierte Position nach vor – was ihm nach den 16 WM-Zählern für den gestrigen dritten Platz immerhin 13 Punkte einbrachte! Der Mann vom Team „Tirol-Delta“ war überglücklich: „Natürlich habe ich mir für mein Heimrennen einiges vorgenommen – daß es aber so gut läuft, hätt’ ich mir nicht gedacht. Ich freu’ mich jedenfalls sehr über die vielen WM-Punkte!“

Ganz an der Spitze gab es dagegen keine Veränderungen mehr: Päivärinta/Karttiala holten sich einen astreinen Start-/Ziel-Sieg, auf Platz zwei landeten allerdings nicht ihre Teamkollegen und Landsleute, sondern das britische Brüderpaar Reeves, das gegen Ende noch die mit Reifenproblemen kämpfende Paarung Manninen/Kuismannen überholt hatte. Ein anderes Brüderpaar eroberte übrigens den letzten WM-Punkt: Es waren dies die österreichischen Nachwuchshoffnungen Michael und Bernd Grabmüller, die auf dem 15. Rang über die Ziellinie fuhren.

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