Schwierige Schlacht und verfrühtes Ende für Manfred Hinterreiter - Foto: Martin Butschell/Agentur Autosport.at

Die Schneerosen-Rallye 2015 gestaltete sich für Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert alles Andere als einfach: Erst gab es massive Probleme mit der hinteren Bremse und einer falschen Reifenwahl, im späteren Verlauf der Rallye machte ...

ein kleiner Fahrfehler alle Hoffnungen auf sichere Punkte zunichte. Man blickt dennoch mit großer Zuversicht nach vorne.

Die zurückliegende Schneerosen-Rallye war nicht nur der Auftakt zur Austrian Rallye Challenge, sondern gleichzeitig auch der erste Lauf der Niederösterreich Rallye Trophy. Zu dieser zählen neben der Schneerosen-Rallye auch die neue Braustadt Burg Rallye Zwettl am 18. April, die Schneebergland-Rallye am 26. und 27. Juni (mit Koeffizient 1,5), die Herbstrallye Leiben am 3. Oktober und die Waldviertel-Rallye am 6. und 7. November, die mit dem Koeffizient 2 gefahren wird.

Schwierige Schlacht und verfrühtes Ende für Manfred Hinterreiter - Foto: Gerald Wais/Agentur Autosport.atEtwas schwieriger als erwartet wurde der Start in die ARC-Saison 2015 für das Team von HT-Racing aus Schwertberg. Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert, die mittlerweile bewährte Fahrerbesetzung, hatten einige Turbulenzen zu bewältigen, wurden dafür aber leider nicht belohnt. Eines der Kernprobleme war, daß die neu installierte Bremsanlage im Fahrbetrieb nicht ganz unproblematisch war. Dies machte sich insoferne bemerkbar, als die Hinterachse bei jedem Verzögerungsvorgang unverhältnismäßig stark überbremste. Was dazu führte, daß der Mercedes bei jedem Mal bremsen zum heftigen Ausbrechen neigte. Überdies stellte sich heraus, daß die gewählten Reifen für die schmierigen Fahrbahnverhältnisse nicht ganz die richtigen waren – da half auch das beste Fahrwerk nichts.

Unter solchen Umständen sind Dreher fast vorprogrammiert – auf den ersten beiden Prüfungen waren es insgesamt drei. Zudem wurde bei einem Abflug in einen tiefen Straßengraben auf der zweien Prüfung der linke hintere Reifen aufgeschlitzt, sodaß eben diese Prüfung zur Hälfte mit einem Plattfuß zu Ende gefahren werden mußte. Erst am SP-Ziel konnte ein Ersatzreifen montiert werden. Natürlich war Einiges an Zeit beim Teufel, man befand sich auf dem 30. Platz, was nach der Performance bei der Jänner-Rallye etwas ernüchternd war. Aber immerhin, man war noch voll dabei.

Ein wenig Besserung trat ein, nachdem andere Reifen montiert worden waren, zusätzlich wurde im Außenservice ein wenig am Fahrwerk geschraubt. Prompt schafften Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert auf der vierten Prüfung eine 20. Gesamt-Zeit, was eine deutliche sportliche Steigerung darstellte. Daß auf dem asphaltlosen Dynamite Offroad Park nichts zu holen sein würde, war Manfred Hinterreiter klar, er fuhr die kurze Publikumsprüfung bewußt vorsichtig, aber gewohnt spektakulär (wie übrigens auch davor). So schaffte er es immerhin, noch auf den 24. Platz nach vorne zu kommen.

Das große Unglück lauerte aber auf der insgesamt sechsten Prüfung (Modsiedl I): Nach einer Links-Vier, der sofort ein Rechts-Drei-Abzweig folgte, flog der Mercedes von der Strecke direkt in ein Feld. Der Wagen konnte zwar nicht mehr abgefangen werden, ein Überschlag wurde aber knapp verhindert. Das eigentliche Schlimme: Es wurde das linke vordere Spurstangengelenk gebrochen. Es war noch möglich, bis nach Nonndorf zu kommen, doch dort war die Rallye endgültig zu Ende. Jede Weiterfahrt war völlig ausgeschlossen.

Ein bedauerlicher Abschluß einer (zuletzt vielleicht etwas zu) beherzten Fahrt, aber davon wird sich das Team um Manfred Hinterreiter seine Begeisterung gewiß nicht nehmen lassen. Bis zur Braustadt-Burg-Rallye Zwettl – eine Premiere übrigens im Kalender der Austrian Rallye Challenge – werden sich die Schäden am Fahrwerk und an bestimmten Stellen der Karosserie auf jeden Fall beheben lassen, und höchstwahrscheinlich wird auch der neue, stärkere Motor, der bei der Schneerosen-Rallye übrigens noch nicht zum Einsatz kam, bis dahin eingebaut sein. Gewiß eine verdiente neue Chance, die Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert sowie das gesamte Team von HT-Racing optimal nützen möchten. Am 18. April 2015 geht es wieder los!

Fotos: Martin Butschell & Gerald Wais/Agentur Autosport.at

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