Die 5. Castrol-Rallye in Judenburg endet mit einem souveränen Sieg von Raimund Baumschlager Saibel und Aigner komplettieren das Podest Saibel gewinnnt Mitropacup, Neubauer die 2WD- und Wollinger die Dieselwertung, Rosenberger wieder bester Historischer

Die Castrol Judenburg-Pölstal Rallye wurde heuer bereits zum fünften Mal, diesmal als dritter Lauf zur heimischen Rallye Staatsmeisterschaft, ferner als Lauf zur 2-WD-, Historischen Rallye-Staatsmeisterschaft, als Lauf zum Suzuki Motorsport Cup und als Lauf zum Mitropacup, ausgetragen.

Nicht weniger als 45.000 Zuschauer säumten bei strahlendem Sonnenschein die insgesamt 13 Sonderprüfungen. Davon waren mehr als 10.000 Fans am Freitag Abend bei der Stadtkurs-Sonderprüfung in Judenburg dabei.

Die Bilanz des Veranstalters, MSC Wolfsberg, mit Gerhard Leeb an der Spitze und seiner  Mitorganisatoren Uwe und Jürgen Strohmeyer vom MSC Austria aus Judenburg, fiel dementsprechend positiv aus: „Mit Hilfe des Hauptsponsors Castrol, der übrigen Sponsoren und natürlich dem Land Steiermark mit seinen Gemeinden und Tourismusverbänden, war es neuerlich möglich, eine erstklassige Veranstaltung in dieser Region auf die Beine zu stellen. Die Fans haben tollen Rallyesport gesehen. Die Fahrer und Teams waren mit viel Einsatz und großem Engagement bei der Sache. Zum Glück haben sich auch die hervorragenden Wetterprognosen bewahrheitet. Nicht nur der Stadtkurs in Judenburg war wieder ein absolutes Highlight, sondern auch die neue Prüfung in Frojach-Katsch, die von allen Fahrern vor allem wegen ihrer technischen Ansprüche gelobt worden ist. Unser Dank gilt dem Hause Castrol und allen an der Rallye Beteiligten. Besonders bedanken möchten wir uns aber bei den vielen Rallyefans für ihr vorbildliches Verhalten und für Interesse an der Rallye selbst.“

Sportlich gesehen gestaltete sich die Rallye zur Demonstration von Staatsmeister Raimund Baumschlager. Mit dem dritten Sieg im dritten Saisonlauf wird die Wettquote, ob er seinen Staatsmeistertitel neuerlich verteidigen wird, keine wirklich hohe mehr sein. Nur am Tag eins der Castrol-Rallye, dem Freitag, gelang es seinen Konkurrenten, den Routinier unter Druck zu setzen. Am Samstag aber störten Pech bzw. der Defektteufel ihre  Aufholjagd. Andreas Aigner riss ein Reifenschaden aus den Siegesträumen, Patrick Winter kostete erst ein beleidigter Ladeluftkühler den zweiten Platz vom Vortag, ehe ihn ein kapitaler Getriebeausfall in der vorletzten Sonderprüfung endgültig aus der Rallye warf. Platz zwei erkämpfte sich damit redlich der Wiener Mario Saibel, der damit erstmals nach einem zweiten Platz bei der Ostarrichi-Rallye 2007 wieder vom Stockerl lachen durfte. Und gleichzeitig auch die Mitropacup-Wertung für sich entscheiden konnte. Saibel: „Das ist ein schöner Nebeneffekt, wichtiger ist aber, dass ich mich im Evo X von Mal zu Mal wohler fühle.“ Was für eine Genugtuung also für 2007, als Saibel eben in Judenburg als klar Führender in der letzten Sonderprüfung mit einem Turboschaden ausfiel.
Andreas Aigner holte noch das Optimum aus seinem Missgeschick heraus, indem er auf den letzten beiden Prüfungen noch Andreas Waldherr vom dritten Platz stieß. „Mehr war nach dem Zwischenfall mit  einem aufgeschlitzen Reifen durch eine Leitschiene nicht drin“, bedauert  Aigner, der mit dem bärenstarken Mitsubishi Evo X angetreten war, Baumschlager im  Skoda S2000 zu fordern. Der Vierte, Waldherr, nahm seine „Blechmedaille“ locker, von Tristesse war beim Niederösterreicher nichts zu spüren. „Wir können nur den Weg der kleinen Schritte gehen, und wenn ich sehe, dass ich bei der letzten Rallye zweieinhalb Minuten hinter dem Sieger war und diesmal bin ich's  eineinhalb, dann zeigt das, dass wir gut gearbeitet haben.“ Ob gut oder schlecht, darüber konnte Beppo Harrach (Mitsubishi Evo IX) gar nicht nachdenken. Dafür war sein Auftritt nämlich zu kurz. Schon nach SP 3 war an einem Brückengeländer Schluss.

2WD: Der eine Favorit, Mario Klammer (Suzuki), rammte am Freitag ein Hindernis und verlor über zwei Minuten. Der andere, Hermann Neubauer (Suzuki), kollidierte mit einer Betonwand und gewann durch einen beherzten Auftritt am Samstag trotzdem die Wertung vor Jan Slehofer und Michael Böhm. Wirklich gefährden hätte das Trio sicher Michael Kogler können, doch dieser warf seinen VW Scirocco am Samstag aufs Dach.

Diesel: Mit seinem Überschlag katapultierte sich Michael Kogler auch aus der Diesel-Wertung, die er nach Tag 1 noch angeführt hatte. Weil auch der Sieger des letzten Meisterschaftslaufs in Pinggau, Christian Mrlik (Subaru) durch einen  technischem Defekt gehandikapt auf Platz zwei zurückfiel, durfte am Ende Koglers VW-Kollege Daniel Wollinger den Siegersekt verspritzen.

Mitropacup: Mario Saibel gewann auch die Mitropacup-Wertung. Vor dem Dominator dieser Klasse, Hermann Gassner. Der Deutsche verlor auf SP 4 das rechte Hinterrad und rettete sich auf drei Rädern ins Regrouping. Platz drei holte das slowenische Damenteam Zupanc/Turk.

Suzuki-Cup: Manuel Kößler wurde seine Favoritenrolle gerecht und gewann vor dem deutschen Gaststarter Veit König und Victoria Schneider. Der bisherige Gesamtführende Klemens Haingartner kam nach einem Ausritt nicht ins Ziel.

Gruppe H: Topfavorit Philipp Lietz war auch durch einen zeitaufwändigen Ausritt am Freitag nicht zu bremsen. Der Niederösterreicher im Mitsubishi Evo III verwies den Halbzeitführenden Wiener Eugen Friedl (Mitsubishi Evo VI)  noch auf Platz zwei.

Historische Meisterschaft: Eine klare Angelegenheit für Kris Rosenberger. Der Porsche-Pilot spielte trotz eigenen Problemen am Freitag mit der Konkurrenz. Am Ende hatte der Niederösterreicher 3:15,6 Minute Vorsprung auf den Tiroler Konrad Friesenegger (Opel Kadett) und gar 4:18,8 Minuten auf Sepp Pointinger, dem jedoch der Öldruck seines Ford Escort zu schaffen machte.

Endstand nach 13 Sonderprüfungen:
01. Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner A        Skoda S2000                   1:17:02,7 Std.
02. Mario Saibel/Ursula Mayrhofer                  A        Mitsubishi Evo X                +   47,5 Sek.
03. Andreas Aigner/Daniela Weissengruber    A        Mitsubishi Evo X                +1:14,8 Min.
04. Andreas Waldherr/Bernhard Ettel              A        VW Polo S2000                  +1:22,3 Min.
05. Gerwald Grössing/Barbara Watzl              A        Mitsubishi Evo IX               +2:16,0 Min.
06. Franz Sonnleitner/Peter Müller                  A        Mitsubishi Evo IX               +3:40,9 Min.
07. Reinhard Pasteiner/Christina Kaiser          A        Mitsubishi Evo IX               +3:48,5 Min.
08. Manfred Stohl/Ilka Minor                           A        CNG Peugeot S2000         +4:43,9 Min.
09. Hermann Gassner//Karin Thannhäuser     D       Mitsubishi Evo IX               +5:30,6 Min.
10. Asja Zupanc/Tajda Turk                              Slo     Mitsubishi Evo IX               +5:49,5 Min.

SP-Bestzeiten: Baumschlager 5, Aigner 5, Winter 1, Gassner 1, Saibel 1.

Wichtigste Ausfälle: Alex Tazreiter (technischer Defekt SP 2), Christian Mrlik (technischer Defekt SP 2), Beppo Harrach (Unfall SP 3),  Michael Kogler (Unfall SP 6), Klemens Haingartner (Austritt SP 6), Daniel Oliveira (Getriebeschaden SP 7), Patrick Winter (Getriebeschaden SP 12).

Zwischenstand in der ÖM (nach 3 von 7 Läufen)

Division I: 1. Baumschlager 60 Punkte, 2. Saibel 38, 3. Waldherr 35, 4. Aigner und Winter je 31, 6. Grössing 29.
2WD: 1. Neubauer 57, 2. Klammer 43, 3. Böhm 36.
Diesel: 1. Mrlik und Wollinger je 37, Kunz 31.
Suzuki-Cup: 1. Kößler 44, 2. Haingartner 38, 3. Werner 28.
Mitropacup: 1. Gassner, 2. Zupanc, 3. Slehofer.
Gruppe H: 1. Lietz 57, 2. Friedl 48, Kramer 20.
Historische: 1. Pointinger 65, 2. Rosenberger 52, 3. Openauer 42

Nächster Lauf zur ÖM: Rallye Maribor, 2./3. Juli

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