Christof Klausner und Harald Söllner brachten mit ihrem Audi Urquattro die gewohnte Attraktion ins sportliche Geschehen der Jänner-Rallye. Einige Schwierigkeiten mit den Reifen, der bisweilen stark übermotivierte Fahrstil Christofs und zu guter Letzt ein Dreher mit einem darauffolgenden schweren Schaden am Fahrgestell brachten sie jedoch um die prinzipiell möglichen Erfolgsfrüchte. Ein paar außerordentlich schnelle Zeiten machten jedoch einmal mehr die besondere Performance des Kremstalers und seines Copiloten aus Bad Hall deutlich.

Wo Christof Klausner mit seinem Audi Urquattro auftaucht, dort ist maximaler Spaß-Faktor beim Publikum garantiert. Auch er selber genießt es, seine sehenswerten fahrerischen Vorstellungen zum Besten zu geben, vor allem bei der Jänner-Rallye und vor allem dann, wenn (so wie diesmal) sehr viel Schnee auf den Strecken liegt. Doch all diese Akrobatik birgt auch ein gewisses Ausfallsrisiko…

Klausner & die Jänner-Rallye: Maximum Fun – und seine Grenzen - Foto: Martin Butschell/Agentur Autosport.atDie ersten beiden Prüfungen begannen Christof Klausner und Harald Söllner mit einer siebenten sowie einer sechstschnellsten Zeit in der nationalen Wertung äußerst vielversprechend, selbst ein kleiner Dreher auf der Eröffnungsprüfung konnte das gute Bild nicht trüben. Auf der dritten Prüfung wurde sogar noch Eines draufgelegt: Hier konnten sie sich als Fünftschnellste besonders gut gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten. Doch danach entschieden sie sich im Service für eine Reifenwahl, die sich nach eigener Einschätzung als völlig falsch herausgestellt hatte: Die zuvor eher dünne Schneeschicht ist durch den Neuschnee um etwa zehn Zentimeter angewachsen – die auf den Prüfungen Vier bis Sechs verwendeten normalen Winterreifen mit Monte-Spikes erwiesen sich als Fehlgriff. Dies wurde durch etliche Abflüge auf jeder dieser Prüfungen eindeutig untermauert, zweimal konnte der Klausner-Audi nur mit Hilfe der Zuschauer wieder frei kommen, die selbstverständlich begeistert anpackten. Schließlich führten die mehrminütigen Zeitverluste zu einem Abstieg auf den 18. Platz (national).

Die Prüfungen Sieben bis Zehn, die unter Anderem an der bekannten „Klausner-Arena“ vorbei führten, wurden wie zuvor mit schmalen Michelins befahren, was aber ebenfalls nur mit mäßigem Erfolg funktionierte („Einmal hielten sie, einmal nicht!“). Es gelangen dennoch Zeiten zwischen dem fünften und dem siebenten Rang in der nationalen Gesamtwertung, sodaß in Klausner-Manier neun Plätze aufgeholt werden konnten.

Vor dem Beginn der zweiten Tagesetappe bediente sich das Team um Christof Klausner eines eigentlich sehr simplen Tricks, der aber eine unerwartet positive Wirkung brachte: Der Luftdruck der Reifen wurde von 1,9 auf 1,2 Bar gesenkt. Christof fand so viel Vertrauen in sein Fahrzeug, daß ihm auf der Prüfung Unterweißenbach I sogar eine viertschnellste Zeit im nationalen Feld gelang. Schon zuvor war er auf den achten Platz der Zwischenwertung aufgestiegen. Doch irgendwann kam die verhängnisvolle SP 14 (Gutau II), wo es Christof wie des Öfteren wieder einmal übertrieb, aber diesmal ging es gegen eine Böschung, und die kannte keine Gnade. So wurde das linke Federbein fatal beschädigt, aber noch viel schlimmer: Das Lenkgetriebe wurde verbogen – ein Lenken wurde dadurch unmöglich. Christof und Harald versuchten noch, das Lenkgetriebe etwas zurückzubiegen, doch wie zu befürchten war, trat der gewünschte Erfolg nicht ein. Aus Sicherheitsgründen und aufgrund des inzwischen schon sehr groß gewordenen Zeitverlustes wurde die Rallye seitens des Urquattro-Teams beendet – gemeinsam mit Christian Mitterlehner/Christopher Kastner übrigens, die mit ihrem Audi S2 im Vorjahr die Gruppe H gewinnen konnten, diesmal aber mit einem Differentialschaden passen mußten.

Ein Wiedersehen mit Christof Klausner, Harald Söllner und dem Audi Urquattro wird es voraussichtlich bei der Lavanttal-Rallye geben, wo sie schon vor zwei Jahren gemeinsam mit Walter Röhrl und Wolf-Dieter Ihle zu den großen Stars unter den Safety-Car-Piloten gehört hatten. Höchste Aufmerksamkeit wird ihnen auch dort sicher sein.

Foto: Martin Butschell/Agentur Autosport.at

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