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  • Die Lavanttal-Rallye 2014 erlebte ein dramatisches Finish
  • Hermann Neubauer, von Anfang an in Führung, wurde auf der letzten Sonderprüfung per Defekt gestoppt
  • Gerwald Grössing siegte, Raimund Baumschlager fuhr von Platz 103 auf Platz 8
  • Überraschungssiege auch in Division II und bei den Historischen

Die Stadtgemeinde Wolfsberg war auch heuer wieder Start- und Zielort der Lavanttal Rallye, die als dritter Lauf zur heimischen Rallye Staatsmeisterschaft ausgetragen wurde. Die Veranstaltung zählte auch zum ersten Lauf der Slowenischen Meisterschaft, zum ersten Lauf des heimischen Opel Corsa OPC Cup und zum zweiten Lauf der deutschen Citroen-Trophy, deren Organisatoren ihr Auslandsrennen erfreulicherweise in Kärnten angesetzt haben.

Die Wetterbedingungen bei der 38. Auflage der Lavanttal Rallye, powered by car4you waren diesmal sehr konstant. Es herrschten angenehme Temperaturen, die Sonne blinzelte immer wieder durch die dichte Wolkendecke, es blieb aber während der gesamten Rallye trocken. Das Interesse der Zuschauer war wieder enorm, geschätzte 50.000 Fans waren von den Leistungen der Rallye-Stars begeistert. Dazu beigetragen hat auch wieder der Kiwanis Club Lavanttal, für den nach Walter Röhrl im Vorjahr, heuer Ex-Weltmeister Stig Blomqvist in einem Audi 200 Quattro als 0er-Wagen und auch karitativ mit Mitfahrgelegenheiten unterwegs war.

Gerwald Grössing siegt bei der Lavanttal-Rallye 2014  - Foto: Gerald Wais/Agentur Autosport.at

Gerhard Leeb, Obmann des MSC-Wolfsberg konnte sportlich und organisatorisch eine teilweise positive Bilanz ziehen:“ Schwer begeistert hat mich das Nennergebnis mit 125 Fahrern, von denen 107 tatsächlich am Start waren. Die Veranstaltung ist bis auf einige im Rallyesport übliche Ausritte ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Mein Dank gilt car4you, aber auch besonders dem Land Kärnten, sowie der Stadtgemeinde Wolfsberg mit Bürgermeister Hans Peter Schlagholz an der Spitze, die die Rallye tatkräftig unterstützt haben. Zu danken ist auch den Aktiven, den Teams, den Behörden, den Feuerwehren und den Rettungskräften inklusive der medizinischen Sicherheitsstaffel MSS, sowie unserer gesamten Organisationsmannschaft.  Anzumerken ist aber, dass die finanzielle Situation ohne potente Sponsoren immer schwerer wird. Wir müssen uns bis in den Spätsommer entscheiden, ob es auch im nächsten Jahr eine Lavanttal Rallye als 39. Auflage geben wird.“

Zum sportlichen Verlauf:
Mit Gerwald Grössing begrüßt die Österreichische Rallye-Staatsmeisterschaft ein neues, aber keineswegs unbekanntes Siegergesicht. Der 47-jährige Vizemeister des Vorjahres gewann zum ersten Mal in seiner Karriere einen Staatsmeisterschaftslauf, den er eigentlich schon verloren gehabt hat. Denn bis zur allerletzten Sonderprüfung lag mit dem Salzburger Hermann Neubauer jener Mann vorne, der die Lavanttal Rallye 2014 von Anfang an klar bestimmt hatte. Doch ausgerechnet auf dem letzten Teilabschnitt spielte der Defektteufel dem 25-jährigen Lungauer einen grausamen Streich. „Plötzlich ist das Federbein vom Vorderrad durch die Karosserie geschossen. Ich weiß bis jetzt nicht warum? Ich bin noch um mein Leben gefahren, weil ich die Rallye unbedingt gewinnen wollte, aber das Auto war mit dem wegstehenden Rad praktisch unfahrbar.“ Neubauer, der sechs von zwölf Sonderprüfungen gewonnen hatte, bereits über eine Minute vorne lag, wurde auf den vierten Endrang durchgereicht.

Hermann Neubauer sah schon wie der sichere Sieger aus  - Foto: Martin Butschell/Agentur Autosport.at

Gerwald Grössing war hier überglücklich, da litt er auch mit seinem Kontrahenten mit: „Was mir im Rebenland passiert ist, hat heute den Hermann getroffen. Er tut mir auch wirklich unendlich leid. Aber ich betrachte es irgendwie auch als ausgleichende Gerechtigkeit. Des einen Leid ist des anderen Glück. So ist es im Sport. Es ist unser erster Sieg in der Division I und über den freuen wir uns riesig!“

Staatsmeister Raimund Baumschlager beraubte sich mit seinem ersten Unfall seit 2007 schon in SP 2 aller Siegchancen. Mit über neun Minuten Rückstand fand er sich auf Platz 103 wieder, um letztendlich mit einer großartigen Performance am zweiten Tag die Rallye als Gesamt-Achter(!) zu beenden. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir weitergefahren sind. Wenn man die Fahrer abzieht, die vor uns liegen und nicht punkteberechtigt für die Meisterschaft sind, haben wir noch zwölf Punkte geholt. Und durch den angestrebten Sieg auf der letzten Sonderprüfung gab es sogar noch drei Zusatzpunkte. Mehr konnten wir nicht mehr erwarten. Ich bin zufrieden.“

Mario Saibel holte hinter Grössing Platz zwei: „Wir sind hierher gekommen mit dem Ziel, mehr Speed zu finden. Das ist uns gelungen und ich bin hochzufrieden.“ Mit Platz drei überraschte nach seinem zweiten Platz zuletzt im Rebenland neuerlich der Deutsche Manuel Kössler. Er ließ mit seinem Subaru R4 wieder etliche S2000-Boliden hinter sich und strahlte: „Unfassbar, dass wir schon wieder am Podest stehen. Es läuft einfach toll und macht zurzeit riesigen Spaß.“

Aleks Humar gewinnt die Div. II  - Foto: Gerald Wais/Agentur Autosport.at Lange Gesichter gab es auch in der Division II. Einerseits bei Staatsmeister Michael Böhm, der zwei Prüfungen vor Schluss ausschied. „Nach einer Kurve ist urplötzlich das linke Vorderrad weggebrochen. Das tut weh, weil wir wieder mit leeren Händen dastehen.“ Andererseits hatte auch der Slowene Rok Turk sein persönliches Schicksal. Mit 50 Sekunden Vorsprung in die letzte SP gegangen, kostete ihn ein Reifenschaden den Sieg. Diesen „erbte“ letztendlich noch dessen Landsmann Aleks Humar. Damit gewann dieser auch die slowenische Meisterschaft vor Turk.

Auch in der Historischen Staatsmeisterschaft sah der vermeintliche Sieger nicht das Ziel. Kris Rosenberger, von Beginn an in Führung, wurde kurz vor Schluss durch einen gebrochenen Querlenker an seinem Porsche 911 aus dem Bewerb geworfen. Rosenberger: „Kurz und bündig, Baumstumpf getroffen, das war’s!“ Somit durfte sich Marken-Kollege Willi Rabl über Platz eins freuen. Platz zwei ging an den Italiener Paolo Pasutti.

Im Österreichischen Rallye-Pokal der OSK Division P1 gewann der Kroate Tomas Hrvatin (Renault Clio). Division P2 ging an den Kärntner Robert Surtmann (Mitsubishi Evo VI) vor Horst Stürmer (Audi Quattro) und Herbert Weingartner (Toyota Celica). Division P3 holte sich Martin Jakubowics (Renault Clio) vor Erich Krautberger (BMW 325i).

Den Sieg im Opel Corsa OPC Cup holte der Oberösterreicher Gerhard Aigner. Der klar in Führung liegende Andreas Kainer touchierte auf SP 6 am Prebl die Leitschiene und konnte nicht mehr weiterfahren.

In der Deutschen Citroen Trophy, die im Lavanttal eine erfolgreiche Österreich-Premiere feierte, siegte der Luxemburger Ronny Foxius (Citroen DS 3 R3) vor Maik Lobstein (Citroen DS3 R1) und Markus Schulz (Citroen DS3 R1), beide aus Deutschland. Insgesamt beendeten neun Teilnehmer den Bewerb, unter ihnen auch die beiden deutschen Damen Tina Wiegand und Eve Wallenwein.

Lavanttal-Rallye 2014, Endstand nach 12 Sonderprüfungen:
1. Gerwald Grössing/Siegfried Schwarz     A/A            Ford Fiesta R5              1:49:39,7 Std
2. Mario Saibel/Ursula Mayrhofer                 A/A            Skoda Fabia S2000         +1:00,0 Min
3. Manuel Kössler/Benedikt Hofmann         D/A            Subaru Impreza R4         +2:11,9 Min
4. Hermann Neubauer/Bernhard Ettel         A/A           Ford Fiesta S2000           +2:13,7 Min
5. Chris Brugger/Klaus Wicha                    A/D            Skoda Fabia S2000         +3:04,2 Min
6. Hermann Gassner/Karin Thannhäuser   D/D           Mitsubishi Evo X               +3:56,9 Min
7. Aleks Humar/Florjan Rus                         Slo/Slo       Renault Clio R3                +7:47,5 Min
8. Raimund Baumschlager/Th. Zeltner       A/A            Skoda Fabia S2000         +8:02,3 Min
9. Rok Turk/Enej Loznar                             Slo/Slo       Peugeot 208 R2               +8:15,9 Min
10. Asja Zupanc/Blanca Kacin                      Slo/Slo       Mitsubishi Evo IX              +9:07,4 Min

Sonderprüfungsbestzeiten: Hermann Neubauer 6, Raimund Baumschlager 5, Gerwald Grössing 1

Die wichtigsten Ausfälle: Bernd Zanon (It/SP 1/Unfall), Daniel Wollinger (SP 2/Unfall), Alfred Kramer (SP 5/techn. Defekt), Andreas Kainer (SP 6/Unfall), Claudio de Cecco (It/SP 7/techn. Defekt), Alfred Leitner (SP 7/techn. Defekt), Walter Mayer (SP 7/techn. Defekt nach Unfall), Robert Adolf (Tch/SP 9/Unfall), Michael Böhm (SP 10/techn. Defekt), Kris Rosenberger (SP 11/Unfall), Hermann Neubauer (SP 12/techn. Defekt)

Punktestände in der österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft nach drei Läufen:
Division I: 1. Raimund Baumschlager 56 Punkte, 2. Mario Saibel 40,  3. Gerwald Grössing 29, 4. Asja Zupanc 27, 5 Hermann Neubauer und Robert Kubica (Pol) je 23.
 
Division II (2WD): 1. Aleks Humar (Slo) 46, 2. Kristof Klausz (Ung) 43 Punkte, 3. Tomas Hrvatin (Kro) 24, 4. Michael Böhm 23, 5. Alois Handler 20.

Historische Staatsmeisterschaft: 1. Willi Rabl 43, 2. Paolo Pasutti 41, 3. Kris Rosenberger und Mario Klopf je 27.

Österreichischer Rallye-Pokal der OSK, Division P1: 1. Tomas Hrvatin (Kro) 40, 2. Jakub Voldrich (Tch) 32, 3. Gregorz Sikorski (Pol) 20. Division P2: 1. Robert Surtmann 40, 2. Herbert Weingartner 34, 3. Christian Mitterlehner 20. Division P3: 1. Martin Jakubowics 40, 2. Andrea de Luna (It) 20.

Opel Corsa OPC Cup: 1. Gerhard Aigner , 2. Konrad Friesenegger, 3. Daniel Zieser.

Slowenische Meisterschaft: 1. Aleks Humar, 2. Rok Turk, 3. Asja Zupanc.

Fotos: Martin Butschell & Gerald Wais/ Agentur Autosport.at

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