• Am Gössersattel verlor Raimund Baumschlager über eine Minute auf Spitzenreiter Hermann Neubauer
  • Für den Salzburger beginnt trotzdem das große Zittern

Bei wie prognostiziert wolkenlosem Sommerwetter startete die Rallye Weiz 2014 heute in die zweite Etappe. Zwei Drittel der insgesamt 16 Sonderprüfungen haben die Piloten schon hinter sich. Vier Prüfungen stehen heute noch auf dem Programm.

In der stärksten Klasse, der Division I, fiel womöglich in der SP 12 eine Vorentscheidung um den Sieg. Der an zweiter Stelle liegende Raimund Baumschlager verlor 1,07 Minuten. „Uns ist eine Schlauchschelle beim Ausgleichsbehälter für die Kühlung gerissen. Deshalb ist der Motor heiß geworden und hat geraucht.“ Baumschlager konnte sich gerade noch ins Ziel retten, wo ihm beim Versuch, Wasser nachzufüllen der heiße Dampf ins Gesicht schoss. „Ich weiß nicht, wieviel so eine Schelle kostet, wahrscheinlich nichts, aber ich hoffe, dass wir einen Motorschaden verhindern konnten. Denn der kostet so um die 45.000 Euro.“

Wegen der daraus resultierenden Zeitüberschreitung erwartet den Staatsmeister auch noch eine Strafzeit von 10 oder 20 Sekunden. Bei zehn würde er Platz zwei behalten, bei zwanzig Sekunden hinter Mario Saibel auf Platz drei zurückfallen. Damit würde sich auch der Kampf um seinen 12. Meistertitel verschärfen. Baumschlager benötigt dafür in Weiz drei Punkte mehr als Saibel.
Hermann Neubauer steht kurz vor dem Sieg bei der Rallye Weiz 2014 - Foto: Hansjörg Matzer / Agentur Autosport.at Profitiert hat von Baumschlagers Malheur natürlich Spitzenreiter Hermann Neubauer. Er liegt nunmehr 1:23,7 Minuten vorne und steuert seinem ersten Gesamtsieg in einem österreichischen Staatsmeisterschaftslauf entgegen. „Für Raimund tut’s mir leid. Natürlich ist jetzt der Druck von hinten weg und ich werde sicher nicht mehr mein letztes Hemd riskieren. Aber jetzt fängt auch das große Zittern vor einem technischen Defekt an. Du fängst an, nur noch ins Auto reinzuhören und hörst dann Sachen, wo eigentlich gar nix ist.“ Das Drama vom Lavanttal, als Neubauer klar in Führung liegend seinen Ford Fiesta S2000 auf der allerletzten SP abstellen musste, ist noch in zu guter Erinnerung. „Glückwünsche nehme ich erst entgegen, wenn wir tatsächlich die Ziellinie passiert haben.“

Happy ist Günther Knobloch (Mitsubishi Evo IX) ebenso wie Walter Mayer (Peugeot 207 S2000). Der Steirer Knobloch feiert sein ÖRM-Debüt und liegt auf dem sensationellen fünften Gesamtrang. „Das ist ein herrliches Gefühl. Ich hätte nie erwartet, dass es so gut läuft. Ich bin total glücklich, hier dabei zu sein.“ Für Routinier Mayer hat die Rallye erst heute so richtig begonnen. „Wir haben das Setup gewechselt und es ist kein Vergleich zum Freitag. Ich fühle mich wohl, habe Spaß und es läuft echt gut. Schade, dass wir die Umstellung nicht schon gestern gemacht haben.“ Mayer hält in der Gesamtwertung Platz neun.

In der Division II ist weiterhin Michael Böhm auf Siegeskurs. Der Leader klagt jedoch über Schmerzen in der linken Schulter. „Ich habe gestern einen Schlag aufs Lenkrad bekommen und mir dabei die Schulter verrissen. Das behindert mich ein wenig beim Einlenken, und ich hoffe, dass es nicht schlechter wird. Sonst haben wir aber alles im Griff.“ Der erste Verfolger des Suzuki-Piloten ist Daniel Wollinger im Opel Adam. Sein Rückstand beträgt bereits fast zwei Minuten: „Aber das passt schon. Ich wäre mit einem zweiten Platz bei dieser schwierigen Rallye sehr zufrieden. Leider hatten wir am Gössersattel Pech. Erst hat mein Copilot die Zeitkarte verloren und wir mussten umdrehen, um diese wieder zu holen. Dann sind wir auf Teufel komm raus gefahren und leider auf ein anderes Auto aufgelaufen, wodurch wir erst recht Zeit verloren haben.“


Für einen folgenschweren Zwischenfall sorgten Reini Sampl und Ilka Minor auf der Sonderprüfung 10. Der Salzburger und seine prominente Beifahrerin touchierten mit ihrem Mitsubishi Lancer Evo X einen Strommasten. Weil die gerissenen Leitungsstränge dadurch quer über der Fahrbahn lagen, musste die Prüfung abgebrochen werden. Sampl und Minor blieben unverletzt.

Foto: Hansjörg Matzer /Agentur Autosport.at

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