Mit einer praktisch fehlerlosen Leistung gewinnt der Salzburger Hermann Neubauer den fünften Rallye-Staatsmeisterschaftslauf in der OststeiermarkMit einer praktisch fehlerlosen Leistung gewinnt der Salzburger Hermann Neubauer den fünften Rallye-Staatsmeisterschaftslauf in der Oststeiermark und öffnet damit die Tür in Richtung Titelverteidigung

 

Nach dem fünfjährigen Jubiläum im Vorjahr startete die Mannschaft des Rallye Club Steiermark heuer mit der 6. Auflage in gewohnt souveräner Manier ins nächste Zeitalter der Rallye Weiz als heimischer Staatsmeisterschaftslauf. Für den internationalen Anstrich sorgte wieder die FIA-Graduierung, neuerlich ein Lauf zur European Rally Trophy (ERT) zu sein.


Damit waren 85 von ursprünglich 92 genannten Teams aus neun Nationen  in der südoststeirischen Industriemetropole Weiz am Start. Rallye-Zampano Mario Klammer gelang es wieder neben dem sportlichen Verlauf der Rallye auch ein attraktives Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. So fand unter reger Beteiligung von Aktiven, Wirtschaftstreibenden, Bürgermeistern und Sponsoren, sowie dem von der Volksbank Steiermark engagierten Andreas Goldberger als Stargast die schon traditionelle Gesprächsrunde „Speed & Talk“ im Gasthof Strobl statt. Erfreulich dabei war die Aussage des Hauptsponsors Knill Group, vertreten durch Christian Knill, dass man auch weiterhin ungebrochen am Engagement der Rallye Weiz festhalten würde. Ebenso würde laut dem früheren Vize-Bürgermeister von Weiz und nunmehrigen Landespolitiker Ingo Reisinger zukünftig eine Sonderprüfung  in der Stadt Weiz weiterhin ein Thema bleiben. Mit einer praktisch fehlerlosen Leistung gewinnt der Salzburger Hermann Neubauer den fünften Rallye-Staatsmeisterschaftslauf in der OststeiermarkMit einer praktisch fehlerlosen Leistung gewinnt der Salzburger Hermann Neubauer den fünften Rallye-Staatsmeisterschaftslauf in der Oststeiermark
Foto: Harald Illmer


OK-Chef Mario Klammer zu diesen erfreulichen Aspekten: „Es ist schön zu hören, dass die Rallye Weiz in der Öffentlichkeit angekommen ist und damit bereits ein fixer Bestandteil des sportlichen Geschehens in der Region geworden ist. Dass dadurch auch das internationale-  und das gesamtösterreichische Interesse am Rallyesport weiter gestiegen ist, nehmen wir gerne zur Kenntnis. Sehr wesentlich dazu haben die Fahrer und die Teams beigetragen. Bei ausgezeichneten äußeren Bedingungen wurde wieder Rallyesport der Extraklasse vor geschätzt mehr als 30.000 Besuchern geboten. Dafür möchte ich mich auch bei den vielen Fans bedanken, die die Rallye Weiz neuerlich zu einem echten Fest gemacht haben. Bedanken möchte ich mich auch bei den vielen Helfern aus den Bereichen Feuerwehr, Rettung und Polizei, bei den Anrainergemeinden sowie bei unserem eigenen Funktionärsstab, der unermüdlich schon vor der Rallye und während der Veranstaltung im Einsatz war.“

Zum sportlichen Verlauf:    

An alle im Vorfeld erwarten Vorgaben hat sich die 6. Rallye Weiz gehalten. Von der extremen Hitze über das praktisch schon traditionelle Donnerwetter bis zur elektrisierenden Spannung im Kampf um den Sieg . . . den am Ende wie im Vorjahr Hermann Neubauer für sich beanspruchen konnte. Hochverdient, weil er acht der insgesamt 14 Sonderprüfungen gewinnen konnte und auch physisch jenen Eindruck vermittelte, der einen mit vollstem Selbstvertrauen agierenden Staatsmeister eben auszeichnet. Das ist die eine Sache, die andere ist, dass letztendlich alle seine potenziellen Gegner Nerven zeigten. Der als Siegertipp gehandelte Lette Nikolay Gryazin warf seinen Skoda Fabia R5 und sich selber schon auf SP2 aus dem Bewerb. Gerwald Grössing legte seinen Ford Fiesta WRC auf SP 10 aufs Dach. Der vor der Rallye in der Meisterschaft führende Niki Mayr-Melnhof, im Endeffekt Dritter, leistete sich im Ford Fiesta R5 den einen oder anderen Dreher. Und sogar der 13-fache Champion Raimund Baumschlager wirkte mit seinem Weltmeister-Auto, dem VW Polo WRC, noch nicht so ganz auf Du und Du. Lange bot er Neubauer den größten Widerstand, aber spätestens, als er auf der Powerstage, der SP 13 Koglhof, ausrutschte, war die Rallye für ihn verloren. Letztendlich blieb dem Oberösterreicher aber trotzdem der zweite Platz.

Die Stimmen der Top-3:

Hermann Neubauer: „Das war wahrscheinlich die beste Rallye meiner Karriere. Ich bin mit meinem Ford Fiesta WRC einen super Speed gefahren und habe Raimund Baumschlager mit unterlegenem Material schlagen können. Den Sieg widme ich meinem ZM-Racing-Team, das gerade in den letzten Wochen unheimlichen Einsatz gezeigt hat. Dem Veranstalter möchte ich besonders gratulieren. Die Weiz-Rallye ist die beste Rallye in Österreich.“

Raimund Baumschlager: „Wir haben gegenüber dem Wechselland einen großen Schritt nach vorne gemacht. Leider habe ich zwei Mal bei der Reifenwahl etwas danebengegriffen. Auf der Powerstage-Prüfung habe ich dann ein Bremsproblem gehabt. Es hat nur ein Bremskreis funktioniert.“

Niki Mayr-Melnhof: „Am ersten Tag ist es für uns sensationell gut gelaufen. Wir sind absolut ans Limit gegangen. Da konnten wir sogar mit Raimund Baumschlager mithalten. Heute bin ich leider nicht so ins Fahren gekommen. Wir haben viel Zeit verloren. Erst  als der Regen kam, lief es besser für uns. Mit meinem dritten Platz bin ich sehr, sehr glücklich.“

In der 2WD-Wertung gab der Finne Jari Huttunen den Takt vor. Der Werkspilot des deutschen Opel Junior Teams war ständig im Sog der besten Allradler zu finden, überzeugte mit tollen Zeiten und brachte mit seinem Klassensieg nicht einmal die österreichische Meisterschaft in Gefahr. Denn der Skandinavier ist im heimischen Championat nicht punkteberechtigt ist. Den Sieg in der für die Staatsmeisterschaft bedeutsamen 2WD-Wertung holte sich deshalb der pfeilschnelle Oberösterreicher Julian Wagner, womit er seinen Schotter-Sieg zuletzt im Schneebergland diesmal auch auf Asphalt bestätigen konnte. Was insoferne überrascht, als Wagner mit dem Opel Adam R2 keineswegs im stärksten Auto in dieser Klasse sitzt. Hinter dem Sieger setzte sich der Steirer Daniel Wollinger mit dem Renault Clio Maxi auf den zweiten Platz. Damit sicherte das 30-jährige Geburtstagskind seine 2WD-Gesamtführung ab. Der Niederösterreicher Michael Kogler (Citroen DS3 R3) machte das Siegespodest komplett.

Julian Wagner: „Ich bin wirklich sehr happy. Das war eine tolle Rallye. Dass der Finne Huttunen so extrem stark ist, hätte ich nicht erwartet. Aber wir haben auch wirklich gute Zeiten erzielt. Und zudem konnte ich mir mit dem Sieg auch noch bereits jetzt den Junioren-Staatsmeistertitel sichern.“

Daniel Wollinger: „Das war diesmal eine sehr schwierige Rallye für mich. Ich bin von Anfang an nicht richtig ins Fahren gekommen. So gesehen bin ich mit dem zweiten Platz auch zufrieden, zumal ich dadurch auch meine Gesamtführung behalten habe. Julian ist ein enorm schneller Bursche. Er ist jetzt fast die größere Gefahr für meine Titelambitionen als Michael Kogler.“

Im Österreichischen Rallye Cup gewann in der Division C1 der Grazer Günter Knobloch (Subaru) vor dem Ungarn Daniel Fischer (Subaru) und Markus Steinbock (Mitsubishi). – Die Division C2 ging an den Steirer Enrico Windisch (Renault Clio) vor Arnold Bauer (Opel Kadett) und Matthias Haas (BMW).

Die Junioren-Staatsmeisterschaft gewann Julian Wagner, und zwar nicht nur in Weiz, sondern bereits insgesamt. Der Oberösterreicher kann in der Gesamtwertung nicht mehr eingeholt werden. Die beiden Opel-Piloten Luca Waldherr und Christoph Lieb holten die Plätze zwei und drei.
 
In der Historischen Rallye Staatsmeisterschaft hatte der spätere Sieger Kris Rosenberger (Porsche 911) lange Zeit schwer mit dem Steirer Gert Göberndorfer (Opel Ascona) zu kämpfen. Erst als dieser durch einen Ausritt mit anschließendem Reifendefekt 17 Minuten verlor, war der Weg für Rosenberger geebnet. Mit vier Siegen in fünf Rallyes ist der Historische Meister von 2014 somit auch heuer nicht mehr einzuholen. Platz zwei ging bei der Rallye Weiz an Willi Rabl im Porsche 911, Dritter wurde Oskar Hebenstreit (Ford Escort).
 
Im Opel Rallye Cup holte Julian Wagner Platz eins vor Luca Waldherr bei den Adams. Die Corsa-OPC-Wertung gewann Manuel Pfeifer vor Alois Scheidhammer.

Im M1 Rallye Masters siegte Günther Knobloch (Mitsubishi) vor Reini Sampl (Audi TTS) und Enrico Windisch (Renault Clio) und Florian Liendl (Audi S3).

In einer inoffiziellen Wertung der erfolgreichsten Lokalmatadore aus der Region Weiz ging der Sieg an Stefan Fritz im Skoda Fabia R5 vor Franz Kohlhofer (Mitsubishi) und Gert Göberndorfer (Opel Ascona).

Die Austrian Rallye Challenge (ARC) ging an Michael Kogler vor Daniel Fischer und Christoph Zellhofer. – Die Austrian Rallye Trophy (ART) holte sich Gerald Rigler vor Markus Kroneder.

Endstand der Rallye Weiz 2017 nach 14 Sonderprüfungen:

  1. Hermann Neubauer/Bernhard Ettel      A/A      Ford Fiesta WRC             1:36:00,5 Std
  2. Raimund Baumschlager/P. Winklhofer    A/A      VW Polo WRC          +2:01,3 Sek
  3. Niki Mayr-Melnhof/L. Welsersheimb    A/A      Ford Fiesta R5        +3:09,3 Min
  4. Dominik Dinkel/Christina Kohl        D/D      Skoda Fabia R5         +4:55,8 Min
  5. Ondrej Bisaha/Martin Behula        CZ/CZ   Ford Fiesta R5        +5:22,4 Min
  6. Vojtech Stajf/Marketa Skarcelova    CZ/CZ      Skoda Fabia R5        +5:48,0 Min
  7. Jari Huttunen/Antti Linnaketo        Fin/Fin      Opel Adam R2        +7:36,2 Min
  8. Gerald Rigler/Martin Rossgatterer    A/A      Ford Fiesta R5         +7:50,8 Min
  9. Antonin Tlustak/Ivo Vybiral        CZ/CZ      Skoda Fabia R5         +8:24,7 Min
10. Björn Satorius/Lina Meter        D/D      Subaru Impreza         +8:28,8 Min
11. Julian Wagner/Anne Katrin Stein    A/A      Opel Adam R2         +8:32,1 Min
12. Stefan Fritz/Klaus Ostermann        A/A      Skoda Fabia S2000         +8:41,3 Min
13. Daniel Wollinger/Patrick Forstner    A/A      Renault Clio Maxi              +10:02,1 Min
14. Michael Kogler/Jennifer Hofstädter    A/A      Citroen DS3 R3              +11:13,7 Min
15. Günter Knobloch/Jürgen Rausch    A/A      Subaru Impreza     +11:23,2 Min

FIA European Rally Trophy

In der FIA European Rally Trophy gab es einen drreifachen tschechischen Erfolg. Ondrej Bisaha (Ford Fiesta R5) siegte vor den Skoda-Fabia-R5-Piloten Vojtech Stajf und Antonin Tlustak. Platz vier ging an den Neuseeländer Peter Scharmach (Ford Fiesta R5).

Sonderprüfungsbestzeiten (ohne die neutralisierte SP 11): Hermann Neubauer 8, Raimund Baumschlager 4, Niki Mayr-Melnhof 1.

Die wichtigsten Ausfälle: Nikolay Gryazin (Rus/Skoda Fabia R5/SP 2/Unfall), Lukas Carlos Stengg (Opel Adam/SP 3/Unfall), Andreas Aigner (BMW/SP 3/Disqualifikation), Martin Kalteis (Mitsubishi/SP 3/Technisch), Michael Röck (Ford Fiesta/SP 7/Technisch), Maximilian Koch/D/Skoda Fabia S2000/SP 7/Technisch), Christoph Weber/VW Golf/SP 8/Technisch), Gerwald Grössing (Ford Fiesta WRC/SP 9/Unfall), Robert Zitta (Subaru/vor SP 12/Technisch), Kristof Klausz (Ung/Peugeot 208/SP 12/Technisch).


Punktestände in der österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft nach bisher fünf Läufen:
ORM: 1. Hermann Neubauer 81 Punkte, 2. Niki Mayr-Melnhof 72, 3. Raimund Baumschlager 67.

ORM-2WD: 1. Daniel Wollinger 118, 2. Julian Wagner 104, 3. Michael Kogler 95.

ORM Junior: 1. Julian Wagner 125  Punkte (Staatsmeister!!!), 2. Kristof Klausz 54, 3. Luca Waldherr  48.

Historische Staatsmeisgterschaft: 1. Kris Rosenberger 111 Punkte (Staatsmeister!!!), 2. Gert Göberndorfer 55, 3, Willi Rabl 35.

Nächster Rallye-Staatsmeisterschaftslauf: Skoda Rallye Liezen am 29./30. September 2017

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