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180413 GTM 01 MPE 00367David Schumacher hat sich im zweiten Lauf beim Saisonfinale der ADAC Formel 4 auf dem Hockenheimring vorzeitig den Rookietitel gesichert - ein Portrait.

Dabei trotzte der Sohn des ehemaligen Formel-1- und DTM-Fahrers Ralf Schumacher einem Reifenschaden nach einem Kontakt in der Startrunde. "Ich habe das ganze Rennen über an den Titel gedacht. Die Rookiemeisterschaft war von Anfang des Jahres an mein Ziel, jetzt habe ich es geschafft. Ich bin natürlich überglücklich. Ich hätte nicht gedacht, dass es reicht", sagte Schumacher.

Mit 317 Punkten liegt der 16-Jährige vom Team US Racing CHRS in der Nachwuchswertung vor dem letzten Saisonlauf am Sonntag (ab 15.40 Uhr) uneinholbar vor seinem Konkurrenten Niklas Krütten (15, Trier, ADAC Berlin-Brandenburg e.V.), der auf Platz acht ins Ziel fuhr. Serien-Champion Lirim Zendeli (18, Bochum, US Racing CHRS) feierte indes seinen neunten Saisonsieg. 180608 GTM 01 MPE 06310David Schumacher - hier beim Auftritt der ADAC Formel 4 in Spielberg
Foto: Michael Perey/Agentur Autosport.at


Im Gegensatz zur Meisterschaft und Wertung des besten Newcomers ist das Rennen um die Vizemeisterschaft und Teamwertung noch nicht entschieden und verspricht Spannung bis zum Finalrennen am Sonntag. Denn der bislang Tabellenzweite der Gesamtwertung, Enzo Fittipaldi (17, USA/Brasilien, Prema Theodore Racing), schied in der Auftaktrunde ebenso aus wie der Vierte Frederik Vesti (16, Dänemark, Van Amersfoort Racing). Mit einem dritten Platz und dem zweiten Rang im ersten Rennen des Tages schob sich Liam Lawson (16, Neuseeland, Van Amersfoort Racing) mit nun 234 Punkten hinter Zendeli (323). Fittipaldi (223), Enkel des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi, rutschte auf Rang drei ab, Vesti (211) bleibt Vierter.

Dank des zweiten Platzes von Mick Wishofer (18, Österreich) holte sich US Racing CHRS die Führung in der Teamwertung von Van Amersfoort Racing zurück, die der niederländische Rennstall mit einem Dreifachsieg im Auftaktrennen übernommen hatte. Das Kerpener Team liegt vor dem 20. Saisonlauf mit 522 Punkten knapp vor den Niederländern (509).

Im ersten Rennen des Tages auf der Traditionsstrecke in Baden-Württemberg hatte der Belgier Charles Weerts (17) einen Dreifachtriumph von Van Amersfoort Racing mit seinem ersten Saisonsieg gekrönt. Hinter dem Belgier komplettierten Lawson und Vesti das Podium. Schumacher hatte bereits für eine Vorentscheidung im Kampf um den Rookie-Titel gesorgt. Der Bergheimer kam als Sechster ins Ziel und baute seinen Vorsprung auf Krütten schon vor dem zweiten Rennen auf 30 Punkte aus. Zendeli konnte nach einer Durchfahrtsstrafe nicht das Podium angreifen und wurde Siebter.

Weitere Stimmen zur ADAC Formel 4

Lirim Zendeli (Sieger des zweiten Rennens, US Racing CHRS): "Ich wollte eigentlich an diesem Wochenende ein Triple einfahren, weil wir hier super Testtage hatten und unglaublich schnell waren. Morgen wird noch um die Teamwertung gefightet und ich will den zehnten Saisonsieg. Dann hätte ich genau die Hälfte der Rennen gewonnen."

Charles Weerts (Sieger des ersten Rennens, Van Amersfoort Racing): "Ich bin richtig, richtig froh über den ersten Sieg. Die harte Arbeit über das ganze Jahr mit meinen Ingenieuren und meinem Team hat sich heute ausgezahlt. Wir hatten zwar immer wieder ganz gute Ergebnisse über das Jahr, aber immer hat ein bisschen etwas gefehlt. Heute hat alles gepasst und ich bin wirklich froh darüber, dass ich heute gewonnen habe. Natürlich war es auch ein großer Sieg für das Team, weil wir ja auch noch um die Teamwertung fahren. Dass wir heute auf den ersten drei Plätzen gelandet sind, ist großartig."

Frederik Vesti (Dritter im ersten Rennen, Van Amersfoort Racing): "Ich bin glücklich für das Team, dass wir heute auf der Eins, Zwei und Drei gelandet sind. Wir arbeiten jede Woche sehr hart. Mein dritter Platz ist gut, ich bin ja von Position zwölf gestartet. Dabei hatte ich viele Überholmanöver und ich glaube, dass ich das schnellste Auto auf der Strecke hatte - das ist schön. Aber auf der anderen Seite bin ich mit dem dritten Platz nicht glücklich. Der dritte Platz ist nichts für mich. Meine Erwartungen an die letzten beiden Saisonrennen sind aber recht hoch. Ich will gewinnen, ich bin Vierter in der Gesamtwertung. Ich muss weiter nach vorne kommen und Rennen gewinnen - dafür werde ich alles geben."


David Schumacher: Der Rookiechampion im Porträt

Hockenheim. Schumacher. Ein Name, der wie kein zweiter für Erfolge im Motorsport steht. Da wäre Michael Schumacher, der siebenmalige Weltmeister und erfolgreichste Formel-1-Pilot der Geschichte. Oder Ralf Schumacher, der sechs Rennen in der Königsklasse gewann, lange Zeit in der DTM fuhr und heute das erfolgreiche Nachwuchsteam US Racing CHRS leitet. Michaels Sohn Mick, der Vizemeister der ADAC Formel 4 2016, sorgt derzeit in der Formel-3-Europameisterschaft für Furore und führt die Meisterschaft an. Doch in dieser Saison 2018 schrieb noch ein anderer Schumacher seine Erfolgsgeschichte. David, der 16 Jahre alte Sohn von Ralf, startete in der ADAC Formel 4 - und er krönte sich auf Anhieb zum besten Rookie in der Highspeedschule des ADAC.

180804 FO4 02 MPE 11991Beendet die Formel 4 Saison 2018 als Rookie-Champion - David Schumacher
Foto: Michael Perey/Agentur Autosport.at
Mit Platz 14 im vorletzten Saisonrennen in Hockenheim machte Schumacher junior alles klar. Und - das passt zu dieser spannenden Saison - einem dramatischen Finish. Zunächst war Schumacher in einen Unfall verwickelt, bei dem er sich einen Reifenschaden einfing. Die Titelentscheidung schien auf das Finalrennen am Sonntag vertagt, doch Schumacher rettete sich in die Box, ließ sein Auto reparieren und holte sich anschließend die Punkte für die Meisterschaft. "Am Ende habe ich einfach nur versucht, den Wagen auf der Strecke zu halten und ins Ziel zu kommen", sagt er.

Entsprechend froh war Schumacher. "Der Titel war von Anfang des Jahres mein Ziel, ich habe es geschafft. Da bin ich sehr froh drüber, ich bin natürlich überglücklich", sagt der 16-Jährige, der sich in dieser Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Niklas Krütten (15, Trier, ADAC Berlin-Brandenburg e.V.) geliefert hatte. Die beiden schenkten sich nichts und trieben sich zu Höchstleistungen - am Ende aber hatte Schumacher die Nase vorn.

Wie so viele hatte auch Schumacher seine ersten Schritte im Motorsport im Kart getätigt und dort schnell Erfolge gesammelt. 2016 wurde er Fünfter in der Deutschen Kart Meisterschaft, 2017 folgte die Vizemeisterschaft. Also war Anfang des Jahres die Zeit gekommen, um vom Kart- in den Formelsport zu wechseln. In der Formel 4 der Vereinigten Arabischen Emirate lief es auf Anhieb sehr gut, David Schumacher holte schnell erste Erfolge mit Siegen in Abu Dhabi und Dubai. Am Ende stand Platz zwei in der Gesamtwertung. Nach den guten Erfahrungen in den Emiraten war der Schritt in die umkämpfte ADAC Formel 4 nur logisch.

Im Team US Racing CHRS, das von seinem Vater Ralf und Gerhard Ungar geleitet wird, fand sich Schumacher junior ebenfalls gut zurecht. "Er hat sich stetig weiterentwickelt, die Lernkurve war da", sagte Ralf Schumacher: "Am Ende hat er zu den Schnellsten im Feld gezählt, das ist schon sehr stark. Für mich persönlich ist es natürlich sehr schön. Mein Hauptaugenmerk lag nicht so sehr auf dem Titelgewinn, sondern eher auf Davids persönlicher Entwicklung."

Und David Schumacher scheute sich nicht vor starker interner Konkurrenz. Immerhin fahren unter anderem auch der neue Champion Lirim Zendeli (18, Bochum) und der 2017er-Rookiemeister Mick Wishofer (18, Österreich) bei US Racing CHRS - doch gemeinsam entwickelte das Team ein Wir-Gefühl, von dem auch Schumacher profitierte.

"Natürlich hat es auch seine Vorteile, wenn die Teamkollegen einem Tipps geben können, aber am Ende fahren wir alle unsere eigenen Rennen und wollen schnell sein, dabei bekommen wir alle die beste Unterstützung von unserem Team, das für uns vier Fahrer sehr hart arbeitet", sagt David Schumacher: "Ich habe mich die ganze Saison über sehr wohl gefühlt. Klar, in den vergangenen Rennen war mehr Druck da, aber es ging ja auch um die Meisterschaft."

Für dieses Ziel investierte Schumacher harte Arbeit, das betont er immer wieder. Zweimal täglich trainiert er mit seinem Vater Ralf, dazu kommen die Reisen und intensiven Vorbereitungen auf die Rennen. "Außerdem mache ich gerade meinen Führerschein", sagt David und schmunzelt: "Manchmal ist es im Straßenverkehr natürlich ein bisschen langweiliger als auf der Rennstrecke."

Den Realschulabschluss (Durchschnitt 2,1) in der Tasche will sich Schumacher nun voll und ganz auf seine Karriere im Motorsport konzentrieren. Und sollte es wider Erwarten nicht klappen, strebt Schumacher ein Studium im technischen Bereich an. "Vielleicht Maschinenbau, aber konkret weiß ich das nicht", meint der 16-Jährige lächelnd. Und überhaupt: Derzeit steht der Sport im Mittelpunkt, und der Rookietitel der ADAC Formel 4 ist der Lohn für eine starke Saison. "Momentan sieht es gut aus, das werde ich nun genießen", sagt Schumacher.

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