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  • Mario Kranabetter, der Führende in der Klasse S1, holt sich beim Drift Challenge Lauf in Teesdorf Silber in der Klasse S1
  • Rupert Schachinger. wird in Klasse R1 ebenfalls Zweiter

Die Sanitäter gaben nach wenigen Minuten Entwarnung: Mario Kranabetter ist wohlauf. Selbes konnte man zu dem Zeitpunkt dem Mazda MX-5 vom Team Mazda Open Race nicht mehr nachsagen. Der MX-5 wartete bereits auf den Blechdoktor.

Der Drift Challenge Lauf in Teesdorf wurde letztes Jahr zum ersten Mal ausgetragen und galt von Beginn an als der technisch anspruchsvollste. Heuer wurde der Kurs komplett geändert, doch statt ihn zu entschärfen, wurde er noch gefinkelter angelegt. Sturzräume an den heikelsten Stellen sind Mangelware, und so schlug Mario Kranabetter nach einem Dreher im Training mit der Breitseite in eine Absperrung aus Steinblöcken. Er blieb unverletzt, der Mazda MX-5 musste bei dem heftigen Aufprall aber der Absperrung nachgeben. Neben zerknülltem Blech entstand auch ein Schaden an der Hinterachse – das Aus für den Werks-Mazda in Teesdorf. Aber nicht für das Team Mazda Open Race.

Die Vohrjahres-Mazdas im Einsatz 
Martina Patka und Mario Kranabetter holten kurzerhand ihre Vorjahres-Mazdas, einen roten und einen blauen MX-5, aus den Garagen und bestritten das Rennen damit. Nun ja, „kurzerhand“ schaffte das nur Martina Patka. Mario Kranabetter musste in der Nacht noch eine Benzinpumpe verbauen, die Bremsen richten und den MX-5 durchchecken. „Es ist unglaublich“, sagt er vor dem ersten Rennen, „Wir mussten erst eine dicke Staubschicht vom Mazda holen, bevor wir mit den Arbeiten beginnen konnten. Wir waren uns nicht sicher, ob er nach der langen Pause überhaupt anspringen und fahren würde, aber es gab nicht das kleinste Problem.“ Rupert Schachinger erreicht einen von 2 Podestplätzen für die Mazda-Drifter in Teesdorf - Foto: Dirk Hartung / Agentur Autosport.at

Das zeigte Mario Kranabetter dann auch im Rennen. Obwohl er keine Gelegenheit hatte, mit seinem MX-5 zu trainieren und im Rennen Probleme mit der Kupplung auftraten, sicherte er sich Platz 2 in der Kategorie der Serienfahrzeuge unter 2,5 Liter Hubraum – der Klasse S1 – und den fantastischen 4. Platz in der gesamten Serienklasse. Setzte sich also auch gegen Fahrzeuge mit nicht nur viel mehr Hubraum, sondern auch Leistung durch. Mit seiner unglaublichen Vorstellung konnte er sich weiterhin die Führung in der Jahreswertung der Klasse S1 sichern.

Platz 4 für Martina Patka
„Etwas mehr Zeit, mich auf das alte Auto umzustellen – das weniger Leistung und das schlechtere Fahrwerk hat –, hätte mir sicher geholfen“, sagt Martina Patka, die in der Klasse S1 Platz 4 erreicht. Den sicheren Stockerlplatz musste sie zudem wegen des fehlenden Reifenmaterials aufgeben. „Ich muss mit dem fahren, was ich vom Vorjahr an Reifen habe“, sagte sie zwischen den Läufen, zeigte aber eine solide Leistung nach ihrer Devise „Gedriftet wird mit dem, was da ist.“

Böses Blut im Team Mazda Open Race gab es wegen des Ausrutschers folglich nicht. „Wenn wir vorne dabei sein wollen“, sagt Martina Patka, „müssen wir alles geben. Und da kann schon der eine oder andere Dreher passieren.“

Rupert Schachinger holt sich Silber in der R1
Um ja keinen Dreher zu haben, hat Rupert Schachinger im zweiten Rennen einmal hart kämpfen müssen. „Ich bin sehr schnell in die Bergab-Passage – zu schnell“, gesteht er. Aber dieser ihm eigene Ehrgeiz ist mit ein Grund für seinen Erfolg. Der Streckenplan in Teesdorf lässt ihn die Stärken seines feuerspeienden Turbo-RX-8 nirgendwo ausspielen. Trotzdem knallte er im letzten Rennen – nicht in die Streckenbegrenzung, sondern eine fehlerfreie und schnelle Runde in den Asphalt von Teesdorf und holte sich noch Platz 2 in der Klasse R1. Direkt nach der Siegerehrung, noch mit dem Pokal in der Hand, sagte er aber: „Jetzt freu ich mich schon auf Melk, wo ich den Mazdasaurus Rex wieder einmal so richtig fliegen lassen kann.“

Guido Gluschitsch übergibt die Mazda-Trophy an Vater & Sohn Denk - Foto: Dirk Hartung/Agentur Autosport.atIn Melk wird Rupert Schachinger eine weitere Aufgabe haben, nämlich sich gegen einen Motorradfahrer zu beweisen. „Wir wollten unsere Battle eigentlich in Teesdorf austragen“, erklärt Rupert Schachinger, „aber der geheimnisvolle Herausforderer hat sich leider wenige Tage vor dem Rennen, bei einem Sturz im Training, das Schlüsselbein gebrochen.“ Darum wird die Drift-Battle jetzt beim Saisonfinale am ersten Septemberwochenende in Melk nachgeholt.

Mazda Trophy geht an Günther und Günther Denk
Die Mazda Trophy, der Preis für außergewöhnliche sportliche Leistung, ging in Teesdorf an Günther Denk. Also an beide. Sowohl den 50 Jahre alten Günther Denk senior, der bei seinem ersten Drift-Rennen gleich klarstellte, dass er zu den besten Driftern in Österreich zählt – als auch an Günther Denk junior, der nach einer Krankheit den Lauf in Lebring auslassen musste und sich mit hartem Training wieder zurück ins Cockpit gekämpft hat.

Fotos: Ernst Gruber & Dirk Hartung / Agentur Autosport.at

Weitere Fotos des 4. Laufes der Dunlop Driftchallenge powered by Dotz

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