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  • „Spätberufen“ – aber sauschnell unterwegs - Fränki Schreiner
  • Über ergeizige Ziele und die Nachwuchsföerung von Tochter Carrie

Auf einer Rockfete lernte Fränki seine Christa kennen. Beide waren in Sachen Musik auf gleicher Wellenlänge unterwegs. Anderen Hobbys waren ebenfalls schnell ein Thema. Auch dem von Frank Schreiner geschätzten Rennsport gewannen beide gemeinsam viel ab. Tischtennisprofispieler Frank Schreiner gehört im GT-Sport zu den „Spätberufen“. Das Ende der Zeit „an der Platte“ ging für den Spitzenspieler Anfang der 90er nahtlos in Autosportaktivitäten über. Franky lächelt. „Unser bevorzugtes Revier wurde so ganz schnell der Nürburgring“, Seine Frau lächelt – zustimmend, denke ich mal.

Auf Klassikern wie dem BMW M3 und dem Porsche 911 absolvierte der Saarländer Fahrerlehr-gänge in der grünen Eifelhölle Nürburgring. „Das Fahren und die immer bessere Fahrzeugbeherrschung gaben dem DONIC-Chef absolut alles. „Ein super Ausgleich für die aufreibende kaufmännische Tätigkeit. Frank Schreiner war geschäftlich erfolgreich. Wenn’s um Tischtennis ging war sein Unternehmen DONIC als Tischtennisausrüster schon bald die erste Adresse. Und auch im Autosport ging es voran. Das Spiel mit Fahrverhalten und das feilen an den Rundenzeiten gelang immer besser. Tendenz steigend. Da fragten sich Freunde warum er es nicht mal im Rennsport versuchen würde.

Freunde waren es denn auch, die Frank 1998 für Rennsport begeisterten. Angefangen wurde auf jenem Opel-Manta Gr.H den der bärtige Allgäuer Erich Sickinger später im UHSport-Rundstreckenrennsport zum Titel steuerte. Frank Schreiner genoss den Einstieg. Danach stieg er in Motorradweltmeister Johnny Cecottos Ex-DTM-BMW um. Aber das Gerät war für ein Privatteam absolut ungeeignet. „Viel zu kompliziert für ein kleines Privatteam ohne entsprechende technische Hilfe vom Hersteller vor Ort“, so der Saarländer.

„Kurz mal zum Ring rauf düsen, abgekämpft vom Geschäftsalltag in die Ex-DTM-Kiste hüpfen und dann Topzeiten in die Bahn knallen, das ging nicht", so der Völklinger augenzwinkernd. Den Cup-Porsche 996 GT3 seines Freundes trieb Frank zu der Zeit jedoch quasi aus dem Stand mit Topzeiten um den Ring. die Genugtuung immer öfter aufs Treppchen klettern zu können und viele schöne Pokale für vordere Plätze, bescherten Franky jene Freude die er im Rennsport brauchte.

„Und ganz oben auf dem Treppchen ist die Luft eben doch am schönsten", lachte der schnelle Sportsmann im Interview. Die GT-Klasse bis 3,8 L Hubraum im UHS-Divinol-Cup wurde für ihn so rechtmühelos zur sicheren Beute.

Mit den heimischen Technikern Rene Hilz und Gerd Klammes setzte DONIC-Team 2007 einen eigenen GT-Porsche ein. Man schoss sich ein. Es ging richtig gut voran. Platz 2 in der Klasse und Platz 9 unter den üblichen knapp 100 Saisonstartern war 2008 ein echtes Wort im Cup. Man war in der nationalen GT-Welt angekommen. Eine Werkstatt, Transporter, eine gleichbleibende Crew, Fachleute in Sachen Porschetechnik, das zusammen gab fehlerfreie Einsätze und regelmäßige Spitzenergebnisse. Im Folgejahr gewann Frank seine Klasse bis 3,8L und wurde Gesamt-7 in der Meisterschaft. 2010 verbuchte er Gesamtrang 5. Dazu erneut der Klassensieg. Auf dem Treppchen fehlte Franky eigentlich nur wenn es technische Defekte gab. Und das war eher selten der Fall. "Ein bisschen hat mich das Regelwerk in dieser Saison benachteiligt. Ende 2009 wurde ein Streichresultat eingeführt. mit früherer Regeländerung wäre der Völklinger 2009 auf Gesamtrang 3 gelandet. Das gleiche Spiel 2010. "Hätten wir nicht streichen müssen wäre ich wieder Gesamtdritter geworden". Frank Schreiner ist ein Mann der den Wettkampf liebt. „Frank sucht die Herausforderung, denn sportlichen Fight“, so Serienpromoter Gerd Hoffmann respektvoll. In den 4 Serien von UHSport gehört Frank Schreiner klar zu den absoluten Routiniers. Diese Herausforderung findet er neben seinen täglichen Aufgaben bei DONIC am Nürburgring, in Hockenheim, Monza oder Dijon im Motorsport. Aber auch der Eurospeedway, Oschersleben, Most, Colmar-Berg, der legendäre Sachsenring, Salzburg, Zolder oder Spa sind geschätzte Reviere für Racer Schreiner. Wichtig ist ihm das die Einsätze im Sinne von Teamgeist Freude bereiten.

2011 ist am Ende das "Gesamttreppchen" das Ziel. Dazu muss die Starterzahl in der Klasse natürlich stimmen. Jürgen Alzen wird meinen GT3 über den Winter weiterentwickeln. Die wichtigen Umbauten im Bereich Getriebe, Getriebesteuerung und Fahrwerk sind schon durchgeführt. „So bleibt und genug Zeit für die Feinarbeit“, fügt Schreiner hinzu. „Ich werde in der neuen DMV-TCC Saison gut aufgestellt sein". Rene und Gerd, Frankis Techniker, nicken zustimmend. Das Ziel ist klar umrissen. "Aber es ist nicht die einzige Vorgabe für die engagierte Völklinger Crew.


Fränki zusammen mit Tochter Carrie und Christian Wangard

"Mein Focus liegt zukünftig auch auf einer jüngeren Person." Er blickt rüber zu seiner Tochter. Frankis 12-jährige Tochter Carrie fährt im RMW-Kart-Team Koblenz. Vater und Tochter also 2011 beide auf Titeljagt? Wird die junge Lady eines Tages auf Vaters Spuren den Lady’s-Pokal oder den Bellof-Pokal für junge Talente in der DMV-TCC gewinnen können? Alles ist möglich. Übrigens - da fällt mir Ex-DTM-Champion Kurt Thiim ein. Er zog seinen Junior ebenfalls über den Kartsport nach und saß einige Jahre später sogar mit seinem Sohn Nicki gemeinsam im Langstreckencockpit. „Die Zeit wird zeigen wie Carries Weg verläuft“, so Frank Schreiner nachdenklich lächelnd. Nach den Gesamträngen 9, 7, 5 ist für ihn 2011 ein Platz unter den ersten 3 in der Meisterschaft absolut realistisch. „Mal schau‘n“, so der DONIC-Chef lächelnd. Die Starterzahl seiner Klasse in der DMV-Touring-Car-Championship spielt ja auch noch eine ganz wesentliche Rolle. Mehr Starter in der Klasse bedeutet mehr Meisterschaftspunkte pro Rennen auf dem Konto. Den 3. Meisterschaftsplatz hatte Frank Schreiner 2010 ja bereits kurz in seinen Händen. Leider fiel der am Ende der Regel mit dem Streichresultat zum Opfer. Einige erholsame Tage in den verschneiten österreichischen Alpen zwischen den Jahren dienen um Ruhe und Kraft zu tanken. Nicht nur für das bevorstehende arbeitsreiches Jahr, sondern auch für die GT- und Kartsaison des Herrn Papa und seiner Tochter.
Text & Fotos: HTS

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