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  • Dramatisches Finale endet mit dem Ausfall des Führenden Andreas Waldherr
  • Erstmals stehen bei einer ÖM-Rallye Vater und Sohn auf dem Siegerpodest
  • Christof Klausner im Audi Quattro wird zum Publikumsliebling gewählt
An diesem Wochenende wurde im Mühlviertel die 27. internationale Jänner Rallye mit Start und Ziel in Freistadt ausgetragen. Die Veranstaltung zählte zum FIA European Rally Cup (Koeffizient 5) und wurde auch als erster Lauf zur heimischen Rallyemeisterschaft gewertet. Heuer herrschten auf den 18 Sonderprüfungen differente Streckenbedingungen. So wurden am Samstag die ersten zwölf Prüfungen auf trockenem Untergrund gefahren, wobei jedoch manche Stellen vereist waren. Am Sonntag gab es dann auf den Prüfungen 13 bis 18 absolut winterliche Bedingungen für die Piloten. Trotz eisiger Temperaturen waren an allen drei Tagen nicht weniger als 120.000 Zuschauer ins Mühlviertel gekommen und machten so den weltweit ersten Rallyeauftakt zu einer riesigen Show-Bühne.

OK-Chef Ferdinand Staber hatte daher guten Grund eine positive Bilanz zu ziehen: „Wir haben wesentlich mehr Zuschauer gehabt als im Vorjahr. Sie alle waren vom tollen sportlichen Match und vom Einsatz der Teilnehmer begeistert. Sehr gut angekommen sind die neuen Aktivitäten mit einem Casino und einer Modell- Rallye Superstage in der Freistädter Messehalle. Rein sportlich hoffe ich, dass wir für das nächste Jahr von der FIA eine Aufstockung für den ERC-Lauf im Mühlviertel, mit Koeffizient 10 erhalten werden. Wir werden daher schon im Februar die ersten Verhandlungen mit unseren Rallye-Gemeinden aufnehmen. Mein Dank gilt unseren Sponsoren, in erster Linie an das Life-Radio, das die Veranstaltung nicht nur unterstützt hat, sondern auch ein wichtiger Medienpartner war. Spezieller Dank gebührt aber unserer eigenen Mannschaft mit allen Helfern und Funktionären. Sie haben heuer wieder vollsten Einsatz gezeigt.“

Dramatisches Finale bei der Jänner-Rallye. Zwei Sonderprüfungen vor Schluss sah Andreas Waldherr (VW Polo S2000) wie der sichere Sieger aus. Nach der souveränen Halbzeitführung mit über einer Minute Vorsprung auf Raimund Baumschlager (Mitsubishi Lancer Evo IX) rettete er noch fast 40 Sekunden nach den vier Schnee-Sonderprüfungen für die beiden Finalabschnitte. Doch nach 14 Kilometer auf der SP 17 kam der Niederösterreicher in einer Kurve ins Rutschen. Dabei brach das Kugelgelenk des Querlenkers und Waldherr blieb quer zur Straße stehen, ohne die Fahrt fortsetzen zu können. Baumschlager, der wie Waldherr ebenfalls ohne Spikes auf die Strecke ging, bremste vor der Unfallsstelle und rutschte nur knapp am VW Polo S2000 vorbei. Daraufhin wurde die Sonderprüfung abgebrochen. In der Folge fuhr Raimund Baumschlager auf SP 18 seinen dritten Sieg nach 2004 und 2006 sicher nach Hause.

Baumschlager: „Natürlich tut es mir für Andi sehr leid. Noch dazu, wo wir sehr gute Freunde sind. Ich hätte ihm den Sieg wirklich gegönnt. Mein Erfolg bei der Jänner-Rallye macht mich trotzdem sehr glücklich. Hinsichtlich der Meisterschaft halte ich es aber mit einem alten Rallye-Sprichwort, das besagt, dass erst am Schluss zusammengerechnet wird.“


Hermann Gassner jun. - wenn es vorwärts nicht mehr geht...

Hermann Gassner sen. und Hermann Gassner jun. (beide D/Mitsubishi Lancer Evo IX). Zum ersten Mal in der Geschichte der Österreichischen Meisterschaft landeten Vater und Sohn gemeinsam in getrennten Fahrzeugen auf dem Podium. Dabei hatte aber doch wieder der Vater die Nase vorne, obwohl zu Beginn der Rallye am Samstag noch der Junior das Tempo vorgab. Dennoch ist der dritte Platz für den 20 Jahre jungen Deutschen nach dem Klassensieg beim WM-Lauf in Deutschland das beste Ergebnis seiner Karriere. Mein Ziel aufs Podium zu kommen habe ich erreicht. Heuer habe ich aber doppelten Grund zur Freude, da auch mein Sohn am Podest steht. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn er vor mir gelandet wäre. Diesmal war es ich, aber seine Zeit kommt noch“, erklärte Gassner sen.


... retten wir uns rückwärts in´s Ziel

Manfred Stohl (CNG Subaru Impreza MY07) hat die Premiere eines gasbetriebenen Gruppe-N-Subarus sensationell gemeistert. Mit zwei Gesamtbestzeiten am zweiten Tag schob er sich noch auf den vierten Platz vor. Stohl: „Es war ein perfekter erster Einsatz. Wir haben viele Erkenntnisse gesammelt und am Schluss hat auch noch das Ergebnis gepasst.“ Dabei ärgerte er sich ein wenig über den Abbruch von SP 17 und zeigte für die Reifenwahl von Waldherr und Baumschlager wenig Verständnis: „Ich verstehe einfach nicht, dass zwei so erfahrene Piloten das machen. Bei diesen Bedingungen ohne Spikes zu fahren ist wirklich unverständlich.“ Grund zur Freude hatte auch Stig Blomqvist (Mitsubishi Lancer Evo IX). Die schwedische Rallye-Legende schaffte es bei seinem fünften Start im Mühlviertel erstmals ins Ziel und holte den fünften Gesamtrang.

Lokalmatador Ernst Haneder (Mitsubishi Lancer Evo IX) bewies einmal mehr seine Heimstärke. Der Bäckermeister aus St. Oswald hatte lange die Chance auf einen Podiumsplatz, vergab diese Möglichkeit auf den Schnee-Sonderprüfungen. In der Endabrechnung landete er aber dennoch auf dem sehr guten siebenten Platz. Haneder: „Ich habe mir eigentlich mehr erwartet. Noch dazu, wo es heuer mein einziger ÖM-Lauf ist. Dennoch hat es viel Spaß gemacht und die Zuschauer waren einfach sensationell.“

Für Markus Benes (Subaru Impreza WRX STI 08) hat sich die Reise ins Mühlviertel ausgezahlt. Noch dazu, wo er zum ersten Mal seit fast vier Jahren auf Asphalt fuhr. Benes: „Es war wirklich sensationell. Uns ist alles aufgegangen. Vor allem die Prüfungen auf Schnee haben sehr viel Spaß gemacht. Dieser neunte Platz ist ein sehr großer Erfolg für mich.“ Johannes Keferböck (Mitsubishi Lancer Evo IX) komplettiert als Zehnter die Top-10.


Christof Klausner - Sieger Klasse 10 und Publikumsliebling

Doppelten Grund zur Freude hatte Christof Klausner. Der Oberösterreicher gewann nicht nur überlegen die Klasse 10, sondern begeisterte mit seinem attraktiven Fahrstil im Audi Quattro dermaßen die Zuschauer, dass er von den Journalisten zum Publikumsliebling gewählt wurde. Klausner: „Es freut mich, dass jetzt auch die Journalisten auf meinen Fahrstil aufmerksam geworden sind. ich versuche immer Show und Sport zu verbinden. Den Pokal für den Publikumspreis werde ich mit sehr gut aufheben.“ Zweiter in der stark besetzten Klasse H10 (32 Teams am Start) wurde der Italiener Andrea de Luna (Renault Clio) vor Austrian Rallye Challenge Sieger 2008 Markus Huber (Mitsubishi Lancer Evo III).

Die Division II entschied Franz Kitzler (Seat Ibiza) für sich. Pechvogel der Rallye war Daniel Wollinger (Ford Fiesta ST), der in Führung liegend auf der letzten Sonderprüfung mit technischen Problemen aufgeben musste. In der Diesel-Klasse siegte nach dem Ausfall von Vorjahres-Pokalsieger Michael Böhm (Fiat Punto JTD) der Niederösterreicher Michael Kogler vor Bernhard Spielbichler (beide VW Golf V TDI).

Endstand nach 18 Sonderprüfungen
01. Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner (Ö) Mitsubishi Evo IX 2:28:31,4 Std.
02. Hermann Gassner/Karin Tannhäuser (D) Mitsubishi Evo IX +2:10,7 Min.
03. Hermann Gassner jun./Kathi Wüstenhagen (D) Mitsubishi Evo IX +2:54,0 Min.
04. Manfred Stohl/Ilka Minor (Ö) CNG Subaru Impreza MY07 +3:17,3 Min.
05. Stig Blomqvist/Ragnar Spjuth (Swe) Mitsubishi Lancer Evo IX +3:37,3 Min.
06. Jan Cerny/Pavel Kohout (Tch) Subaru Impreza STI +3:54,9 Min.
07. Ernst Haneder/Philipp Kregl (Ö) Mitsubishi Lancer Evo IX +4:00,7 Min.
08. Daniel Behalek/Petr Cernohorsky (Tch) Subaru Impreza STI +4:24,5 Min.
09. Markus Benes/Norbert Wannenmacher (Ö) Subaru Impreza WRX STI +6:18,6 Min.
10. Johannes Keferböck/Karin Punz (Ö) Mitsubishi Lancer Evo IX +

SP-Bestzeiten: Waldherr 10, Baumschlager 3, Stohl und Valousek je 2
(SP 17 nach Unfall von Waldherr abgebrochen)

Wichtigsten Ausfälle: Franz Sonnleitner (Technik vor SP 1), Severin Katzensteiner (Technik SP 2), Pavel Valousek (Tch/Unfall SP 3), Philipp Lietz (Technik SP 4) Kris Rosenberger (Getriebe SP 5), Michael Böhm (Feuer SP 8), Jaroslav Orsak (Tch/Technik SP 8), Hannes Danzinger (Kupplung SP 10), Andreas Waldherr (Unfall SP 17).

Zwischenstand in der ÖM (nach 1 von 7 Läufen)
Division I: 1. Baumschlager 20 Punkte, 2. Stohl 17, 3. Cerny (Tch) 14, 4. Haneder 12, 5. Behalek (Tch) 11, 6. Benes 10, 7. Keferböck 9, 8. Gavlak (Slk) 8, 9. Taddei (Ita) 7.
Division II: 1. Kitzler 20, Ryznar (Pol) 17.
Division III: 1. Kogler 20 Punkte, 2. Spielbichler 17.

Nächster Lauf zur ÖM: Lavanttal-Rallye 27./28. März

Weitere Fotos dieser Veranstaltung:

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