Johannes Keferboeck 2Ein rein österreichisches Podium bei der Rebenland-Rallye 2019 - Neubauer / ettel vor Wagner / Stein und Knobloch / Rausch - Abschlußbericht und Fahrerstimmen

Im Gegensatz zum Vorjahr war diesmal bei der 8. Auflage der Rebenland Rallye der Wettergott gnädig und bescherte dem gesamten Rallyetross erstklassige äußere Bedingungen. Der Tourismusverein Leutschach trat wieder als Veranstalter dieses zweiten Rallye Staatsmeisterschaftslaufes mit Start und Ziel in der Marktgemeinde Leutschach auf.
Insgesamt stellten sich 65 Teams aus 8 Nationen dem Starter und den rund 20.000 Besuchern, die sich entlang der 16 Sonderprüfungen eingefunden hatten. Die Fans sahen erstklassigen Rallyesport und waren von den Leistungen der Aktiven mehr als begeistert.

Dementsprechend positiv fiel auch die Bilanz von Leutschachs Bürgermeister Erich Plasch aus, der für die Gesamtorganisation verantwortlich zeichnete. „Mich freut es, dass wieder so viele Zuschauer in unsere Region gekommen sind und dass die Aktiven neuerlich von einer Veranstaltung unter Freunden gesprochen haben. Besonders stolz bin ich darauf, dass die ansässige Bevölkerung die Rallye mit ihren Teams, den Aktiven und den Fans wieder so positiv aufgenommen hat. Dies hinterlässt natürlich auch in der wirtschaftlichen Bilanz sehr positive Spuren. Ein besonderer Dank gilt dem Land Steiermark mit seinen genehmigenden Behörden, der Wirtschaftskammer Steiermark mit Präsident Josef Herk an der Spitze, der Marktgemeinde Leutschach an der Weinstraße sowie der Polizei, den Feuerwehren und der medizinischen Sicherheitsstaffel M SS in Zusammenarbeit mit der regionalen Rettung. Dieser Dank gilt natürlich auch unserem gesamten Organisationsteam, das unter der Leitung von Rallyeleiter Gerhard Leeb wieder in bewährter Art und Weise hervorragende Arbeit geleistet hat.“  Mitropa Cupsieger Kristof Klausz 2 Zwar noch das Podium verloren, aber den Mitropa-Sieg haben Kristof Klausz & Botond Csányi gewonnen - Foto: Harald Illmer

Zum sportlichen Verlauf:
Mit seinem zweiten Sieg im Rebenland (nach 2016) machte der Salzburger Hermann Neubauer (Ford Fiesta R5) nicht nur sich und sein ZM Racing Team glücklich, sondern die Österreichische Rallye-Staatsmeisterschaft spannend. Denn nur durch seine Klasseleistung (Neubauer holte von 16 möglichen 13 SP-Bestzeiten) bremste der Ex-Meister den Erfolgsrun des ebenfalls wieder sehr stark agierenden Oberösterreichers Julian Wagner. Der Skoda-Fabia-R5-Pilot war als Jännerrallye-Triumphator nach Leutschach gekommen und hatte somit Neubauer (der in Freistadt ausgeschieden ist) bereits unter Druck gesetzt. Von Anfang an stand die Rebenland Rallye im Zeichen des Duells der beiden momentanen Toppiloten Österreichs. Wagner machte hinter Neubauer vor allem am ersten Tag ständig Dampf, ließ dem Spitzenreiter keine Verschnaufpause und war auch durch eine Schrecksekunde, als ein Zuschauer trotz aller Warnungen vor ihm über die Strecke lief, nicht wirklich zu bremsen. Erst auf den langen Prüfungen am Samstagnachmittag gelang es Neubauer, den jugendlich-unbeschwerten Angriffsdrang seines Verfolgers besser zu kontrollieren. Prüfung um Prüfung konnte er sich ein wenig weiter absetzen, so dass am Ende schließlich 25,3 Sekunden zwischen dem verdienten Sieger und dem starken Zweiten der Rebenland Rallye 2019 lagen.

Hermann Neubauer: „Wir sind eine wirklich gute Rallye gefahren, haben fast keine Fehler gemacht. Umso größer ist jetzt die Freude über den ersten Saisonsieg.“

Julian Wagner: „Auf der letzten Prüfung habe ich einen schleichenden Patschen gespürt, bin aber voll am Gas geblieben, um mir damit noch den SP-Sieg und drei wichtige Zusatzpunkte für die Meisterschaft zu sichern. Mit meiner R5-Asphalt-Premiere war ich zufrieden. Aber der Schreckmoment vom Freitag knabbert immer noch an mir.“

Hochspannend verlief freilich auch der Kampf um Platz drei. Um diesen fighteten spätestens nach dem vorzeitigen technischen Ausfall des Tschechen Jan Cerny (Skoda Fabia R5) dessen Markenkollegen Günther Knobloch aus Graz und der junge Ungar Kristof Klausz. Die Leistung dieser beiden Piloten ist umso höher einzuschätzen, als beide zum allerersten Mal in der ORM mit einem R5-Boliden unterwegs waren. Das Sekundenduell zwischen den beiden Debütanten wurde noch dadurch verschärft, als sich beide eine Strafzeit einhandelten (Klausz 10 Sekunden wegen eines Frühstarts, Knobloch 20 Sekunden wegen einer Zeitüberschreitung).

So wollte es die Dramaturgie, dass der Steirer vor der allerletzten Sonderprüfung 2,7 Sekunden hinter dem Ungarn lag – aufzuholen auf einer Distanz von 8,98 Kilometer. Und hier explodierte Knobloch förmlich, kam 11,9 Sekunden vor Klausz ins Ziel und sicherte sich unter steirischem Fanjubel den noch freien Platz auf dem Podest.

Günther Knobloch: „Ich habe auf der letzten Prüfung einfach alles hinausgehaut und mich so mit dem Stockerlplatz belohnt. Es war die bisher beste Rallye meiner Karriere. Ich hätte es leichter haben können, aber leider habe ich durch einen Schaden an der Halbachs eine Strafe wegen Zeitüberschreitung bekommen.“

Auf Platz fünf klassierte sich der Vizemeister des letzten Jahres Johannes Keferböck im Skoda Fabia R5. Sein oberösterreichischer Landsmann Gerhard Aigner (ebenfalls Skoda Fabia R5) sah hingegen das Ziel knapp nicht. Er musste seinen Boliden auf der vorletzten Sonderprüfung nach einem Dreher abstellen.

Im rein steirischen Prestige-Duell der beiden Skoda-Fabia-S2000-Piloten gab es letztendlich keinen Sieger. Kuriosum am Rande: Just als sich der Weizer Stefan Fritz auf SP 12 bei einem Ausritt ein Rad ausgerissen hatte, gab auch der Bolide des Birkfelders Gernot Zeiringer auf derselben Prüfung mit  technischem  Defekt den Geist auf. Das ist wahre Freundschaft !

Sehr zufrieden war Kris Rosenberger, der mit seinem spektakulären Porsche 997 GT3 eine Rebenland-Premiere feierte und als guter Siebenter ins Ziel kam. „Mit einem Top-ten-Platz bin ich hochzufrieden. Es war nicht die leichteste Rallye für uns, weil die vielen Kurven und der viele Schmutz auf der Straße den breiten Porsche-Rädern nicht zugutegekommen sind. Dadurch gab es einige Dreher und am Schluss rutschte die Kupplung durch. Sonst hat Spaß gemacht, und ich erwarte mir für heuer vielleicht sogar noch bessere Ergebnisse.“

Michael Röck 2WD und Juniorensieger Michael Röck fährt mit Patrick Forstner den Sieg bei den Junioren ein und gewinnt die 2-WD Klasse - Foto: Harald IllmerIn der 2WD-Wertung setzte sich hinter dem nicht punkteberechtigten Deutschen  Hermann Gassner (Toyota) der Steirer Michael Röck (Opel Adam R2) als Sieger  in der 2WD-Staatsmeisterschaft durch. „Das war meine erste Rallye in einem neuen Auto. Daher stand das Kennenlernen im Vordergrund. Dann bin ich aber auf den Geschmack gekommen und habe sowohl den 2WD-Sieg als auch die Juniorenwertung gewonnen.“

Im Österreichischen Rallye Cup gewann der Oberösterreicher Robert Zitta (Subaru). Im Rallye Cup 2000 holte der Steirer Martin Pucher (Citroen Saxo) den Sieg.

Einen italienischen Doppelsieg gab es in der Historischen Staatsmeisterschaft. Rino Muradore (Ford Escort) gewann vor Guido Persello (Opel Kadett). Im Historischen Rallye Cup hieß der Sieger Günther Königseder (Lancia Delta Integrale).

Der Ungar Kristof Klausz (Skoda R5) tröstete sich über den verpassten dritten Platz mit dem Sieg in der Mitropacup-Wertung. Klausz: „Ich freue mich, dass mein erster Einsatz in einem R5-Auto so gut gelaufen ist. Ich hoffe, es gibt noch weitere.“ Hinter KIausz wurden die Deutschen Hermann Gaßner sen. und Hermann Gassner jun. Zweiter bzw. Dritter.

Im M1 Rallye Masters war der Kärntner Andreas Schart (Mitsubishi Evo IX) der überlegene Sieger.

Rebenland Rallye 2019, Endstand nach 16 Sonderprüfungen:
  1. Hermann Neubauer/Bernhard  Ettel    A/A       Ford Fiesta R5            1:46:05,7 Std
  2. Julian Wagner/Anne Katharina Stein    A/D       Skoda Fabia R5        +25,3 Sek
  3. Günther Knobloch/Jürgen Rausch    A/A       Skoda Fabia R5                +2:57,0 Min
  4. Kristof Klausz/Botond Csányi    H/H       Skoda Fabia R5             +3:05,3 Min
  5. Johannes Keferböck/Ilka Minor     A/A       Skoda Fabia R5             +6:05,0 Min
  6. Hermann Gaßner/Karin Thannhäuser    D/D       Mitsubishi Evo X R4        +8:12,1 Min
  7. Kris Rosenberger/Christina Ettel    A/A       Porsche 997 GT3     +9:04,2 Min
  8. Hermann Gassner/Ursula Mayrhofer    D/A       Toyota GT86 CS R3      +10:09,7 Min
  9. Jan Cerny/Petr Cernohorsky    CZ/CZ  Skoda Fabia R5               +11:46,1 Min
10. Robert Zitta/Peter Stemp    A/A       Subaru WRX                  +14:09,7 Min
11. Günther Lichtenegger/Cathi Schmidt    A/A       Citroen C3 R5                  +15:45,5 Min
12. Michael Röck/Patrick Forstner    A/A       Opel Adam R2                 +17:08,9 Min
13. Alois Handler/Andreas Scherz    A/A       Peugeot 207 RC R            +17:41,0 Min
14. Günther Königseder/Lukas Holzer    A/A       Lancia Delta Integrale   +19:03,9 Min
15. Hermann Haslauer/Peter Treybal    A/A       Subaru WRX                     +19:12,8 Min
Sonderprüfungsbestzeiten: Hermann Neubauer 13*), Julian Wagner 4*). –
*) Auf der SP 10 Poharnigberg fuhren Neubauer und Wagner die gleiche (Best-)Zeit.

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