• Die Stotterorgie

Es gibt Phasen in der Laufbahn eines Rallye-Teilnehmers, da passieren viele Überraschungen der negativen Art, und selbst jede noch so gewissenhafte Vorbereitungsarbeit scheint ihre Wirkung zu verfehlen. Manuel Wurmbrand kann davon berichten, denn auch bei der Waldviertel-Rallye nützten ihm diesmal weder seine fahrerischen noch seine technischen sowie handwerklichen Fähigkeiten.

Natürlich hat er sich vor allem für seine Heim-Rallye viel vorgenommen und hohe Ziele gesetzt, aber im Verlauf der Veranstaltung wurde sehr bald sichtbar, daß sich eben diese Ziele in diesem Jahr wohl kaum noch verwirklichen lassen würden. Es war ein zähes Ringen an abgeschlagener Position, bis irgendwann einmal gar nichts mehr ging.

Zumindest auf einer Prüfung konnte Manuel Wurmbrand – ansatzweise – seine Schnelligkeit unter Beweis stellen, die er vor allem in diesem Jahr schon mehrmals gezeigt hat, nämlich auf der ersten: Die Stoppuhr blieb bei 6:07.2 stehen – das bedeutete Platz 24 in der Gesamtwertung und Rang Drei in der Gruppe A bis 2000 cm³ (A7), knapp hinter Willi Rabl. Hannes Danzinger, der momentane Shooting Star der Wertungsklasse, lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 17 – man durfte also noch ein wenig hoffen, dass etwas Großes passiert…

Eine Prüfung später, und alles schien wie verflossen: Die 87. Gesamtzeit, die auch im Zwischenklassement einen Absturz auf diese Position brachte, förderte ein niederschmetterndes Resultat zutage. Wie es dazu kommen konnte? Der Motor produzierte einige Zündaussetzer, die Manuel Wurmbrand um einige Minuten gegenüber seinen logischen Konkurrenten zurückwarf. Und sogar hinter einen VW Käfer, was das Drama besonders deutlich machte…

Auf eine Verbesserung warteten Manuel Wurmbrand und Erich Gepp vergeblich, denn auch auf der dritten Prüfung ging sich nur eine 87. Gesamtzeit aus. Nun waren sie auf den vorletzten Platz abgerutscht, zwischen einem Trabant und dem am schlechtesten platzierten Volvo. Sicher nicht das, was sie sich von dieser Rallye erwartet hatten, aber das ungewöhnlich häufige Absterben des Motors und die darauf oftmals folgende lange Stehzeit machten sich dermaßen penetrant bemerkbar, daß an standesgemäße Zeiten nicht zu denken war. Bildlich gesprochen: Wer keine Finger hat, kann keine Faust machen!

Einen leichten Lichtblick schien die vierte Prüfung mit einer 43. Gesamt-Zeit zu bringen (Neubau-Nordring, wo auch die erfolgreiche erste SP stattfand), ohne daß jedoch eine Möglichkeit bestand, vom vorletzten Platz wegzukommen. Manuel Wurmbrand und Erich Gepp kämpften dennoch weiter, wie es sich für echte Sportsleute gehört, wobei sie von den Neutralisationen der Prüfungen Fünf und Sechs sicher profitiert hatten. Aber als der Motor auf der darauffolgenden Zwischenetappe gar dreimal ausfiel und langmächtig nicht in Gang zu bringen war, war alles Andere als die Aufgabe nur mehr eine sinnlose Kraftverschwendung. Der Wurm lag wohl irgendwo in der Elektrik, gebrannt hatte nichts, aber die Funktion des Autos war gestört – zu sehr, um einigermaßen vernünftig Rallye zu fahren.

Mit der Frage „was wäre, wenn“ hält sich das Team von Wurmbrand Racing gar nicht lange auf: Das bereits heuer massiv intensivierte Engagement wird im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden, die mehrmonatige Pause bis zum nächsten Einsatz wird dabei zusätzlich helfen. Der Auftritt als Zwei-Wagen-Formation ist längst beschlossene Sache (das zweite Auto, ein SEAT Ibiza Kitcar, wird am kommenden Freitag beim freien Fahren am PS-Racing Center Greinbach zusätzlich getestet), und es müßte schon wirklich mit dem Teufel zugehen, wenn da nicht ganz großartige Erfolge in Aussicht stehen würden. Vor dem Erfolg steht der Schweiß, aber geschwitzt hat Manuel Wurmbrand lange genug…

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