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190109 Vienna Autoshow 2019 DH 2210Über das Styling der Hostessen auf der Vienna Autoshow und dealer-taugliche Automobile - eine doch andere Betrachtungsweise aus  verschiedenen Blickwinkeln

Es ist spannend. Für jemanden, denen Autos nicht egaler sein könnten, ist eine Automesse der ideale Ort, um sich allem anderen zu widmen. Etwa die maßgeschneiderten und sorgsam ausgewählten Kostüme der Hostessen zu bewerten, die geschniegelten Verkäufer im Debattierkampf um das lukrativste Gefährt zu beobachten, den Kopf zu schütteln über die irr umher rennenden Messebesucher auf der gierigen Jagd nach Goodies.


Den Automobilen wird natürlich auch ein wenig Achtung gewährt, jedoch aus einem ganz anderen Blickwinkel als dem des nach Rabatten bohrenden Kleinwagenbeziehers.

190109 Vienna Autoshow 2019 DH 2250Auf die Briten ist Verlaß - E-Mobilität kein Thema
Purer Luxus ist angesagt - Foto: Dirk Hartung / Agentur Autosport.a

Beuteschema Automobil - der etwas andere Blickwinkel

Mein Beuteschema: Autos, die so besonders scheinen, dass sie Aufmerksamkeit erregen, obwohl sie vermutlich keine Käufer finden oder gar so unpraktisch groß und schwer sind, dass sie den Rahmen jeder Standardgarage sprengen würden.

 

Da gäbe es den Mercedes Benz AMG G63 ( siehe Bild oben), das perfekte Drogen-Dealer-Auto, wenn man so will. Auf der Messe steht er provokant in passendem kokainweiß. Ein Hummer sähe schmächtig aus dagegen. Kugelsicheres Glas sind nur eines der Extras, mit denen man den G63 ausstatten lassen kann, um ihn für den Koka-Schmuggel noch dschungelreifer zu machen. Der Powermotor macht sich bezahlt – „da kommt man schnell weg.“

Bei BMW steht der Mini in Miniformat. Er kommt wieder in Mode – Der „Mr. Bean“. Heißt bestimmt anders, aber in etwa diese Größe hat das Prachtstückchen im Zentrum des Mini-Standes, der Schnittstelle zwischen Spott und Geläster und Selfie-Sessions ist. Ansonsten hat sich wenig getan bei Mini – Es sieht immer noch alles so aus wie immer. Schön, irgendwie: Beruhigend, dass manches Gutes sich bewährt.

Beim Alten sind auch die Hostessen bei BMW: Hier gibt es nur schöne, adrett gekleidete große Modeltypen der Sorte Schnösel, die mit dem identen Outfit wohl auch Hair & Make-up synchronisiert bekamen. Die Jungs mit zu engen und zu hoch geschnittenen Hosenbünden sehen aus wie frisch aus München importiert. Sind sie vermutlich auch.

Luxus der Oberklasse - Leder & Holz

Ein wahrhafter Hingucker ist natürlich der Rolls Royce. Hier kommt kein Ferrari ran und jeder Porsche kann einpacken, wenn der glamoröse Brite auf der Bildfläche erscheint. An jedes Detail ist gedacht, alles ist meisterhaft luxuriös. Bis zu 18 Rinder sterben pro Luxus-Gefährt der absoluten Oberklasse alleine für die Lederpolsterung, dutzende Bäume lassen ihr Leben zugunsten der veredelten Montur. Leben, die mit Ehre aufgegeben werden, um in der Hoheit verewigt zu werden.

 

Dann öffnet man die tonnenschwere Türen mit federleichtem Griff und erblickt als erstes die Plastiksicherheitsgurte mit leuchtend rotem Warnsignal. Stilbruch, aus der Traum. Sieht aus wie von der Stange. Und ist es aufgrund der allgemeinen Sicherheitsvorschriften in Wirklichkeit auch, exakt so wie bei den preiswertesten Kleinwagen.

Wenn man am Tag darauf anstatt als Automobilkritikerin als Hostess wiederkommt, sieht die Lage nicht viel anders aus als zuvor, sie verschlimmert sich eher: Eine Spezies Mensch nimmt man nun besonders intensiv wahr: die Messebesucher. Wie Verrückte drängeln sich die Leute ihren Weg von Goodie zu Goodie, Plastik wird in Unmengen eingesammelt, Flyer Alibi-halber miteingesteckt.

Die Taschen quellen über mit Gratis; die Autos sind für die Schnäppchenjägern eigentlich irrelevant. Vereinzelt trifft man einen willigen Käufer, doch die sind selten. Meist wurden sie bereits von Verkäufern anderer Marken abgeworben, bevor sie es zum eigenen Stand schafften. Jeder ist gespoilt, Käufer oder nicht: So viel Müll wie hier geht selten wo raus. Tausende Flyer, tausende Folder, tausende Plastikkugelschreiber und Plastikschlüsselanhänger und Plastiktragetaschen mit penetrant großen Firmenlogos zieren die Autoshow. Von der Nachhaltigkeit, die so brav in der erstmals eingerichteten E-Mobility Area versprochen wird, keine Spur. Hier gibt’s noch Bedarf, ihr Lieben.

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