• Die Quintessenz des Automobildesign von gestern und morgen
  • Weltpremieren und ausgezeichnete Klassiker

Der Comer See hat abermals zwei glanzvolle Tage im Zeichen des Automobildesign erlebt. Beim Concorso d'Eleganza Villa d'Este vom 21. bis 22. April stellten sich 53 klassische Automobile der Baujahre 1919 bis 1971, unterteilt in acht Wettbewerbsklassen, den kritischen Blicken der Jury und des Publikums. Lorenzo Ramaciotti, Präsident der Jury, lobte die einzigartige Konzentration automobiler Kunstwerke vor der Kulisse des weltberühmten Grandhotels Villa d'Este. Zum neunten Mal fand der Concorso unter der Schirmherrschaft der BMW Group statt.


Mercedes SSK von 1930

Die Zukunft des Automobildesigns zeigte sich im Wettbewerb der aktuellen Concept Cars. 13 Fahrzeuge eröffneten Perspektiven auf die Welt des Automobils von Morgen. Wie im vergangenen Jahr fand sich unter den Teilnehmern wieder eine Weltpremiere: Die Carrozzeria Zagato stellte den Maserati GS Zagato zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor. Die BMW Group zeigte außer Konkurrenz erstmals das Concept Coupé Mille Miglia 2006 in der Öffentlichkeit. Die Hommage an das Gewinnerfahrzeug von 1940, das BMW 328 Mille Miglia Touring Coupé, wird nach seinem Auftritt am Comer See erst wieder im BMW Museum im kommenden Jahr zu sehen sein.


Alfa Romeo 6C

Wie groß das Interesse beim Publikum war, zeigte der Andrang am Sonntag im Garten der Villa Erba. Auf dem großzügigen Gelände am Ufer des Comer Sees konnten sich die Enthusiasten nicht nur dem Feld der Klassiker und den Concept Cars widmen sondern besuchten auch die Sonderausstellungen "90 Jahre Marke BMW" und "Automobildesign von Giovanni Michelotti".

Die Trofeo BMW Group ging an den Mercedes-Benz SSK aus dem Jahr 1930. Dieser SSK wurde nach den Entwürfen des Count Felice Trossi bei dem englischen Karrosseriebauer Willi White in England hergestellt. Es ist einer der wenigen Mercedes-Benz SSK mit Spezial-Karosserie. Der Auftraggeber und seine Farbe brachten ihm den Titel "der schwarze Prinz". Das Fahrzeug stammt aus der Ralph Lauren Collection.


Bugatti 75 C Cabriolet Voll & Ruhrbeck von 1939

Der Publikumspreis Coppa d'Oro Villa d'Este und damit der Hauptpreis der Besucher ging an den Bugatti 57C Cabriolet Voll & Ruhrbeck aus dem Jahr 1939. Das Chassis des Fahrzeugs wurde als eines der letzten vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges an den deutschen Bugatti Importeur Noll in Düsseldorf ausgeliefert. Voll & Ruhrbeck erhielt den Auftrag, das Chassis mit einer Spezial-Carrosserie zu versehen. Der Bugatti war anschliessend im Besitz der Norwegischen Eislauf Olympiasiegerin Sonja Heine. Nach einer kompletten Restaurierung war der der Bugatti jetzt erstmals wieder in seiner Originalausführung in Europa zu sehen. Das Fahrzeug ist in Besitz von James A. Patterson.

Die Trofeo BMW Italia (Public Referendum at Villa Erba) ging an Alfa Romeo 6C 1750 GS Flying Star aus dem Jahr 1931. Für den Alfa Romeo fertigte die Carrozzeria Touring aus Mailand eine Spezial-Karosserie, die als "Flying Star" in die Automobilgeschichte eingegangen ist. Mit diesem Modell gewann Mrs. Josette Pozzo 1931 beim Concorso d'Eleganza Villa d'Este die Coppa d'Oro di Villa d'Este. Nach 76 Jahren kehrte der Alfa Romeo Flying Star nicht nur wieder an die historische Stätte seines größten Erfolgs zurück, sondern konnte mit der Trofeo BMW Italia einen weiteren Preis gewinnen. Das Fahrzeug stammt aus der Sammlung von Arturo Keller.


BMW 355 von 1940

Der Trofeo FIVA für das am besten erhaltene Auto ging an den Alfa Romeo 6C 1750 SS Spider Zagato aus dem Jahr 1929 von Henri Chambon. Mit der Leichtbaukarosserie war das Fahrzeug wie maßgeschneidert für den Rennsporteinsatz und gewann 1929 die Mille Miglia. Der Preis für die weiteste Anreise, verliehen durch den Automobilclub von Como, ging an den BMW 335 Cabriolet Autenrieth. Per Viberg führte seine Reise mit dem viertürigen Cabriolet vom Norden Nowegens bei Schneesturm bis ins sonnige Como.. Der Trofeo Rolls-Royce für den elegantesten Aufbau auf Rolls-Royce Basis wurde an den Rolls-Royce Phantom II Continental 2 door Hooper von Stefan Schörghuber aus dem Jahr 1932 vergeben. Nur drei Exemplare dieses Zweisitzers wurden auf der Basis des Rolls-Royce Phantom II Continental gefertigt.

Ganz in der Tradition des Wettbewerbs gibt es nunmehr seit sechs Jahren einen Designpreis für die besten modernen Konzeptfahrzeuge. Der Concorso d'Eleganza Villa d'Este Design Award ging an den Ferrari P4/5 Pininfarina. Vom sensationellen Supercar Ferrari Enzo baute man in Maranello genau 400 Stück. Dies war dem amerikanischen Filmproduzenten und Börsenexperte James M. Glickenhaus nicht exklusiv genug. Der Ferrari-Sammler beauftragte die Carrozzeria Pininfarina in Turin mit dem Bau einer Spezial-Karosserie auf der Basis eines Standard-Enzo. Die Karosserieform des P4/5 ist eine Reminiszenz an die legendären Daytona-Sieger Ferrari 330 P4 von 1967.

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