Walter Mayer stellt sich die Sinnfrage Vor dem zweiten Lauf der ORM am kommenden Wochenende im Lavanttal macht sich Walter Mayer Gedanken über das Ende der Karriere. Die Motivation fällt dem 69-Jährigen immer schwerer.

Würde man eine Blitzumfrage bei Pensionisten starten, wie sie ihre Freizeit gestalten, würde man wohl Wandern, Ausflüge, Shoppen oder auch Tauben füttern im Park als häufigste Antworten bekommen. Spitzensport betreiben wäre mit Sicherheit nicht darunter.

Einer, der da komplett aus der Norm fällt, ist Walter Mayer. Der mittlerweile 69jährige Niederösterreicher steht nach wie vor voll im Berufsleben, hat quasi die Oberaufsicht über sein Autohaus in Gießhübl und den Reitstall im benachbarten Kaltenleutgeben. Walter Mayer: "Irgendwie fehlt der letzte Biss, die Freude am Motorsport – vor allem vor den Rallyes"<br>Foto: Werner Schneider/Agentur Autosport.atWalter Mayer: "Irgendwie fehlt der letzte Biss, die Freude am Motorsport – vor allem vor den Rallyes"
Foto: Werner Schneider/Agentur Autosport.at


Und sportlich mißt er sich in seiner 39. Motorsportsaison in der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft mit den Stars der Jetztzeit und den aufstrebenden jungen Talenten.

Beim zweiten Lauf am kommenden Wochenende (7., 8. April), der Lavanttal-Rallye, steht er mit seinem Peugeot 208 R5 und Co-Pilotin Katja Totschnig als einer von knapp 90 Teilnehmern – wohlgemerkt als ältester Pilot - erneut am Start.

Im Vorfeld steht bei Mayer aber nicht die Frage nach den Zielen, sondern die Sinnfrage, ob er sich denn das alles noch weiter antun soll . . .

Dieses Umdenken kam aber nicht von heute auf morgen: „Es ist ein Prozess, der schon einige Monate im meinem Kopf herumschwirrt. Irgendwie fehlt der letzte Biss, die Freude am Motorsport – vor allem vor den Rallyes“, erklärt Mayer, der aber auch ein wenig in der Zwickmühle ist. „Denn wenn ich dann im Auto sitze und mir eine halbwegs gute Prüfung gelingt, ist die Freude wieder da.“

Genau das ist aber der Punkt: Mayer ist als Mensch voll von Ehrgeiz und ein Perfektionist: „Wenn ich etwas mache, dann will ich alles herausholen, bin nur mit dem Maximum zufrieden. Wenn ich die letzten Veranstaltungen Revue passieren lasse, dann bin ich ehrlich genug zu mir um zu sagen, dass dies nicht der Fall war.“

Im Klartext heißt das, dass der Zahn der Zeit eben auch an Walter Mayer nicht spurlos vorüber geht: „Da kannst du noch soviel trainieren, an deiner Fitness arbeiten. Fakt ist, dass es von Jahr zu Jahr mühsamer wird. Die körperliche Anstrengung, das Nachlassen der Sehkraft – alles Faktoren, die man einfach nicht beeinflussen kann, die eben das Alter mit sich bringt. Und das macht dann in Summe den Rückstand auf die Spitze aus – abgesehen von den vielen technischen Problemen, die ich bei den letzten Rallyes hatte.“

Nachdem er aber vom Tauben füttern im Park nicht viel hält, wird Mayer wohl noch ein Weilchen am Grübeln bleiben. Einen krönenden Abschluss hätte sich seine lange und erfolgreiche Karriere verdient.

2018 wäre ein perfekter Zeitpunkt – meint zumindest sein langjähriger Medien-Betreuer – ein letzte Rallye mit 70 in seiner 40. Saison – das hätte doch was . . .

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