• Die Rallye aus deutscher Sicht
  • Deutsche tapfer im Ziel
Alle Deutschen, die nach dem ersten Tag noch in der Rallye waren, haben gestern auch nach neun eisenharten Tagen das Ziel der East African Safari Rally in Kenia erreicht. Wenn auch in unterschiedlicher Verfassung ...

Pechvögel des Tages waren Jürgen Bertl und Iqbal Sasoon. Nachdem an den letzten drei Tagen Bertl das Steuer von seinem Piloten übernommen hatte ging es mit der deutsch-amerikanischen 911er-Freundschaft in Riesenschritten vorwärts. Noch am vorletzten Abend belegten sie den 13. Rang und Jürgen Bertl war wild entschlossen noch in die Top-Ten zu fahren. So wild allerdings, dass er sich mangels Kupplung und daraus resultierendem am-Schalthebel-Rumgerupfe böse verschaltete. Nicht der dritte folgte dem ausgedrehten zweiten Gang sondern der erste. Resultat: Reichlich krumme Ventile. Da der Porsche aber über eine hydraulische Ventilspieleinstellung verfügt, lief diese nun Amok und versuchte mit ordentlich Druck, die schiefen Ventile wieder zu in ihre Position zu bringen. Da aber nicht die Ventile sondern die Schläuche dieses Systems nachgaben, stand am Ende der zweiten WP das gesamte Porscheheck in lichterlohen Flammen. Mithilfe der Löschanlage, zweier Handfeuerlöscher und rund 30 Litern feinsten Mineralwassers eines vorbeikommenden Servicewagens konnte der 911er zumindest vor dem Totalabbrand gerettet werden. Somit mussten Bertl/Sasoon zwar die letzte WP auslassen, retten sich aber immer noch mit vereinter Manneskraft der Zuschauer auf die Zielrampe. Und erfuhren die beiden dann das Unglaubliche: Bertl fuhr in dieser zweiten WP trotz Kupplungs- und angehendem Motor-Schaden die dritte Zeit in der Gesamtwertung! Was für ein Höllenritt. Durch das Auslassen der letzten WP war es trotzdem mit den Top-Ten vorbei, „lediglich“ Rang 18 blieb für Bertl und das Geburtstagskind Sasoon übrig. Aber selbst letzterer trug es mit Fassung: „Wer kann schon von sich behaupten, seinen Geburtstag auf der Zielrampe der Safari-Rallye zu feiern und dann noch einen neuen Porsche zu bekommen?!“

Auch Uwe Kurzenberger erklomm mit seinem Piloten Hardev Singh Sira die Zielrampe nur mit Hilfe der Zuschauer. Sie konnten zwar den Tag noch durchfahren, allerdings hatten sich an ihrem Peugeot 504 Coupé sowohl die Kupplung als auch der Anlasser verabschiedet. Durch diese Anhäufung technischen Ungemachs konnten sich die beiden am letzten Tag nicht mehr verbessern und sind auf Rang 34 ins Ziel gehumpelt. Für Kurzenberger aber immerhin die dritte Zielankunft beim dritten Start. Das gelingt nicht vielen.

Einen Platz dahinter erreichte Kurzenbergers Frau Gabriele Mahler das Ziel in Mombasa. Auch hier machte der Datsun 240 Z ihres Piloten Imi Dewji reichlich Mucken. Das letzte verbliebene Differential ging absolut auf dem Zahnfleisch und auch der Motor war drauf und dran das Land nicht mehr lebend zu verlassen. Trotzdem retteten sie sich auf Rang 35 ins Ziel.

Die Chancen des von Rallywebshop.com unterstützten Peter Stoehr auf eine ordentliche Platzierung waren ja schon nach dem ersten Tag zunichte gemacht, als er mit diversen technischen Defekten und einem Überschlag erstmal das Auto wieder fahrtüchtig machen musste. Trotzdem hat sich der immer bestens aufgelegte Safarineuling noch vom 50. auf den 38. Platz verbessern können mit seinem völlig unterlegenen Datsun 1600 SSS. Auch sein Beifahrer Josef Jusic, der seine erste Rallye überhaupt bestritt, ist nun vom Safari-Fieber infiziert: „Jetzt wo ich weiß wie alles funktioniert und was einen hier für Strapazen erwarten, will ich in zwei Jahren bei der nächsten Safari-Rallye auf jeden Fall wieder dabei sein!“ So sieht Stoehr das auch, der allerdings dann mit einem deutlich potenteren Auto nach vorn fahren will. Nur über die Farbe des Porsche 914/6 ist er sich noch im Unklaren ...

Dieses neue Sportgerät soll ihn dann mindestens dorthin bringen, wo unsere österreichischen Freunde Josef Pointinger und Wolfgang Nolscher in diesem Jahr schon gelandet sind: auf einem achtbaren 20. Rang. Und das, obwohl sie nach einem Auffahrunfall mit Safari-Legende Joginder Singh auf einer Verbindungsetappe ihrem Ford Escort ein sehr kompaktes Äußeres verliehen hatten und viel Zeit bei den anschließenden Kosmetikreparaturen mit dem Vorschlaghammer verloren.

Wiederkommen wollen alle und es werden sicher wieder noch ein paar mehr sein wenn im November 2009 die Startflagge zur „World’s Greatest Rally“ fällt. Dann werden hundertprozentig auch Rallywebshop.com-Pilot Gunter Kronseder und Gerd Petzold wieder antreten, die mit ihrem mächtigen 450 SLC in diesem Jahr schon am ersten Tag sämtliche Stoßdämpfer in die Luft gejagt hatten und sich seitdem in Ruhe auf den Nikolaus vorbereiten konnten ...
Quelle: http://www.rallywebshop.com/

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