Bei perfekten winterlichen Verhältnissen, wie man es sich von einer Jännerrallye wünscht und leider schon lange nicht mehr hatte, ging von 4. bis 6. Jänner der erste Lauf zur österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft, sowie zur FIA European Rallye Challenge (ERC) über die Bühne. Auch bei der 32. Jännerralle war der Rallye Club Perg mit 8 Teams wieder der am stärksten vertretene Club. Speziell den Freunden des gepflegten Drifts wird der RCP in guter Erinnerung bleiben.

Den schwierigen Bedingungen entsprechend hoch war die Ausfallsquote, welche auch beim RCP hoch war. Von den beiden Teams die in der Wertung ins Ziel kamen, hatten Manfred Hinterreiter und Christian Tinschert mit ihrem Mercedes 190 E klar die Nase vorne. Getriebeproblemen zum Trotz – mehrmals blieb ein Gang hängen – begeisterte Hinterreiter die Fans mit gewagten Drifts und fräste dabei gute Zeiten in den Schnee. Mit dem 17. Gesamtplatz und dem Sieg in der Klassenwertung landet das RCP Duo nur knapp hinter dem schnellsten Zweiradgetriebenen Fahrzeug und kann mit dieser Leistung mehr als zufrieden sein.

Klausner & die Jänner-Rallye: Maximum Fun – und seine Grenzen - Foto: Martin Butschell/Agentur Autosport.atAm 21. Gesamtplatz und dem Klassensieg bei den Historischen Fahrzeugen beenden Karl Raab und Martin Fürntratt die Rallye. Nachdem sie bereits auf der zweiten Sonderprüfung durch einen Ausritt etwa 7 Minuten auf einer Schneebank hängengeblieben sind und nur durch tatkräftige Unterstützung der Zuschauer die Fahrt wieder fortsetzen konnten, starteten sie eine Aufholjagd und konnten noch viele Plätze gutmachen, wobei sie mit ihrem BMW 2002 tii teilweise sogar das vor ihnen gestartete Fahrzeug überholten.

Den Beginn der Ausfall-Liste markieren die Titelverteidiger bei den historischen Fahrzeugen Mario Klopf und Tamara Schweiger im Ford Escort RS2000. Nach starken Zeiten auf den ersten drei Sonderprüfung rutschten sie auf der zweiten Durchfahrt der Heim-Prüfung von Klopf, der SP Pierbach, fast in Zeitlupe von der Strecke und landeten dabei so unglücklich in einem tiefen Graben, dass eine Bergung durch Manneskraft unmöglich war. Nachdem alle Teilnehmer durch waren wurde der Escort von der Feuerwehr geborgen und das Auto wieder in Schuss gebracht. Natürlich wurde am zweiten Tag wieder gestartet, durch den Ausfall jedoch außerhalb der Wertung. Deshalb entschied sich das Ford Duo nicht nur auf schnelle Zeiten, sondern auch auf spektakuläre Fahrweise Wert zu legen, weshalb an Showeinlagen wie brutalen Driftwinkel und so manchem „Ringerl“ nicht gespart wurde.

Nach der 4. Sonderprüfung mussten Gerald Rigler und Martin Rossgatterer vom Rigler Racing Team ihren Mitsubishi Evo IX abstellen. Der Defekt an der Zündung konnte behoben und die Rallye am zweiten Tag fortgesetzt werden. Mit einigen Top 3 Zeiten konnten sie ihr Potential aufzeigten, ohne jedoch etwas riskieren zu müssen, da sie ja aufgrund des Ausfalles nicht mehr gewertet wurden.

Aufgrund eines Kurzschlusses mussten Christian Mitterlehner und Christopher Kastner ihren Audi Coupe S2 auf der 7. Sonderprüfung abstellen. Zu Beginn hatten sie mit einer falschen Reifenwahl stark zu kämpfen, was auf den ersten drei Sonderprüfungen zu etlichen Ausritten führte, welche zum Glück alle glimpflich verliefen und man aus eigener Kraft wieder auf die Strecke zurückkam. Danach kam der Pierbacher richtig in Fahrt und konnte zeigen, weshalb er seine Wertungsklasse im Vorjahr gewinnen konnte. Nach dem Restart am 2. Tag ging es nur noch darum Spaß zu haben und das Publikum zu begeistern, was mit Bravour gelang. Auf der drittletzten Sonderprüfung quittierte dann jedoch das Differntial seinen Dienst, weshalb der somit unfahrbare Audi abgestellt werden musste.

Für Erwin Kollingbaum und seinen Copiloten Christian Gassner verlief die Rallye großteils problemlos, bis sie auf der Vorletzten Sonderprüfung mit einem Ausrutscher endete, wo der BMW 325 E30 bei einem Aufprall an einem Strommasten zu stark beschädigt wurde, um die Rallye fortzusetzen.

Publikumsliebling Christoph Klausner hat auch heuer seinen bereits in die Tage gekommenen Audi Urquattro bestens für die Jännerrallye vorbereitet. Die Bedingungen entsprachen genau den Vorstellungen von Klausner und seinem Copiloten Harald Söllner und so wurde auch hier ein perfekter Mix aus schnell und dennoch fast nur quer unterwegs gefunden. Mit einer 8. Gesamtzeit, also auch die ERC Starter miteingerechnet, auf der 12. Sonderprüfung zeigte das Audi Team einmal mehr, dass ein spektakulärer Fahrstil nicht zwangsweise langsam ist. Bis zu seinem Ausfall auf der 14. Sonderprüfung, wo durch einen Zusammenstoß mit einem Baum die Lenkung verbogen wurde, konnte sich Klausner am 8. Platz im nationalen Feld etablieren und dabei einige modernere Fahrzeuge hinter sich lassen.

Auf der 10. Sonderprüfung verweigerte das Getriebe des BMW M3 von Niki Glisic und Josef Kral den Dienst, nachdem auch dieses Furiose Duo einerseits mit guten SP Zeiten, andererseits mit gewohnt extremen Drifts die Fans in Euphorie versetzten.. Trotz lobenswertem Einsatz der FF St. Leonhard, welche den BMW nicht nur aus der Sonderprüfung schleppte, sondern auch eine Garage, Werkzeug und bis spät in die Nacht hinein auch Manneskraft zur Verfügung stellte, konnte der Schaden nicht behoben werden.

Foto: Martin Butschell/Agentur Autosport.at

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