• In einer hochdramatischen Rallye Weiz 2014 warf der Salzburger Hermann Neubauer kurz vor Schluss im strömenden Regen den Sieg weg
  • Dreifach-Triumph für BRR

Die Rallye Weiz die am Wochenende bereits zum dritten Mal als Lauf zur Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft ausgetragen wurde, erwies sich neuerlich als schwierige, sehr anspruchsvolle und sportlich hochstehende Veranstaltung.

An beiden Rallyetagen gab es sommerliches Wetter mit Temperaturen um die 30 Grad. Erst zwei Prüfungen vor Schluss setzten heftige Regenfälle ein. Der Rallyeclub Steiermark mit Organisationschef Mario Klammer an der Spitze, hat sein Versprechen eingelöst, die bisher beste Weiz-Rallye durchzuführen. Dazu Klammer:„ Die Veranstaltung wurde ihrer Vorgabe in allen Belangen gerecht. Wir haben eine tolle Motorsportveranstaltung mit allem was dazu gehört, erlebt. Dazu haben nicht nur die Aktiven, die Teams und die rund 35.000 Fans beigetragen, sondern auch die vielen Helfer aus den Bereichen der Feuerwehr, Rettung und Polizei, bei denen ich mich bedanken möchte. Mein Dank gebührt auch den 20 Anrainergemeinden für ihre Unterstützung. Dieser gilt natürlich auch besonders unserem Hauptsponsor der Knill Gruppe, sowie allen übrigen Sponsoren. Ein besonderer Dank geht an unsere eigene Mannschaft die mit viel Einsatz bei der Sache war und damit den erfolgreichen Verlauf der Rallye garantierte. Bewährt hat sich auch wieder die Weiz App für Smartphones. Ihre User wurden immer mit aktuellen Informationen versorgt.

Raimund Baumschlager fährt den 12. Staatsmeistertitel in Weiz ein - Foto: Martin Butschell/Agentur Autosport.at

Der sportliche Verlauf:
Zum dritten Mal in Serie hat Raimund Baumschlager seine Chance in Weiz genützt. Nach 2012 und 2013 holte sich der 54-jährige Oberösterreicher auch heuer bei der Rallye in der Oststeiermark den Sieg und folglich auch wieder den Staatsmeistertitel. Es ist dies der 12. Streich in seiner so tollen Motorsport-Karriere. Bis es allerdings so weit war, schrieb das Drehbuch der Rallye Weiz 2014 eine hochspannende Geschichte - mit einem glorreichen Helden (Raimund Baumschlager) und einer tragischen Figur (Hermann Neubauer).

14 der 16 Sonderprüfungen bestimmte Hermann Neubauer das Geschehen bei der Rallye Weiz. Wie auf Schienen pilotierte der Salzburger seinen Ford Fiesta S2000 über den Asphalt. Und leistete er sich einmal einen Dreher wie auf SP 4, so bügelte er diesen Fehler spätestens zwei Prüfungen später wieder aus, um sich wieder in Führung zu setzen. Als der Skoda von Neubauers schärfstem Verfolger Raimund Baumschlager auf SP 12 auch noch heiß lief und seinem Piloten 1,17 Minuten Rückstand inklusive einer 10-Sekunden-Strafe wegen Zeitüberschreitung einbrachte, schien der Weg für Neubauers ersten Sieg in einem ÖRM-Lauf frei. Dass Neubauers Aussage „Ich bin noch nicht im Ziel“ später eine dramatische Aktualität erlangen sollte, gehört zu den manchmal bitterbösen Storys, die oftmals in der Natur einer Rallye liegen.

Ein schweres Unwetter begleitete die Piloten in die vorletzte Prüfung Thannhausen. Und schon das erste Auto wurde Opfer der sintflutartigen Bedingungen. Unglaublich, aber wahr - es war Hermann Neubauers Ford Fiesta, der infolge Aquaplaning in einem Baum landete und somit Raimund Baumschlager, der die Bedingungen im wahrsten Sinn des Wortes meisterte, trotz vorherigem 1,13-Minuten-Rückstand noch den Sieg bescherte. Raimund Baumschlager: „Das war eine echt verrückte Rallye. Es war schon bitter, als ich an Hermann vorbeigefahren bin. Er hätte sich den Sieg verdient. Ich kann mir vorstellen, wie es jetzt in ihm ausschaut. Andrerseits freue ich mich natürlich über den Sieg und vor allem über meinen 12. Meistertitel. Das hat es in Österreich noch nicht gegeben und macht mich daher natürlich schon sehr stolz.“

Günther Knobloch bei seinem ersten ÖM-Lauf direkt auf Platz 5 - Foto: Martin Butschell / Agentur Autosport.atFreuen durfte sich Baumschlager auch noch über das restliche Resultat. Mit dem Südafrikaner Henk Lategan und Mario Saibel landeten nämlich noch zwei Piloten aus seinem BRR-Team auf dem Siegespodest. Weil Lategan in der ÖRM nicht punkteberechtigt ist, kassiert Saibel als Drittplatzierter die Punkte für den zweiten Platz und sicherte so seine Anwartschaft auf den heurigen Vizemeistertitel ab. „Ich habe mich immer bemüht, in Schlagdistanz zur Spitze zu bleiben. Das ist mir manchmal ganz gut, dann wieder weniger gut gelungen. Aber ich freue mich über den Dreifachsieg des BRR-Teams.“

Als faustdicke Überraschung kann der fünfte Platz von Günther Knobloch gewertet werden. Der ehemalige Motorrad-Pilot fuhr in Weiz seinen ersten Rallye-Staatsmeisterschaftslauf und landete gleich unter den Top five. „So ein Ergebnis hätte ich mir nie erträumt. Und dass ich darüber hinaus auch noch der beste Steirer geworden bin, ist das Tüpfelchen auf dem i.“
In der Division II holte Michael Böhm einen haushohen Sieg. Der zweitplatzierte Kristof Klausz lag am Ende 2:58 Minuten zurück. In der Meisterschaft bleibt der Ungar trotzdem noch um zwei Punkte vorne. Böhm: „Das macht nichts. Wir kommen ihm immer näher. Es gibt ja noch zwei Rallyes heuer.“ Einen Rückschlag im Meisterschaftskampf musste Daniel Wollinger hinnehmen. Der Steirer schied auf SP 15 mit einem technischen Defekt aus.

Im Rallye Pokal der OSK siegte in der Division P2 Harald Schloffer vor Robert Surtmann und Herbert Weingartner. In der Division P3 siegte Martin Jakubowicz vor Johannes Käfer und Mike König.

In Weiz wird auch um Punkte für die Historische Staatsmeisterschaft gekämpft. Hier gewann Willi Rabl auf Porsche 911 überlegen. Im Historischen Rallyepokal gewann der Steirer Gert Göberndorfer (Opel Ascona) vor Johann Derler (BMW 2002).

Im Opel Corsa OPC Rallye Cup hat der Kärntner Christoph Leitgeb gewonnen. Hinter ihm platzierten sich der Salzburger Rene Rieder und der Oberösterreicher Gerhard Aigner.

Der Alpe Adria Rally Cup stand ganz im Zeichen des Italieners Claudio de Cecco (Citroen DS 3). Er gewann vor Mirko Carraro (It/Renault Clio). Dritter wurde der Österreicher Franz Schulz (Peugeot 207).

Fotos: Martin Butschell / Agentur Autosport.at

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