Podium im Schneebergland - Frühes Aus in Weiz für Martin KalteisVor knapp einem Monat fuhr Martin Kalteis bei der Schneebergland Rallye noch auf das Podium. Am ersten Tag der Rallye Weiz mußte er gestern nach der SP3 seinen Mitsubishi abstellen. Sein Beifahrer Peter Berger erlitt einen Kreislauf-Zusammenbruch.

Der ein oder andere Besucher der Rallye Wei wird sich heute morgen erstaunt die Augen gerieben haben. Der "Überflieger" der Schneebergland Rallye, Martin Kalteis, bereits als Voraus-Auto bei der Weiz-Rallye ? Ja, für ihn war der Rallye-Bewerb gestern bereits nach SP3 beendet. Sein Co-Pilot Peter Berger klagte bereits auf SP2 über gesundheitliche Probleme. Für SP3 meldete er sich vom Intercom ab, Martin Kalteis fuhr diese Prüfung komplett auf Sicht. Doch auf dieser Prüfung brach dann der Kreislauf von Peter Berger komplett zusammen, totaler Black-Out. Auf der anschließenden Verbindungs-Etappe wurde bei einem Rettungs-Fahrzeug gestoppt, Peter Berger wurde zur Beobachtung eingeliefert. Ihm geht es jedoch wieder gut. Den heutigen zweiten Tag der Rallye-Weiz bestreitet Martin Kalteis nur mehr als Voraus-Fahrer. Martin Kalteis, hier nach seiner Fahrt auf das Podium im SchneeberglandMartin Kalteis, hier nach seiner Fahrt auf das Podium im Schneebergland
Foto: Hansjörg Matzer/Agentur Autosport.at

Im Schneebergland auf das Podium
Die Schneebergland Rallye ließ in diesem Jahr mit einem kleinen aber äußerst qualitativen Starterfeld aufhorchen. Bekannt für ihre materialfordernden Schottersonderprüfungen, bot auch die diesjährige Auflage eine spektakuläre Streckenführung, die wohl in Mitteleuropa seinesgleichen sucht. Aber gerade diese Bedingungen sind es, die den Rallyesport zu dem gemacht haben, der er heute ist. Nicht die reine Bleifuß-Strategie, sondern auch der bedachte Umgang mit dem Material ist von besonderer Bedeutung. Aber auch besonders da es die Heimrallye des Team Rallye ABST ist, wollte Martin Kalteis hier unbedingt am Start stehen. Bereits in den letzten Jahren konnte der Gloggnitzer hier immer mit schnellen Zeiten aufzeigen, musste sich dann aber meist mit technischen Defekten frühzeitig aus der Rallye verabschieden. Dies sollte heuer auf jeden Fall anders laufen, doch bereits auf der ersten Sonderprüfung ertönten aus dem Motorraum besorgniserregende Geräusche. Eine Schraube des Krümmers hatte sich gelöst, wodurch der Flansch nicht mehr abdichtete und  der Mitsubishi etwas an Leistung verlor - jedoch bis ins erste Service, wo der Schaden behoben werden konnte, klaglos durchhielt.

 

Aber auch die Konkurrenz sollte nicht ohne Probleme vorankommen. Bereits nach Sonderprüfung 2 waren zwei  WRCs ausgefallen, Gerald Riegler im R5 hatte mit geplatztem Turboschlauch zu kämpfen, und der ungarische R5 konnte in Zaum gehalten werden. Damit lag das Duo Kalteis/Kuntner auf dem sensationellen 5. Gesamtrang, den sie bis ins Mittagsservice auch nicht mehr hergaben. Dort angekommen stellte sich allerdings heraus, dass ein Teil des hinteren Achsrahmens gebrochen war und die darin befestigte Querlenkerschraube sich nur noch aus purer Nächstenliebe in ein paar Millimetern Aluminium fest hielt. Das notwendige Ersatzteil war allerdings in der kurzen Zeit nicht aufzutreiben - schweißen kam hier auch nicht in Frage. An diesem Punkt sah es so aus als müsse hier aufgegeben werden, doch der wahre Rallyegeist (aufgeben wird erst, wenn sich nix mehr dreht)  hielt nach einigen Überlegungen Einzug und Martin Kalteis und sein Team fixierten den Querlenker in der ramponierten Halterung mit einem guten alten Spanngurt. Zwar musste Martin von nun an seinen Evo in Linkskurven mit Bedacht um die Kurven werfen, konnte die Rallye jedoch fortsetzen und auch die Top-5 Zeiten konnten beibehalten werden. Der Ausfall des letzten verblieben WRCs auf der langen Haraseben Sonderprüfung, welcher auch zur Neutralisierung dieser geführt hatte,  spülte das Team auf den 4. Platz nach vorne. 13 Sekunden fehlten zu diesem Zeitpunkt auf den Drittplatzierten Chris Rosenberger, der zum ersten Mal in einem R5-Bolieden unterwegs war. Doch diesen Kampf wollte das Team Rallye ABST angesichts der stark ramponierten Radaufhängung nicht mehr aufnehmen.

 

Dass dann noch der aktuell zweitplatzierte Christian Schuberth Mrlik auf der letzten Sonderprüfung an einem am Straßenrand liegenden Baumstamm strandet und aufgeben musste, machte die Sensation perfekt.  Martin Kalteis und Markus Kuntner beendeten die Schneebergland Rallye auf einem 15 Jahre alten Mitsubishi Lancer Evo VII  mit dem 3. Gesamtrang auf dem Podium. Niemals hätte dies jemand bei diesem Starterfeld erwartet. Nach so vielen Chancen die meist durch technischen Defekt verhindert wurden, hat es nun endlich funktioniert. Ob verdient oder nicht, das mag jeder für sich selbst entscheiden, doch eines will gesagt sein - bei so einer Rallye muss man erst einmal das Ziel erreichen. Das Team Rallye ABST bedankt sich bei allen Unterstützern, Sponsoren, Freunden und Fans für die jahrelange Treue!

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