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  • Cosworth mit neuen Lebensgeistern

Eigentlich wollte sich Sepp Gruber ja schon viel früher an der Austrian Rallye Challenge beteiligen, so etwa ab der Jacques Lemans-Althofen-Kärnten-Rallye, wenn schon nicht ab der Triestingtal-Rallye. Irgendwie ist es dann aber nie etwas geworden, es ist, wie man bei solchen Anlässen öfter gerne zu sagen pflegt, immer irgendetwas dazwischengekommen. Zuletzt zeigte sich auch der Ford Sierra Cosworth nach den langen Stehzeiten etwas start-unwillig, genauer gesagt: Er wollte einfach überhaupt nicht laufen. Inzwischen wurde die Elektrik und Elektronik vom schlauen „Stromer“ aber so weit überarbeitet, daß er das nun doch wieder tut.

Damit erwachten die Lebensgeister im Cosworth-Motor vom Neuen, und auch Sepp Gruber kann bereits mit Freude davon erzählen, wie willig das einstige Spitzenmodell der Sierra-Baureihe auf Gasstöße reagiert. Er hat es sogar schon im Wettbewerb erfolgreich getestet, bei der Oster-Rallye, und obschon großartig besetzt, landete er dort unter den besten Zehn der Gesamtwertung. Entscheidend war ja auch der Umstieg auf den Vierradantrieb, bisher war ja Sepp Gruber eher heckgetriebene Rallyewagen gewohnt. Frontantrieb gab es auch einmal, irgendwann vor etwa zwanzig Jahren. Der erfolgreiche Einstieg läßt auf jeden Fall viel Gutes für die kommenden Rallyes erwarten.

Die nächste davon ist zufällig die Rallye Weiz, eine neue Veranstaltung der Austrian Rallye Challenge, die von vielen Seiten sehr feierlich begangen wird: Über hundert Nennungen versprechen einen spannenden und sehenswerten Wettbewerb, und wenn eine Rallye so großes Interesse vor allem bei den Aktiven hervorruft, dann kann man annehmen, daß sehr freudige Erwartungen dahinterstecken.

Zweifellos, es schwebt eine gewisse Faszination mit bei der Rallye Weiz, die in einem Teil des Gebietes der Funkberater-Rallye stattfindet, die in den Achtziger Jahren bei Teilnehmern und Zusehern außerordentlich beliebt war. Auch Sepp Gruber war dabei, mit einem Fiat 131 Abarth, den davor Wilfried Wiedner eingesetzt hatte. Die Route war damals ebenso abenteuerlich wie die Wetterbedingungen – auf ein rumpeliges Kopfsteinpflaster auf der Wiener Höhenstraße folgte eine Schneefahrbahn in der Steiermark. So schön die Rallye auch war, der Ausfall durch einen Getriebeschaden war äußerst deprimierend.

So weit erstreckt sich das Gebiet der heutigen Rallye Weiz natürlich nicht, aber sie wird zweifellos auch sehr viel Stil haben. Einige Fahrzeugtypen, die es damals schon gab, sind heute wieder dabei, und auch sehr viele, die erst später auf die Rallyepisten entsendet wurden. So wie eben auch der Ford Sierra Cosworth von Sepp Gruber.

Es wird seine erste Rallye mit diesem Auto in Österreich sein, und auch der erste Einsatz bei einem Lauf zur Austrian Rallye Challenge, aber das erste Ergebnis mit dem Ford Sierra war ja bereits sehr vielversprechend. In Verbindung mit der vor allem im vergangenen Jahr oft gezeigten Kampfstärke, auch wenn es mit einem anderen Wagen war, sollte es auch bei der neuen Rallye in der östlichen Steiermark für eine hervorragende Vorstellung reichen. Wie es genau ausgehen wird, darauf darf man natürlich sehr gespannt sein, schließlich erfolgt die Teilnahme in der Gruppe H, wo in der ARC ein ziemlich volles Haus herrscht – auch die Klasse der Mitkonkurrenten kann sich sehen lassen.

Das gilt natürlich uneingeschränkt auch für die fahrerische Klasse von Sepp Gruber, der diesmal wieder mit Karin Gschwendner ins Rennen gehen wird – sie will sich auf die Verhältnisse einer „langen“ Ein-Tages-Rallye einstimmen. Bisher war sie ja die in Deutschland weit verbreiteten 200er-Rallyes gewohnt, die jeweils nach ungefähr 30 SP-Kilometern bereits vorbei sind. Aber man kann annehmen, daß es auch hier keine Schwierigkeiten geben sollte.

Daher kann man berechtigterweise auf eine erfolgreiche ARC-Premiere von Sepp Gruber setzen: Beim MSC Kitzbühel würde man wohl sagen: Mandar, s’ isch Zeit!


Fotos dieser Veranstaltung:
Fotos der Rallye-Weiz

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